«Hinter den Gummistiefeln steckt viel mehr»

schweizerbauer.ch stellt die Models des Bauernkalenders in ihrem Alltag vor und beleuchtet ihre Verbindung zur Landwirtschaft. Svenja zierte das Kalenderblatt des Monats April. Weshalb die Thurgauerin beim Bauernkalender mitmachte und was sie sich für die Landwirtschaft wünscht, lest Ihr im Interview.

blu |

Svenja, du bist Teil des Bauernkalenders. Wie fühlt sich das an?

Ehrlich gesagt, nicht speziell. Es ist aber cool, einmal auf einem Kalender zu sein.

Wieso hast du dich beim Bauernkalender beworben? Weshalb wolltest du dabei sein?

Das war reiner Zufall. Ich habe mich aus Jux beworben. Und zack, war ich mit dabei.

«Der Kalender zeigt, dass auch Bäuerinnen und Bauern Menschen mit Ausstrahlung sind.»

Svenja, Bauernkalender-Model 

Wie fühlt es sich an, vor der Kamera zu stehen?

Da ich öfters hinter der Kamera stehe, war es auch mal eine coole Erfahrung, die Perspektive zu wechseln. Besonders das lebendige Umfeld am Set und die Zusammenarbeit mit einem grossartigen Team stachen heraus. Es hat trotz Professionalität stets für eine lockere und angenehme Atmosphäre gesorgt.

Könntest du dir vorstellen, noch öfter als Model tätig zu sein?

Ich habe die Erfahrung beim Bauernkalender als sehr spannend empfunden. Aktuell sehe ich dies jedoch eher als ein einmaliges Projekt. Dennoch bin ich grundsätzlich offen und spontan. Wer weiss, welche Möglichkeiten sich in Zukunft noch ergeben.

Jetzt Bauernkalender 2027 bestellen

Der Bauernkalender 2027 gibt es – wie immer in einer Girls- und Boys-Version – zu kaufen. Der Kalender kostet 42 Franken.

-> Den Kalender könnt Ihr hier bestellen

Macht dir das nichts aus, wenn dich viele Menschen leicht bekleidet sehen?

Das macht mir nichts aus. Ich war immer bekleidet. Zudem habe ich mich am Set jederzeit wohl gefühlt. Wichtig war mir, dass die Bilder jugendfrei und respektvoll gestaltet sind.

Macht der Bauernkalender gute Werbung für die Schweizer Landwirtschaft?

Ob er gute Werbung für die Schweizer Landwirtschaft ist, darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Vorurteile gibt es so oder so. Diese lassen sich kaum ganz vermeiden. Gleichzeitig zeigt der Kalender, dass auch Bäuerinnen und Bauern Menschen mit Ausstrahlung sind. Hinter den Gummistiefeln steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Und ehrlich gesagt: Wer schaut nicht gerne schöne, selbstbewusste Menschen an?

«Ich bin auf dem Hof aufgewachsen. So hatte ich von klein auf Einblick in viele Bereiche der Landwirtschaft.»

Svenja, Bauernkalender-Model 

Was denkst du: Wie wirst du deine Teilnahme in 10 Jahren beurteilen?

Ich bin gespannt, ob man sich in zehn Jahren noch daran erinnern wird. Unabhängig davon stehe ich voll und ganz zu meiner Teilnahme und zu dem, was ich gemacht habe.

Weshalb sollte man sich beim Bauernkalender bewerben?

Eine Bewerbung für den Bauernkalender bietet die Möglichkeit, die Schweizer Landwirtschaft aus einer anderen Perspektive zu zeigen, Aufmerksamkeit für den Beruf zu schaffen und mit Stolz zu zeigen, wer hinter der täglichen Arbeit auf dem Hof steht. Gleichzeitig ist es eine persönliche Erfahrung, die das Selbstvertrauen stärkt und neue Einblicke sowie Begegnungen ermöglicht.

Bauernkalender 2028

Das Casting für die Ausgabe 2027 ist abgeschlossen. Für den Bauernkalender 2028 kannst du dich aber bereits jetzt anmelden. Das  Anmeldeformular findest du hier

Wie ist deine Beziehung zur Landwirtschaft? Bist du auf einem Hof aufgewachsen?

Ich bin auf dem Hof aufgewachsen, den mein Grossvater aufgebaut und mein Vater später übernommen hat. So hatte ich von klein auf Einblick in viele Bereiche der Landwirtschaft: Milchkühe, Kälbermast, Schweinehaltung, Mutterschweine, Ackerbau sowie Tafel- und Mostobst. Auch Arbeiten im Lohnunternehmen habe ich kennengelernt, sodass ich ein breites Verständnis für die Vielfalt und die Herausforderungen des landwirtschaftlichen Alltags entwickeln konnte.

Wie sieht dein Alltag momentan aus, was machst du beruflich?

Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Ursprünglich habe ich die Ausbildung zur Zweirad- und Motorradmechanikerin absolviert. Vor dem Kinderwunsch habe ich die Handelsschule angefangen und hochschwanger erfolgreich abgeschlossen. Seit 15 Jahren arbeite ich bei der Dasimoto AG, mittlerweile in Teilzeit als «Mädchen für alles» – von der Werkstatt über den Verkauf bis hin zur Buchhaltung. Zusätzlich leite ich das Sekretariat des «2rad Thurgau», was mir ermöglicht, mich in der Branche weiter zu vernetzen und mein Wissen einzubringen.

«Das Bild der Bäuerinnen und Bauern in der Öffentlichkeit ist nach wie vor stark von Klischees geprägt.»

Svenja, Bauernkalender-Model 

Könntest du dir vorstellen, in der Landwirtschaft tätig zu sein?

Ja, auf jeden Fall. Wie bereits erwähnt, bin ich auf einem Hof aufgewachsen. Die Landwirtschaft liegt mir seit jeher am Herzen und ist ein wichtiger Teil meiner Identität. Welche Wege die Zukunft noch bereithält, wird sich zeigen.

Wie beurteilst du das Bild der Bäuerinnen und Bauern in der Öffentlichkeit?

Das Bild der Bäuerinnen und Bauern in der Öffentlichkeit ist nach wie vor stark von Klischees geprägt. Viele denken dabei vor allem an Direktzahlungen, harte Arbeit auf dem Feld oder klassische Rollenbilder, während die Vielfalt, Professionalität und Kreativität, die hinter einem Hof steckt, oft übersehen wird. Meiner Ansicht nach ist es wichtig, diese Realität sichtbar zu machen. Landwirtinnen und Landwirte sind engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer, die mit Herz, Fachwissen und Innovationsgeist arbeiten.

Wo siehst du bei der Landwirtschaft Potenzial?

Ich sehe viel Potenzial in der Landwirtschaft, besonders wenn es darum geht, traditionelle Werte mit neuen Ideen zu verbinden. Nachhaltige Produktion, Regionalität und hochwertige Produkte gewinnen immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig eröffnen neue Technologien und innovative Betriebsformen Möglichkeiten, effizienter zu arbeiten und gleichzeitig die Qualität zu steigern.

Sollte man die Landwirtschaft stärker unterstützen?

Ja, die Landwirtschaft sollte stärker unterstützt werden. Insbesondere darin, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Hof, Land und Tiere. Regeln und Vorschriften sind zwar teilweise notwendig, nehmen aber inzwischen oft überhand und erschweren den Alltag unnötig. Eine Entlastung in diesem Bereich würde Landwirtinnen und Landwirten ermöglichen, sich wieder stärker auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren.

«Aber am Ende zählt, dass man sich selbst wohlfühlt und so akzeptiert, wie man ist.»

Svenja, Bauernkalender-Model 

Was wünscht du dir für die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft?

Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder mehr Wert darauf legen, wo ihr Essen herkommt. Es wäre schön, wenn wir wieder ein stärkeres Bewusstsein für Saisonalität und Regionalität entwickeln würden. Zum Beispiel zu erkennen, dass es im Dezember keine frischen Erdbeeren gibt. Mein Wunsch ist es, dass wir bewusster leben und die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte wieder mehr anerkennen. Aus diesem Grund bin ich Agrarscout, also als Botschafterin der Schweizer Landwirtschaft, an Messen und Events unterwegs. Wir schaffen mehr Verständnis und Vertrauen in die Landwirtschaft in der Bevölkerung. Denn wer sich gegenseitig versteht, vertraut sich.

Wie wichtig ist gutes Aussehen deiner Meinung nach im Leben?

Klar, gut aussehen schadet nie und macht es erst mal einfacher. Aber für mich ist entscheidend, dass es nicht der einzige Massstab ist. Persönlichkeit, Kompetenz und Ausstrahlung sind ebenso wichtig und prägen den Gesamteindruck weit stärker als das Äussere allein.

Ist gutes Aussehen bei Frauen wichtiger als bei Männern?

Ich denke nicht. Klar, es fällt auf. Aber am Ende zählt, dass man sich selbst wohlfühlt und so akzeptiert, wie man ist. Egal, ob Mann oder Frau.

Auf was achtest du bei einem Mann als Erstes?

Ganz klar auf die Ausstrahlung. Danach achte ich auf Hände und Körperbau. Letztlich gibt es kein richtig oder falsch, entscheidend ist immer der Gesamteindruck.

Landwirtschaft ist… Leidenschaft. Sie ist die Grundlage unserer Ernährung, verbindet Tradition mit Innovation und erfordert Herzblut, Wissen und Verantwortung für Tiere, Boden und Umwelt.

Bauernkalender ist… für mich eine tolle Möglichkeit, die Landwirtschaft von einer menschlichen und nahbaren Seite zu zeigen. Er verbindet die harte Arbeit auf dem Hof mit Persönlichkeit, Ausstrahlung und Engagement der Landwirtinnen und Landwirte und macht so Lust, sich für diesen Beruf zu interessieren.

Zur Person

Dein erlernter Beruf: Zweirad & Motorradmechanikerin

Den Beruf, den du heute ausübst: Motorradmechanikerin

Lieblingsessen: Reis Casimir

Hobby: Einachserrennen, Guggenmusik, Skifahren, Tanzen, Wandern, Fotografieren

Lebensmotto/Spruch: «Das Leben atmet ein und aus, auch nach dem Tief kommt wieder ein Hoch.»

×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

→ Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Ernährungsinitiative: Ja oder Nein?

29.3 % Ja
67.6 % Nein
1.8 % Mir egal
0.9 % Gehe nicht abstimmen
0.5 % Weiss noch nicht

Teilnehmer insgesamt 222

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?