«Ich wünsche mir mehr Wertschätzung und weniger Bürokratie»

schweizerbauer.ch stellt die Models des Bauernkalenders in ihrem Alltag vor und beleuchtet ihre Verbindung zur Landwirtschaft. Christian zierte das Kalenderblatt des Monats Februar. Weshalb der Glarner beim Bauernkalender mitmachte und was sie sich für die Landwirtschaft wünscht, lest Ihr im Interview.

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Christian, du bist Teil des Bauernkalenders. Wie fühlt sich das an?

Es ist schön, bei einem solch tollen Projekt mitwirken zu dürfen.

Wie hat deine Familie reagiert?

Sie sind stolz und freuen sich für mich.

Wie fühlte es sich an, vor der Kamera zu stehen?

Es war eine schöne und spezielle Erfahrung. Eine Portion Nervosität gehörte dazu.

Wieso hast du dich beim Bauernkalender beworben? Weshalb wolltest du dabei sein?

Ursprünglich war mein Mundwerk schneller, als meine Freunde mir sagten, dass der Bauernkalender noch Models sucht. Nach meinem Ja gaben sie zum Glück keine Ruhe mehr.

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Könntest du dir vorstellen, noch öfter als Model tätig zu sein?

Ja, warum auch nicht.

Macht dir das nichts aus, wenn dich viele Menschen leicht bekleidet sehen?

Am See oder auf dem Feld sehen sie mich ja auch so oder mit noch weniger Bekleidung. (lacht)

Macht der Bauernkalender gute Werbung für die Schweizer Landwirtschaft?

Auf jeden Fall! Einerseits sind alle Altersgruppen vertreten. Andererseits zeigt der Kalender, dass sich sowohl die Bäuerinnen als auch die Bauern sehen lassen können. Ebenfalls repräsentiert er die Vielfalt in der Landwirtschaft.

Was denkst du: Wie wirst du deine Teilnahme in 10 Jahren beurteilen?

Da es nicht mehr so lange geht, bis die 10 Jahre voll sind, werde ich mit einem Lächeln und vielen positiven Eindrücken daran zurückdenken.

Und weshalb sollte man sich beim Bauernkalender bewerben?

Eine Teilnahme ist etwas ganz Spezielles. Das Team ist wirklich super. Sie geben sich grosse Mühe, damit man sich rundum wohlfühlt. Ausserdem kann man doch stolz sein, wenn man es in den Kalender geschafft hat und die Landwirtschaft auf solch eine schöne Art vertreten kann.

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Wie ist deine Beziehung zur Landwirtschaft? Bist du auf einem Hof aufgewachsen?

Mein Vater ging oft reiten. Da durften meine Geschwister und ich ihn ab und zu begleiten. Danach hatte ich zuerst ein Pflegepferd, später ein eigenes Pferd. Vor rund 3,5 Jahren habe ich einen Gnadenhof gegründet, auf dem sich nun 14 Schafe und 5 Ziegen wohlfühlen. Also ich hoffe es. Hauptsächlich sind es Lämmer, die keine Überlebenschancen haben. Diese nehme ich auf, ziehe sie mit der Flasche gross und gebe ihnen einen Lebensplatz.

Wie sieht dein Alltag momentan aus, was machst du beruflich?

Hauptberuflich bin ich selbständiger Allrounder. Vor der Arbeit gehört der Besuch der Tiere an erster Stelle. Ich kontrolliere, ob genügend Wasser und Futter vorhanden sind und ob es ihnen gut geht. Anschliessend gehe ich zur Arbeit. An freien Tagen bin ich oft bei den Tieren, zäune neue Wiesen ein und bearbeite die Flächen, die sie bereits abgegrast haben.

Könntest du dir vorstellen, in der Landwirtschaft tätig zu sein?

Ich könnte nicht in der traditionellen Landwirtschaft arbeiten, da die Tiere am Schluss zum Schlachter müssten, was mir das Herz brechen würde. Eine Landwirtschaft mit Obst und Gemüse, wo ich auch den Gnadenhof betreiben könnte, wäre aber sehr gut vorstellbar. Ich möchte betonen, dass ich grössten Respekt vor den Landwirtinnen und Landwirten habe, die diesem wichtigen Beruf nachgehen.

Wie beurteilst du das Bild der Bäuerinnen und Bauern in der Öffentlichkeit?

Sie werden zu wenig wahrgenommen. Und oft nur negativ, beispielsweise wenn sie am Sonntag oder in der Nacht arbeiten. Leider vergessen die Leute, dass ein Traktor auf der Strasse kein Hindernis ist, sondern dazu beiträgt, dass die Bevölkerung etwas Leckeres auf dem Teller hat.

Wo siehst du bei der Landwirtschaft Potenzial?

In der Vermarktung. Die Bevölkerung sollte bei Produkten nicht nur auf den Preis schauen, sondern auch auf die Herkunft. Auch in der Schule geht die Landwirtschaft komplett unter. Früher halfen die Schüler noch beim Heuen. Die Landwirtschaft sollte auch im Lehrplan einen Platz finden. Beispielsweise: Wie wird Weizen angebaut und wie entsteht daraus Brot?

Sollte man die Landwirtschaft stärker unterstützen?

Definitiv! Es gibt immer mehr Bürokratie, auch in der Landwirtschaft. Man sollte unseren Landwirten mehr Zeit geben, ihrem Beruf nachzugehen, und ihnen nicht immer mehr Regeln und Gesetze auferlegen. Ebenfalls sollten die Produkte der Schweizer Landwirtschaft besser geschützt werden. Sie sollten nicht durch ausländische Produkte konkurrenziert oder ersetzt werden.

Was wünscht du dir für die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft?

Ich wünsche mir mehr Unterstützung und Akzeptanz aus der Bevölkerung und der Politik. Es braucht weniger Bürokratie, dafür mehr Toleranz und Wertschätzung.

Wie wichtig ist gutes Aussehen deiner Meinung nach im Leben?

Das schönste Aussehen erreicht man mit Ausstrahlung, Ehre und einem guten Herzen. Aber auch Charisma gehört dazu. Denn das äussere Aussehen ist vergänglich.

Ist gutes Aussehen bei Frauen wichtiger als bei Männern?

Nein. Frauen wie Männer können sich pflegen und an ihrer Ausstrahlung und ihrem Charisma arbeiten. Es braucht keinen Farbkasten und keine Operationen.

Auf was achtest du bei einem Mann als Erstes?

Auf seine Ausstrahlung, dass er gepflegt ist, und auf die Augen.

Landwirtschaft ist … … einer der wichtigsten Pfeiler unserer Gesellschaft für Gesundheit, Ernährung, Moral und Erfolg.

Bauernkalender ist … … ein wunderschöner Einblick in die Vielfältigkeit der Menschen und ihrer Arbeit.

Zur Person

Dein erlernter Beruf: Krankenpfleger

Den Beruf, den du heute ausübst: Handwerklicher Allrounder

Lieblingsessen: Käse, Eier und vegetarisch

Hobby: Mein Gnadenhof, bei den Tieren sein, die Arbeit, Feuerwehr, gemütlich was essen gehen, die Natur, Spaziergang, wandern, einfach was unternehmen, Sonnenuntergänge und Aufgänge, gemütlich entspannen.

Lebensmotto/Spruch: «Öffne den Veränderungen deine Arme. Verliere dabei nie deine eigenen Werte aus den Augen. Wende dein Gesicht der Sonne zu. So fallen die Schatten hinter dich.»

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