Der Bundesrat wollte, dass nur noch gut ausgebildete Bauern Direktzahlungen erhalten. Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N)lehnt dies ab.
Von Montag bis Mittwoch berät die WAK-N über die Agrarpolitik 2014–2017 (AP 2017). Viel zu reden hatte in letzter Zeit unter anderem die Frage gegeben, mit welcher Ausbildung ein Landwirt in Zukunft noch Direktzahlungen bekommen solle. Der Bundesrat hatte in seinem Entwurf vorgesehen, dass für neue Bewirtschafter im Minimum ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder ein Eidgenössisches Berufsattest (EBA) nötig sein sollte, um Direktzahlungen erhalten zu können.
Dagegen hatte sich viel Widerstand geregt. Kleinbauern liefen Sturm dagegen, und auch aus Kreisen der CVP erwuchs Widerstand. Der Direktzahlungskurs sei für Quereinsteiger und Nebenerwerbsbetriebe namentlich im Berggebiet wichtig, so die Argumentation der Kleinbauern. Nicht die Ausbildung eines Bauern sei ausschlaggebend, sondern die Qualität der Leistung und der Produkte, die er generiere, forderte CVP-Präsident Christophe Darbellay in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Darbellay ist auch Präsident der WAK-N.
Nun hat gemäss einem Beitrag der Fernsehsendung «10 vor 10» die Mehrheit der WAK den bundesrätlichen Vorschlag abgelehnt. «Kurz vor der Sendung hat 10vor10 aus kommissionsinternen Kreisen erfahren, dass eine Mehrheit den Antrag des Bundesrates abgelehnt hat», sagte Moderator Stefan Klapproth wörtlich.