
Zwischen Fäden und Farben.
Maria Streuli
Am 23. September um 2.05 Uhr ist Herbstanfang. Tag-Nacht-Gleiche wird dieses Datum auch genannt, denn jetzt sind Tag und Nacht genau gleich lang. Die Sonne geht exakt im Osten auf und Westen unter. Während im Hochsommer sie 16 Stunden und im Winter nur 8 Stunden über dem Horizont steht, sind es jetzt genau 12 Stunden.
Wer einen flachen Horizont hat und es genau beobachtet, wird feststellen, dass es tatsächlich einige Minuten mehr sind, an denen die Sonne zu sehen ist. Das liegt an der sogenannten Hebung. Am Horizont werden die Sonnenstrahlen so gebrochen, dass die Sonne etwas höher zu stehen scheint, als es tatsächlich der Fall ist. Dadurch scheint die Sonne noch über dem Horizont zu stehen, wenn sie rechnerisch schon darunter steht.

Zum Herbstanfang steht die Sonne im Tierkreisbild Jungfrau.
Goetheanum
Zum Herbstanfang steht die Sonne im Tierkreisbild Jungfrau. Dieser Ort vom Herbstanfang wandert durch den Tierkreiskreis, wie auch der Ort des Frühlingsanfangs. Vor 2000 Jahren lag der Sonnenort zum Herbstanfang in der Waage und in 500 Jahren ist dieser Punkt dann in den Löwen gewandert.
Gedämpfte Kräfte
Schon vor dem 23. September beginnt der Samstagmorgen um 4 Uhr mit einer kurzen Zeitspanne, in der man Arbeiten im Garten meiden sollte. Gekennzeichnet ist sie mit «A» – heisst, dass der Mond in Erdferne ist. Er befindet sich auf seiner elliptischen Umlaufbahn am weitesten von der Erde entfernt – das sind über 405’000 Kilometer. In der traditionellen biodynamischen Landwirtschaft und im Mondkalender wird angenommen, dass die Anziehungskraft des Mondes bei Erdferne schwächer ist als in Erdnähe. Viele Gärtnerinnen und Gärtner meiden laut «Kraut & Rüben» an Tagen in diesem gogenannten Apogäum das Säen oder Pflanzen, weil die Kräfte als gedämpft gelten und Pflanzen angeblich weniger kräftig reagieren.
Aber der Mond beeinflusst die Pflanzen auch auf eine andere Weise: Er ist seit dem 18. September obsigend. Der Mondhalendern besagt, dass man oberirdisch gedeihende Pflanzen und Gemüse bei zunehmendem oder obsigendem Mond setzen oder säen sollte. Unterirdische Feldfrüchte hingegen gedeihen gut, wenn man auf den abnehmenden Mond als Sä- oder Pflanztag achtet.

Seit dem 18. September ist der Mond obsigend.
Goetheanum
Bei der Wahl des richtigen Tierkreiszeichens für die Arbeit kommt es laut servus.com zudem darauf an, welcher Pflanzenteil die besten Entwicklungschancen erhalten soll. Jeder Mondstand im Tierkreis wirkt mit seinen Impulsen auf bestimmte Pflanzenteile – entweder auf Wurzeln, Blätter, Früchte oder Blüten. Deshalb gibt es im Mondkalender auch die Blüten-, Blattt-, Frucht- und Wurzeltage.