
Tamara Steinmann beim Melken. Sie ist als Herdenmanagerin für die Tiere verantwortlich.
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Ihre Visionen waren vielfältig: ein Event-Lokal in Sizilien, die Übernahme einer Farm in Kanada oder der Bau eines Hauses in Ecuador. Nun zeigt sich, wie sich ihre Träume entwickelt haben – und wie es ihnen heute geht.

Adrian Steinmann auf seinem neuen Hoflader. Er ist für die Fütterung der Tiere und den Ackerbau verantwortlich. 2026
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Bauernfamilie Steinmann träumt von einer Farm in Kanada. Wegen strenger Einwanderungsbestimmungen können Adrian und Tamara die Farm nicht sofort kaufen. Sie lassen sich stattdessen vom bisherigen Eigentümer anstellen. Nach zwei Jahren rückt der Kauf in greifbare Nähe, aber dann kommt alles anders: Der Immigrationsprozess verzögert sich.
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Tunnel bedroht Existenz
Für den Bauschutt, der durch die Tunnelumfahrung in Le Locle anfallen wird, soll eine neue Deponie geschaffen werden. Vom Projekt betroffen wäre auch Steinmann gewesen. Insgesamt drei Millionen Tonnen Bauschutt müssen während der geplanten Projektphase von 2025 bis 2030 deponiert werden. Adrian Steinmann, dessen Felder unmittelbar neben der geplanten Bauschuttdeponie liegen, sah dadurch seine Existenz bedroht. Er befürchtete, dass die Emissionen aus der Baugrube seine Futterproduktion gefährden würden.
Ein Dorf im Dschungel Ecuadors ist das neue Zuhause von Familie Alvarado. Kaum eingerichtet, kommt es nach schweren Unwettern zu einer Schlammlawine. Den Auswanderern droht die Enteignung ihres Grundstücks. Doch sie lassen sich nicht beirren. Leo hat neue Pläne und baut aus lokalem Holz ein Musterhaus. Isabelle beginnt ihren ersten Job.
Auf Sizilien kaufen Sabina Kilchenmann und Patrick Lo Giudice ein stillgelegtes Restaurant. Der Umbau der ehemaligen Gaststube wird zur grossen Herausforderung. Ein Jahr später ist das 350 Quadratmeter grosse Loft ein Bijou voller Kunst und Sammlerstücke. Dort veranstalten sie «Private Dinner» und empfangen erste Gäste.
Ausstrahlung: Donnerstag, 1. Januar 2026, 20.05 Uhr, SRF 1 oder hier unten
Die Folgen von 2025
Kein freies Gehen, kein Auslauf, kein Platz für natürliche Bewegung. Tag für Tag, Jahr für Jahr.
Es stellt sich die Frage, wie eine solche Haltung heute noch vertretbar sein kann. Tiere empfinden Stress, Schmerz und Enge – das ist wissenschaftlich längst belegt. Trotzdem werden sie weiterhin auf ein Minimum an Lebensraum reduziert, einzig mit dem Ziel der maximalen Produktion.
Wir würden es niemals akzeptieren, Menschen dauerhaft einzusperren und ihnen jede Bewegungsfreiheit zu nehmen. Warum also schauen wir weg, wenn genau das mit Tieren geschieht?
In einer modernen Gesellschaft sollte eine ganzjährige Anbindehaltung keinen Platz mehr haben. Es braucht klare Grenzen, echte Veränderungen und den Mut, Tierwohl über wirtschaftliche Interessen zu stellen.
Kühe sind Lebewesen. Wer sie hält, trägt Verantwortung – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ethisch.