
Im Winter lässt sich die Gartenplanung machen.
Debora Heusser
Anfang Januar – Zeit der guten Vorätze. Vielleicht auch im Garten? Der Mondkalender des Goetheanum im «Schweizer Bauer» hilft, die Arbeiten nach dem Mond zu richten. Eine Praxis, die auf vielen Höfen und in vielen Gärten weltweit angewandt wird.
Maria Thun, die 2012 verstorben ist, entdeckte bei einem Versuch mit Radieschen , dass die ausgesäten Pflanzen alle zwei bis drei Tage Unterschiede im Blatt- und Knollenwachstum aufwiesen. Nachdem sie erfuhr, dass der Mond alle zwei bis vier Tage in ein anderes Sternbild wechselt, war für sie die Verbindung einleuchtend.
Blüten-, dann Blatttage
Der Mondkalender geht davon aus, dass Wurzel-, Blüten-, Blatt- und Fruchtpflanzen unterschiedliche Bedürfnisse haben, die mit den Tierkreiszeichen zusammenhängen. Auf schweizerbauer.ch und im «Schweizer Bauer» findet man immer am Samstag den Ausblick auf die kommende Woche.

Maria Thun hat das Konzept des Mondkalenders entdeckt.
Goetheanum
So kommen ab Montag zwei Blütentage, ab Mittwoch stehen dann Blattgewächse im Fokus. Bis am 16. Januar ist der Mond zudem nidisgend. In dieser Phase wird gepflanzt, weil die Saftströme der Pflanzen den unteren Pflanzenteil verstärkt versorgen. Es kommt zu einem stärkeren Wurzelwachstum.
Gartenplanung
Jäten sollte man hingegen, wenn der Mond obsigend ist. Diese Arbeit ist laut dem «Tages-Anzeiger» im Januar schon möglich: Durch die Klimaerwärmung und die immer milderen Winter wachsen einige Pflanzen an warmen Tagen munter weiter. Dazu gehören zum Beispiel der Kriechende Hahnenfuss und das Kriechende Fingerkraut. Auch das Scharbockskraut streckt im Verlaufe des Winters die ersten Blätter aus dem Boden.
Eine weitere Arbeit, die jetzt ansteht, ist die Gartenplanung. Nicht alle Gemüsearten kommen nebeneinander klar. Rüebli zum Beispiel sind Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Erbsen gute Nachbarn, da sie Schädlinge wie die Karottenfliege durch ihren Geruch fernhalten Die Sativa-Karottensorte Amiva kann schon Ende Januar ausgesät werden, sofern das Wetter mitspielt.
Jupiter jetzt am nächsten
Am Himmel bestimmt nicht der Mond, sondern ein anderes helles Licht die ganze Winternacht: Jupiter in den Zwillingen. In seinem zwölfjährigen Lauf erreicht Jupiter in diesem Tierkreisbild seine höchste Stellung. Heute, am 10. Januar, steht er in Opposition zur Sonne. Das bedeutet, dass die Erde ihn jetzt überholt und so die grösste Nähe zu dem fernen Planeten besteht. Bei Jupiters grosser Distanz von etwa 750 Millionen Kilometer spielt es allerdings kaum eine Rolle, ob der Planetenriese in Erdnähe oder -ferne steht. Sein Licht schwankt dabei nur gering.

Jupiter dominiert die ganze Nacht.
Goetheanum
Anderes als bei Mars, der in Erdnähe um ein Vielfaches heller ist, als wenn er der Erde fern steht. Perspektivisch führt die Erdnähe von Jupiter dazu, dass der Planet scheinbar eine Schleife zieht. Bis 11. März läuft der Planet deshalb scheinbar rückwärts, das heisst im Uhrzeigersinn, um dann wieder in den normalen Lauf zu wechseln. Die rückläufige Bewegung führt den Planeten jetzt erneut in den inneren Bereich der Zwillinge.