Warum Nebel in der Schweiz seltener wird

Der Nebel hat sich im Dezember im Schweizer Flachland hartnäckig gehalten. An einigen Orten gab es über den ganzen Monat hinweg nicht einmal zehn Sonnenstunden. In den vergangenen dreissig Jahren haben die Nebeltage in der Schweiz allerdings abgenommen.

sda |

So lag am Messstandort Zürich-Kloten der Durchschnitt von 1971 bis 1980 etwa bei über 50 Nebeltagen pro Jahr. Zwischen 2010 und 2020 lag im Durchschnitt noch an 38 Tagen Nebel, wie aus Daten des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) hervorgeht..

Als Nebeltag gilt, wenn an einem der drei täglichen Beobachtungstermine am Morgen, Mittag, oder Abend Nebel geherrscht hat. Deshalb geht ein Tag, an dem sich der Nebel am frühen Vormittag auflöst und danach die Sonne scheint, ebenfalls als Nebeltag in die Statistik ein.

Nebelsuppe braucht zwei Zutaten

Nebel ist physikalisch gesehen nichts anderes als eine Wolke in Bodennähe. Er besteht aus winzigen Wassertröpfchen in der Luft. Diese Tröpfchen streuen das einfallende Sonnenlicht in alle Richtungen. Aufgrund dieser Streuung erscheint der Nebel für Beobachter als eine weisse oder graue Masse.

Damit Nebel entstehen kann, muss Wasserdampf aus der Luft kondensieren. Dafür braucht es zwei Zutaten: Erstens muss die Luft gesättigt sein. Die Luftfeuchtigkeit muss also bereits 100 Prozent betragen, sodass die Luft kein weiteres Wasser aufnehmen kann. Das überschüssige Wasser in der Luft kondensiert dann zu Wassertröpfchen.

Zweitens braucht es einen sogenannten Kondensationskern. Das ist ein Teilchen in der Luft, an dem das Wasser kondensieren kann. Als Kondensationskern können Pollen, Staub, Schadstoffpartikel oder andere kleine Feststoffpartikel in der Atmosphäre dienen.

Mittelland bietet ideale Nebelbedingungen

Wann die Luft gesättigt ist, hängt dabei von der Temperatur ab. Kalte Luft kann deutlich weniger Wasserdampf aufnehmen als warme Luft. Im Herbst und Winter entsteht Nebel daher oft, wenn warme, feuchte Luft am Boden in den langen Nächten abkühlt.

Zudem darf der Wind nicht zu stark sein, damit Nebel entstehen kann. Dies ist in der Regel der Fall bei Hochdruck-Wetterlagen. Ausserdem muss sich die feuchte Luft in einer Art Becken sammeln können. Diese Voraussetzung ist im Mittelland zwischen Alpen und Jura besonders gut erfüllt. Feuchte Luft in der Nähe von Gewässern wie Seen und Flüssen kann die Bildung von Nebel begünstigen.

Am häufigsten Nebel in der Schweiz gibt es laut Meteoschweiz daher im Mittelland der Aare entlang von Biel ostwärts mit einem «Hotspot» im Aargauer Wasserschloss, im Reusstal unterhalb von Luzern, im Aargauer Wigger-, Suhre- und Wynental, in der Region um den Hallwiler- und Baldeggersee, im Aargauer Freiamt, und zwischen Zürich und St. Gallen im Limmat- und Glatttal.

Grund für Rückgang

Aber warum gibt es jetzt immer weniger davon? Meteorologinnen und Meteorologen sehen dafür verschiedene Ursachen. Forscher von Meteoschweiz haben in einer Studie im Fachblatt «International Journal of Climatology» bereits vor über zehn Jahren nachgewiesen, dass Schwankungen der Nebelhäufigkeit mit der Häufigkeit bestimmter Wetterlagen einhergehen. Dies deutet darauf hin, dass der Haupttreiber der Nebelvariabilität die Wetterlagen sind. Das ist auch der Grund dafür, dass es in manchen Jahren trotz allgemeiner Abnahme viele Nebeltage geben kann.

Ausserdem wird als Grund für die beobachtete Abnahme von Nebeltagen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine Verbesserung der Luftqualität angeführt. Weil die Luft weniger Schadstoffpartikel wie Schwefeloxid enthält, gibt es weniger Kondensationskerne, an denen sich der Wasserdampf kondensieren könnte.

Auch die zunehmende Überbauung könnte eine Rolle für den Rückgang an Nebeltagen spielen. In überbauten Gebieten ist die Luft demnach wegen der fehlenden Vegetation trockener, was die Entstehung für Nebel erschwert.

-> Ob es in den nächsten Tagen geben wird, sehr Ihr hier

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