Sonnenfinsternis: Wo die Sicht am besten ist

Bis zu 93 Prozent Abdeckung kurz vor Sonnenuntergang: Am 12. August gibt es in der Schweiz eine aussergewöhnliche Sonnenfinsternis.

sda |

Für Sternengucker und Neugierige ist das ein absolutes Highlight, denn bis zur nächsten vergleichbaren Finsternis vergehen über 50 Jahre. Was für den perfekten Blick nötig ist:

Um welche Zeit findet die Sonnenfinsternis statt?

Der erste Kontakt des Mondes mit der Sonnenscheibe lässt sich in der Region Bodensee ab etwa 19.24 Uhr beobachten. Ihren Höhepunkt erreicht die Verfinsterung kurz vor dem Ende des Ereignisses, das mit dem Sonnenuntergang gegen 20.45 Uhr in Genf zusammenfällt. Je nach Standort verdeckt der Mond dabei zwischen 91 Prozent (in der Bodenseeregion) und 93 Prozent (in Genf) der Sonne.

Von wo aus die Sonnenfinsternis am besten sichtbar? 

Entscheidend für die Wahl des Beobachtungsorts ist ein freier Blick in Richtung Westen und Nordwesten, weil da die Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief steht, wie Marc Eichenberger, Präsident der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft (SAG) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärt. «Die Gipfel der Voralpen oder auch das Mittelland sind sehr gut geeignet – wenngleich man auch dort stets darauf achten muss, dass kein Hügel oder sonstiges Hindernis die Sicht nach Westen-Nordwesten versperrt», so Eichenberger. Tiefe Bergtäler seien hingegen klar im Nachteil, weil umliegende Bergketten die Sonne vorzeitig verdeckten.

Reicht eine Sonnenbrille aus, um die Sonnenfinsternis zu beobachten?

Nein, Sonnenbrillen sind für die Beobachtung der Sonnenfinsternis nicht geeignet. Zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen sind unverzichtbar. Der Blick zur Sonne durch ein ungeschütztes optisches Instrument wie Ferngläser oder Fernrohre «wird in Sekundenbruchteilen zur Erblindung führen», warnt die SAG. Dies gelte auch, wenn die Sonne teilweise durch den Mond verdeckt werde.

Wie lässt sich die Sonnenfinsternis am besten fotografieren? 

Ein spontaner Schnappschuss mit dem Smartphone wird laut Eichenberger meist enttäuschen. Die Kamera überbelichtet die grelle Sonne, sodass auf dem Foto lediglich ein gewöhnlicher Sonnenuntergang zu sehen ist – die partielle Verdeckung bleibt unsichtbar. Für ein brauchbares Detailfoto benötigt man laut dem SAG-Präsidenten ein Teleskop oder Objektiv mit speziellem Sonnenfilter und automatischer Nachführung. Die beste Alternative für Interessierte sei der Besuch einer Volkssternwarte, da dort professionelle Geräte bereitstehen und oft Fotos direkt durch das Okular gemacht werden können.

Ich bin am 12. August verhindert. Wann gibt es die nächste Chance, eine Sonnenfinsternis zu beobachten?

Wer das Spektakel verpasst, muss sehr lange warten: Eine partielle Sonnenfinsternis dieser Grössenordnung ist in der Schweiz erst wieder im Jahr 2075 zu sehen. Dass solche Ereignisse lokal so selten sind, liegt am schmalen Schatten des Mondes, der nur einen etwa 150 bis 200 Kilometer breiten Streifen auf der Erde abdeckt. Dass dieser Streifen genau die Schweiz trifft, ist reine Glückssache. Global betrachtet treten Sonnen- und Mondfinsternisse zwar etwa alle sechs Monate auf, erfordern jedoch die Bereitschaft, an den jeweiligen Ort des Geschehens zu reisen. Die letzte totale Sonnenfinsternis auf Schweizer Boden fand 1842 im Tessin und Puschlav statt.

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