Truten direkt ab der Weide

Die Familie Koch auf dem Undergehren in Gonten baut sich einen neuen Betriebszweig auf. Ihre zurzeit 30 Truten leben tierfreundlich und bekommen keine Antibiotika. Daraus wird echtes Appenzeller Trutenfleisch.

Die Familie Koch auf dem Undergehren in Gonten baut sich einen neuen Betriebszweig auf. Ihre zurzeit 30 Truten leben tierfreundlich und bekommen keine Antibiotika. Daraus wird echtes Appenzeller Trutenfleisch.

Auf dem Undergehren auf 1050 Meter über Meer zwischen der Hundwilerhöhe und Gonten sowie direkt am kantonalen Wanderweg hat neues Leben Einzug gehalten. 30 Truten watscheln friedlich in ihrem Gehege herum. Die einen picken etwas Gras auf, andere gönnen sich ein Staubbad. Das ändert sich auch nicht, als Emil und Carmen Koch sowie ihr Sohn Daniel in den Auslauf steigen, im Gegenteil. Neugierig kommen einige Tiere näher und begutachten die Besucher. «Truten sind sehr neugierig und zutraulich», sagt Daniel Koch, auf dessen Hof die Tiere leben und der am 1. Januar 2017 auch den elterlichen Betrieb übernehmen wird. «Sie lassen sich nur von grossen Vögeln erschrecken.»

Kein Antibiotikaeinsatz

Die Grundhaltung der Familie Koch ist stark auf eine tiergerechte Haltung ausgerichtet. «Wir stellen unseren 30 Truten mehr Platz als vorgeschrieben zur Verfügung», sagt Daniel Koch. Das heisst konkret, dass Kochs einen ehemaligen Schweinestall von 26 m2 ins Zuhause der neuen Bewohner umgebaut haben. Daran anschliessend steht den Tieren eine grosse Weide zur Verfügung. Damit dürften Kochs gemäss Vorschriften 70 Truten halten. «Sie haben jederzeit Zugang zu Futter und Wasser. Ganz wichtig ist uns, dass wir auf Antibiotika verzichten und sie bei Krankheiten natürlich behandeln. Dadurch entsteht ein qualitativ hochwertiges Fleisch aus der Region.» Die notwendige Betreuung und Fütterung übernimmt meist sein Vater Emil Koch.

Nachfrage ist gross

Auf die Idee mit den Truten kam Carmen Koch. «Das Federvieh sagte mir schon immer zu», erzählt sie. «Beim Suchen im Internet stellte ich fest, dass in der Schweiz praktisch alles Trutenfleisch aus dem Ausland stammt. Damit habe ich grosse Mühe.» Bei ihrer weiteren Suche fand sie heraus, dass im Appenzellerland Bauern nur vereinzelt Truten halten, meist für den Eigengebrauch. Klar wurde ihr auch, dass die Nachfrage nach Trutenfleisch gross ist. «Kam dazu, dass die Trute zwar kein besonders schönes Tier ist. Aber ihre spezielle Art macht sie zu einem spannenden Tier. Also machte ich mich an die Umsetzung.»

Direkt vermarkten

Bevor nun die ersten Truten vor Ostern auf Undergehren eintrafen, schlüpften sie bei der Geisser-Trupro AG in Mörschwil aus ihren Eiern. Dort lebten sie bis ins Alter von sechs Wochen. «Die Hennen bleiben 20, die Hähne 24 Wochen bei uns», sagt Daniel Koch. «Das Schlachtgewicht beträgt sechs bis acht und rund zwölf Kilo. Unser Metzger ist Peter Bühler, zufälligerweise ebenfalls aus Mörschwil.» Mit der anschliessenden Vermarktung als Appenzeller Trutenfleisch muss die Familie noch Erfahrungen sammeln. Sie hofft, dass die Gastronomie und viele private Abnehmer Interesse zeigen werden.

Dabei ist sie sich bewusst, dass ihr Angebot im Vergleich zu ausländischem Fleisch zwar einiges teurer ist. Dafür sind tierfreundliche Haltung und hohe Qualität garantiert. Noch als Idee vorhanden ist ein weiterer Schritt. «Unser Ziel ist, dass wir die eintägigen Küken bekommen und auch die Aufzucht bei uns im Appenzellerland erfolgt», sagt Carmen Koch. «So wäre die Regionalität noch stärker.» Zudem würden die drei bei guter Nachfrage auch die Anzahl Tiere leicht erhöhen, ohne dabei ein Grossbetrieb zu werden.

www.appenzeller-truten.ch

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