
Joel Wicki wurde 2022 Schwingerkönig. Stolz präsentierte er den Siegermuni Magnus II.
Philipp Schmidli
Joel Wicki verkündete seinen Rücktritt am Sonntagabend in der TV-Sendung «Sportpanorama» auf SRF. Um den 28-Jährigen kursierten immer wieder Rücktrittsgerüchte. «Ich brauchte einfach noch Zeit, um den Entscheid zu überdenken. Aber irgendwann ist dieser Entscheid gefallen», sagte Wicki.
Gesundheit hat Vorrang
Für den Rücktritt habe es mehrere Gründe gegeben. Ausschlaggebend war die Gesundheit. Ihm gehe es gesundheitlich gut. «Und die Gesundheit überwiegt, um auch in den nächsten 30, 40 Jahren etwas leisten zu können», sagt der Luzerner. Er bewirtschaftet einen Landwirtschaftsbetrieb und führt ein Baggerunternehmen. Joel Wicki ist gelernter Baumaschinenmechaniker EFZ. 2023 schloss er die Lehre als Landwirt EFZ als Zweitausbildung ab. Er bewirtschaftet einen 54 Hektaren grossen Berglandwirtschaftsbetrieb.
Nach dem Eidgenössischen Schwingfest in Mollis im August 2025 war er noch einige Male im Training. Er wollte testen, ob er noch Kämpfe brauche. «Der Körper hat mir gesagt, er ist nicht mehr bereit dazu, alles zu geben», sagte Wicki im TV-Studio. Der Sport habe ihn in den vergangenen 20 Jahren begleitet. Manchmal sei es ein Krampf, manchmal eine Erleichterung gewesen. Mit der Bekanntgabe des Rücktritts sei eine Last abgefallen. Er will dem Schwingsport erhalten bleiben. Er sich im Nachwuchs engagieren. «Ich selber habe unendlich viel profitiert, deshalb gebe ich gerne auch etwas zurück», sagte er.
Gewann 28 Kranzfeste
Joel Wicki hat das Schwingen in den vergangenen Jahren massgeblich geprägt. Mit 16 Jahren holte er sich am Luzerner Kantonalen 2013 den ersten Kranz. Im selben Jahr absolvierte er am Eidgenössischen in Burgdorf alle acht Gänge. 2015 gewann er am Schwarzsee sein erstes Kranzfest. Am Esaf 2019 in Zug unterlag er im Schlussgang Christian Stucki.

Die entscheidende Szene nach 13 Minuten. Joel Wicki legte Matthias Aeschbacher auf den Rücken und wurde Schwingerkönig.
Andy Mettler
Drei Jahre später in Pratteln siegte er und wurde Schwingerkönig. Das letzte Schwingfest bestritt Wicki am Tessiner Kantonalen am 20. September 2025. Mit sechs Siegen in sechs Gängen holte er sich den ersten Rang. Insgesamt gewann Wicki 28 Kranzfeste und holte 76 Kränze. Zu seinen schönsten Erfolgen zählen gemäss Schlussgang jene am Innerschweizer Schwing- und Älplerfest 2018, 2022, 2023 und 2025 sowie die Siege bei den Bergkranzfesten auf der Rigi, dem Stoos, dem Brünig und am Schwarzsee.

Christian Stucki bezwang Joel Stucki im August 2019 in Zug im Schlussgang nach etwas mehr als 40 Sekunden.
Sven Thomann