Wintereinbruch: Zahlreiche Menschen verunfallen

Der Wintereinbruch hat am Wochenende schweizweit zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt. Im Raum Zürich wurde wegen des anhaltenden Schneefalls am Samstag der Busbetrieb eingestellt. Die Fluggesellschaft Swiss musste seit Anfang Jahr witterungsbedingt zudem fast hundert Flüge streichen.

sda |

«Winterwunderland Schweiz» schrieb das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteo Schweiz) am Sonntag auf dem Kurznachrichtendienst X: Zwischen Samstag- und Sonntagmorgen schneite es bis in tiefe Lagen.

Am Alpennordhang sowie im westlichen Jurabogen fielen verbreitet 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee. In den Glarner Alpen und im Alpstein wurden gar bis zu 70 Zentimeter registriert. Im Flachland fielen laut Meteo Schweiz ebenfalls verbreitet 1 bis 10, in einem Streifen vom Aargau bis in den Grossraum Zürich lokal bis 20 Zentimeter Neuschnee.

Prekäre Strassenverhältnisse

Der Wintereinbruch führte vielerorts zu schwierigen Strassenverhältnissen. Auf schneebedeckter Strasse wurden bei einem seitliche Frontalzusammenstoss zweier Autos in Bubendorf BL am Samstagabend sechs Personen verletzt.

Im Kanton St. Gallen etwa ereigneten sich von Samstagmittag bis Sonntagmorgen rund 30 Verkehrsunfälle. Fünf Personen wurden verletzt, darunter ein Kind, wie die Kantonspolizei mitteilte: In Rapperswil-Jona war ein Motorkarren bei Schneeräumungsarbeiten ins Rutschen geraten und hatte ein sechsjähriges Mädchen am Strassenrand erfasst. Weitere Personen wurden unter anderem bei Unfällen in den St. Galler Ortschaften Haag, Eggersriet und Kirchberg leicht verletzt.

Viele Verkehrsunfälle

Im Thurgau wurden am Samstagabend vier Personen bei drei Verkehrsunfällen leicht bis mittelschwer verletzt. Zwei von ihnen mussten ins Spital gebracht werden. Mehrere der betroffenen Autofahrer seien mit den Witterungsverhältnissen nicht zurecht gekommen, teilte die Polizei mit.

Der Aargauer Kantonspolizei wurden seit Samstagmorgen gar über 40 Verkehrsunfälle auf schneebedeckten Strassen gemeldet. In den meisten Fällen blieb es bei Sachschäden. Einzelne Beteiligte wurden leicht verletzt. Grösstenteils sei das Verschulden der Autofahrerinnen und Autofahrer gering gewesen. Allerdings stellte die Polizei auch fest, dass vereinzelte Fahrzeuge mit Sommerreifen unterwegs waren.

Auch aus dem Kanton Solothurn meldete die Polizei rund 20 Verkehrsunfälle aus zahlreichen Gemeinden zwischen Samstag- und Sonntagmorgen. Mehrheitlich waren die Unfälle laut der Polizei auf den Schneefall und die Eisglätte zurückzuführen. Auch die Glarner Kantonspolizei und die Polizei des Kantons Appenzell Ausserrhoden meldeten mehrere Verkehrsunfälle.

Swiss streicht fast hundert Flüge

In der Stadt Zürich kam bereits am Samstag der Busbetrieb auf dem Stadtgebiet und in der Agglomeration zeitweise zum Erliegen. Schnee und Glätte hätten zur Einstellung des gesamten Betriebs auf dem Stadtgebiet geführt, sagte eine VBZ-Sprecherin dazu auf Anfrage von Keystone-SDA.

Auch musste die Fluggesellschaft Swiss seit Anfang Jahr bis zum Samstagabend witterungsbedingt insgesamt 97 Flüge streichen, erklärte eine Sprecherin der Lufthansa-Tochter am Sonntag auf Anfrage. Insgesamt waren von den Flugausfällen rund 10'000 Passagiere betroffen.

Über alle am Flughafen in Kloten ZH ankommenden Flugzeuge hinweg rechnet die Airline am Samstag zudem mit einer durchschnittlichen Ankunftsverspätung von 1,5 Stunden. Gerade die bei der aktuellen Wetterlage notwendige Enteisung der Flugzeuge führe zu Verspätungen. Am Sonntag erwartete die Swiss keine weiteren Verspätungen. Auch am Genfer Flughafen Cointrin gab es am Samstag vereinzelte wetterbedingte Flugausfälle.

Lawinenniedergang in Flumserberg SG

Mit dem Schneefall erhöhte sich die Gefahr von Lawinenabgängen: Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF prognostizierte am Samstag für verschiedene Regionen der Schweiz die zweithöchste Gefahrenstufe gross (4 von 5).

In Flumserberg SG ging am Sonntagmorgen im Bereich Prodkamm eine Lawine nieder. Da unklar war, ob sich Personen in der Lawine waren, wurde eine aufwändige Suchaktion unter Beteiligung mehrerer Rettungsorganisationen wie der Rega und der Alpinen Rettung Ostschweiz eingeleitet.

Nach rund drei Stunden wurde die Suche abgebrochen. Aktuell bestünden keine Hinweise darauf, dass Personen verschüttet wurden, hiess es von der Polizei am Nachmittag.

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