
Schon bei Temperaturen ab etwa acht Grad Celsius werden die Zecken agil.
Erik Karits
Zecken sind schon lange nicht mehr nur im Sommer aktiv. Wie die Kampagnenleiter von zecken-stich.ch mitteilen, können sie bis in den späten Herbst und an milden Wintertagen aktiv bleiben. Die Kampagne wird von den Pharma-Unternehmen Pfizer AG und Verfora AG getragen.
Die so genannte Frühsommer Meningoenzephalitis (FSME) sei ein gutes Beispiel, warum der Name nicht immer Programm ist.
Zeckensaison endet längst nicht mehr im Sommer
Zecken werden nicht durch die Jahreszeit, sondern durch die Temperatur gesteuert. Bereits ab einer Temperatur von 5 bis 8 Grad Celsius können sie aktiv werden. Milde Herbst- und Wintertage – die in den letzten Jahren häufiger auftreten – verlängern ihre Aktivitätsphase deshalb über den Frühling und Sommer hinaus.
Fachstellen gehen davon aus, dass die klassische, klar abgegrenzte «Zeckensaison» zunehmend der Vergangenheit angehört und Zeckenschutz daher nahezu ganzjährig relevant wird. So kann man sich beispielsweise im Herbst bei Hundespaziergängen, Gartenarbeit, Herbstwanderungen, beim Pilzesammeln oder bei Velotouren von einer Zecke stechen lassen. Auch Haustiere können Zecken ins Haus bringen.
Durch einen Zeckenstich können Krankheitserreger von der Zecke auf den Menschen übertragen werden. Am häufigsten: Borreliose-Bakterien und FSME-Virus. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldet für das laufende Jahr 2026 bis im August bereits 6‘831 Borreliose- und 371 FSME-Fälle in der Schweiz.
Vorbeugen lohnt sich
Das Risiko eines Zeckenstichs kann mit einfachen Massnahmen reduziert werden, heisst es in der Mitteilung. Dazu gehören das Tragen von langen, geschlossenen Kleidungsstücken und geschlossenen Schuhen, die Verwendung von Zeckenschutzmitteln (Repellentien), das Meiden von Kontakt mit bodennahen Pflanzen sowie das sorgfältige Absuchen von Haut und Kleidung nach einem Aufenthalt im Freien.
Einer Erkrankung mit dem FSME-Virus könne zudem mit einer Impfung vorgebeugt werden. Gegen die anderen von Zecken übertragbaren Erkrankungen hingegen steht keine Schutzimpfung zur Verfügung. Ärzte und Apotheken bieten Beratungen zum Schutz vor Zecken und von ihnen übertragbaren Erkrankungen an.
-> Hier finden Sie weitere Informationen vom Bundesamt für Gesundheit