Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Burgorf BE brachte viele spannende Gänge. Die beiden noch aktiven Schwingerkönige, Nöldi Forrer und Kilian Wenger, liegen bereits zurück.
In der restlos ausverkauften Emmental Arena herrschte eine friedliche und fröhliche Stimmung als um 7.30 Uhr die Athleten einmarschierten. Rund hunderttausend Hände klatschten im Takt zum Einzug der Schwinger. Als der Berner Verband mit dem amtierenden Schwingerkönig Kilian Wenger in die Arena einzog, hielt es kaum einen der über 50'000 Zuschauer mehr auf seinem Sitz.
Zum Schluss des ersten Ganges griffen dann Wenger, der Schwingerkönig von 2010, und Arnold Nöldi Forrer, der Schwingerkönig von 2001, zusammen. Da Forrer extrem passiv schwang, stellten die beiden den Gang. Das sollte kein gutes Omen für die beiden einzigen noch aktiven Schwingerkönige sein.
Der amtierende «König» Wenger wurde schon am Vormittag entzaubert und fand im Innerschweizer Martin Koch seien Meister. Damit schmolzen Wengers Chancen auf die Titelverteidigung wie Frühlingsschnee an der Sonne. Dennoch blieb den Berner Fans Grund zum Jubeln, denn mit Matthias Sempach und Christian Stucki hatten sie noch heisse Eisen im Feuer. Und auch die zweite Reihe der Berner trumpfte sehr stark auf.
Kämpf schlägt König Forrer
Dem Berner Oberländer Bernhard Kämpf aus Sigriswil gelang dann am Nachmittag der Geniestreich des vierten Ganges, indem er den ehemaligen Schwingerkönig Arnold Forrer auf den Rücken legte.
Nach vier Gängen sind noch vier Schwinger mit vier Siegen schadlos. Die beiden Topfavoriten Matthias Sempach und Christian Stucki sowie die beiden überraschenden Nicht-Eidgenossen Bernhard Kämpf und Raphael Zwyssig. Stucki bekundete gegen Martin Koch viel Mühe, Sempach setzte sich ebenfalls gegen einen Innerschweizer, Reto Nötzli durch.
Raphael Zwyssig ist der einzige Nicht-Berner in der Spitzengruppe, der Appenzeller besiegte überraschend den Berner Willy Graber. Aus der Entscheidung gefallen sind im vierten Durchgang Christian Schuler und Bruno Gisler.
Burgdorf bewältigte Ansturm
Das Emmentaler Städtchen Burgdorf hat am Samstag den ersten Ansturm der Schwingerfans erlebt. Zwar herrschte überall ein grosses Gedränge, doch aus der Ruhe bringen liess sich im Emmental deshalb niemand.
Schon am frühen Morgen rollte ein Extrazug um den anderen im Bahnhof Burgdorf ein. Gegen 20'000 Personen reisten mit dem öffentlichen Verkehr in die Emmestadt, wie ein Sprecher der SBB auf Anfrage sagte. Einzig der allererste Zug aus Luzern hatte einige Minuten Verspätung, weil er so stark besetzt war und das Einsteigen darum seine Zeit dauerte. In Burgdorf angekommen nahmen die meisten Besucherinnen und Besucher den rund viertelstündigen Fussmarsch zum Stadion unter die Sohlen. Auch Shuttlebusse verkehrten.
Hohe Politikerdichte
Unter den über 50'000 Zuschauern in der grossen Schwingfestarena in Burgdorf tummeln sich auch zahlreiche Politikerinnen und Politiker. Viele von ihnen sind als Ehrengäste der Organisatoren und Verbände aber auch als Gäste von Sponsoren geladen.