«Bauer, ledig, sucht»: Wenn die Chemie stimmt

Am Sonntagabend strahlte der TV-Sender 3+ die fünfte Folge von Bauer, ledig, sucht aus. Unsere Bloggerin Cornelia Fässler begleitet die 22. Staffel und nimmt die Geschehnisse genau unter die Lupe.

Cornelia Fässler |

Humor hilft in vielen Lebenslagen und der ein oder andere dürfte sich in dieser Sparte noch ein wenig üben. Und wo er schon vorhanden ist, stehen die Sterne gut.

Schwiegermutter im Sack

Drei Nüsse für Aschenbrödel bringt Herzen, Janine und Andreas zum Tanzen – und Putzlappen zum Fliegen. Beim Kuchenbacken für Mama Monika lässt Janine einen Geheimtipp fallen, wie Andreas die Schwiegermutter in Spe um den Finger wickeln könnte. Nur stellt sich die Frage: Braucht es diesen Tipp überhaupt noch?

Ich habe eher den Eindruck, Monika würde inzwischen alles daransetzen, dass Andreas bloss nicht wieder vom Hof verschwindet. Später wird es dann vertrauter: Andreas darf sein Massagekönnen auspacken und Janine schnurrt tatsächlich wie ein Kätzchen. Step by step wird aus vorsichtigem Herantasten immer mehr Nähe. Gebrannte Kinder brauchen schliesslich keine Schnellbleiche, sondern Zeit, Vertrauen – und vielleicht einen talentierten Masseur.

Händchen halten, Herz behalten

Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen… findet Astrid selbst beim Grasmähen noch genügend Gelegenheit, Friedli zu necken – und der geniesst ihre Aufmerksamkeit sichtlich. Die Arbeitsverteilung ist längst geregelt, nur scheint vor lauter Plaudern die Arbeit gelegentlich zur Nebensache zu werden.

Nach dem traditionellen Tannenbaumsetzen, diesmal mit Astrid an seiner Seite, ist Fridli offenbar so beflügelt, dass er kurzerhand ihre Hand nimmt. Ein kleines Detail mit ziemlich grosser Wirkung. Auch beim gemeinsamen Blumenkistli-Schreinern wird weiter Teamwork betrieben. Ein herziges Schauspiel, das die beiden da abliefern. Mein Eindruck: Sie geniessen nicht nur die gemeinsame Zeit, sondern auch die Aufmerksamkeit des anderen – und sind erstaunlich bereit, ihre Herzen zu öffnen. Falls sie das nicht längst heimlich getan haben.

Glitzerhut und Wellenlänge im Einklang

Die Pferdebäuerin stellt Benj vor eine Ponyreitchallenge und testet damit gleich Spontanität, Kreativität und Leidensfähigkeit. Beim Parcoursaufbau arbeiten die beiden Hand in Hand – Ideen gibt es selbstverständlicherweise mehr als Hindernisse. Ob Benjs Pony wohl auch so ein ausgeprägter Teamplayer ist?

Marie Anna gibt jedenfalls Vollgas. Beim Hobby-Horsing bekommt der Hofherr sogar einen glitzerglimmerschimmerblauen Hut verpasst und macht tapfer mit – auch wenn ich da einen sehr bekannten Finger in die falsche Richtung zeigen sah. Kaum ist das «Pony» gesattelt und die Stoppuhr läuft, sind Hut, Würde und mögliche Peinlichkeiten vergessen. Da darf die halbe Schweiz ruhig lachen. Grandios gemeistert! Später am See folgt dann die verdiente Revanche: Benj nimmt Marie Anna mit ins kalte Wasser. See hin oder her – bei der Wellenlänge liegen die beiden ziemlich genau richtig.

Herzklopfen mal anders

Einmal ist immer das erste Mal. Susanne darf beim Mulchen den Traktor übernehmen und lässt sich ihren Respekt erstaunlich wenig anmerken. Peters Erklärung scheint allerdings derart effizient gewesen zu sein, dass die Hofdame überfordert im Schneckentempo daher tuckert. Ob sie sich freiwillig nochmals in so ein Grossgerät setzt? Esel und Hühner liefern jedenfalls bessere Argumente.

Der nächste Knackpunkt wartet in der Küche: Wer gibt wann und wie gerne die Kontrolle ab? Vielleicht würde ein kleiner Schritt von beiden Seiten und ein Quäntchen weniger Ernsthaftigkeit von Peter bereits Wunder wirken. Denn sympathisch hin oder her – manchmal steht er sich doch ziemlich selbst im Weg.

Der mit den Zwiebelringen tanzt

Ein Ausflug für zwei Gleichgesinnte: Karina und Guido teilen den Blick fürs Schöne und geniessen das sichtlich in vollen Zügen. Doch einfach nur gemütlich herumzuschlendern wäre dann doch zu langweilig. Karina hat eine Pizzica-Tanzshow organisiert. Guido, seines Zeichens zweilinksfüssig, steht am Bühnenrand, beobachtet das wilde Treiben und ist vermutlich vor allem froh, nicht selbst Teil davon zu werden.

Heiss ums Herz wird es ihm dann doch – allerdings erst später, als die beiden gemeinsam den eigenen Pizzaofen einheizen. Zwiebelringe hin oder her: Beim Feuer scheint es zwischen den beiden jedenfalls deutlich besser zu knistern als auf der Tanzfläche.

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