
Alessia wohnt im Kanton Zürich. Sie wünscht sich, dass die Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte fair honoriert wird.
Calendaria
Alessia, du bist Teil des Bauernkalenders. Wie fühlt sich das an?
Ganz ehrlich? Nicht viel anders. Viele erkennen mich im Alltag kaum wieder, da ich meistens ungeschminkt bin oder mich nur sehr natürlich schminke. Umso mehr habe ich mich über die vielen positiven Rückmeldungen von Menschen gefreut, die mich kennen und mir auf Instagram folgen.
Wieso hast du dich beim Bauernkalender beworben? Weshalb wolltest du dabei sein?
Die Idee zur Teilnahme entstand aus einer Challenge. Bei der ging es darum, ob ich es in den Kalender schaffen würde.
Wie fühlt es sich an, vor der Kamera zu stehen?
Damit habe ich keine Probleme, da ich bereits öfter private Shootings hatte. Ich kenne den ungefähren Ablauf und weiss, wie man sich vor der Kamera bewegt und posiert.

Die 27-Jährige stand bereits öfters vor der Kamera.
Privat
Könntest du dir vorstellen, noch öfter als Model tätig zu sein?
Ich denke, es kommt ganz darauf an, zu welchem Zweck und unter welchen Bedingungen.
Macht dir das nichts aus, wenn dich viele Menschen leicht bekleidet sehen?
Nein. In der Badi ist man ja auch nicht weniger freizügig unterwegs. Für mich kommt es beim Shooten darauf an, ob das Bild authentisch wirkt oder billig ist. Aber letztlich hat jede und jeder seine eigene Meinung dazu.
Macht der Bauernkalender gute Werbung für die Schweizer Landwirtschaft?
Der Bauernkalender gibt der Landwirtschaft ein Gesicht und eine Stimme. Er zeigt, dass hinter jedem Hof echte Persönlichkeiten, harte Arbeit und viel Leidenschaft stehen. Der Kalender zeigt Bäuerinnen und Bauern als stolze, selbstbewusste, bodenständige und moderne Personen.
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Der Bauernkalender 2027 gibt es – wie immer in einer Girls- und Boys-Version – zu kaufen. Der Kalender kostet 42 Franken.
Was denkst du: Wie wirst du deine Teilnahme in 10 Jahren beurteilen?
Ich denke positiv – das Leben ist zu kurz, um sich mit der Vergangenheit aufzuhalten. Ich bin der Meinung, dass man für jeden Tag dankbar sein sollte und sich nicht von Ängsten zurückhalten lassen darf. Stattdessen sollte man das tun, was einen glücklich macht und erfüllt. Fehler gibt es für mich nicht, solange sie nicht böswillig entstehen. Sie führen zu Erfahrungen und Wissen und gehören zum Leben dazu.
Weshalb sollte man sich beim Bauernkalender bewerben?
Es ist eine total coole Erfahrung, einmal hinter die Kulissen schauen zu dürfen. Es wird mit Frisuren, Make-up, Kleidung und Licht gearbeitet. Die Bilder sind authentisch – nicht gestellt und nicht zu stark bearbeitet. Die Bilder sagen: Das bin ich, in meiner vollen Naturschönheit. Jede Narbe und jedes kleine Pölsterchen darf gesehen werden, denn genau das unterscheidet uns von anderen Menschen und macht uns als Individuen auf unsere eigene Weise schön.
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Das Casting für die Ausgabe 2027 ist abgeschlossen. Für den Bauernkalender 2028 kannst du dich aber bereits jetzt anmelden. Das Anmeldeformular findest du hier
Wie ist deine Beziehung zur Landwirtschaft? Bist du auf einem Hof aufgewachsen?
Aktuell haben wir in meiner Familie Pferde, Hasen, Hühner, Hunde und Katzen. Früher lebten auf unserem kleinen Hof auch Ziegen, Schafe und Gänse. Ausserdem habe ich eine Zeit lang als Aushilfe im Gartenbau gearbeitet. Der Wunsch nach einem eigenen Hof ist nach wie vor vorhanden.
Wie sieht dein Alltag momentan aus, was machst du beruflich?
Ich arbeite als Fachfrau Gesundheit und befinde mich zusätzlich in der Ausbildung zur pferdegestützten Therapeutin. Besonders am Herzen liegen mir Reiterinnen und Reiter, die nach einem Unfall Angst entwickelt haben und wieder Vertrauen in sich selbst und ihr Pferd finden möchten. Ebenso begleite ich Menschen, die dem Stress des Alltags entfliehen und in der Begegnung mit dem Pferd Ruhe und neue Kraft finden wollen.

Alessia liebt die Arbeit mit Pferden.
Privat
Könntest du dir vorstellen, in der Landwirtschaft tätig zu sein?
Ja, auf jeden Fall – mit all den Vor- und Nachteilen, die es mit sich bringt! Mein Traum wäre es, einen Hof mit Western-Touch zu bewirtschaften.
Wie beurteilst du das Bild der Bäuerinnen und Bauern in der Öffentlichkeit?
Das öffentliche Bild ist oft widersprüchlich. Einerseits geniessen Bäuerinnen und Bauern grosses Vertrauen, stehen für Regionalität, Tradition und Naturverbundenheit. Andererseits wird ihre Arbeit häufig vereinfacht dargestellt oder kritisch beurteilt, ohne die komplexen Rahmenbedingungen zu kennen, unter denen sie arbeiten. Viele Leistungen bleiben unsichtbar. Das ist schade.

Alessia macht gerne Ausritte.
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Wo siehst du bei der Landwirtschaft Potenzial?
Grosses Potenzial liegt meiner Meinung nach in der Nähe zur Gesellschaft: Transparenz, Direktvermarktung, Bildung und Dialog. Auch Innovationen in Nachhaltigkeit, Biodiversität, Tierwohl und Digitalisierung bieten Chancen. Landwirtschaft kann Vorreiterin sein – ökologisch, sozial und wirtschaftlich.
Sollte man die Landwirtschaft stärker unterstützen?
Ja, unbedingt! Landwirtschaft leistet weit mehr als Lebensmittelproduktion: Sie pflegt Kulturlandschaften, sichert die Ernährung, erhält ländliche Räume und trägt Verantwortung für kommende Generationen. Diese Leistungen müssen gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich fair honoriert werden.

Alessia hat eine Zeit lang als Aushilfe im Gartenbau gearbeitet.
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Was wünscht du dir für die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft?
Ich wünsche mir eine Landwirtschaft, die wertgeschätzt wird – mit fairen Preisen. Eine Landwirtschaft, in der junge Menschen Perspektiven sehen, Innovation möglich ist und Tradition respektiert wird. Und eine Gesellschaft, die versteht, dass nachhaltige Ernährung ihren Wert hat.
Wie wichtig ist gutes Aussehen deiner Meinung nach im Leben?
Meine Gesundheit ist mir sehr wichtig. Ein schönes Aussehen bringt mir nichts, wenn es meinem Körper und meinem Geist nicht gut geht. Ich habe gelernt, dass Äusserlichkeiten oft nur oberflächlich sind – viel entscheidender ist, wie es in einem selbst aussieht.
Kannst du das ausführen?
Ein Mensch, der zufrieden und glücklich ist, strahlt das auch aus. Selbstwert und Selbstbewusstsein spielen dabei eine grosse Rolle, denn sie machen einen Menschen auf natürliche Weise attraktiv. Attraktiv zu sein bedeutet nicht, nur bildhübsch zu sein, sondern zeigt sich auch in der Art, wie man geht, spricht, denkt und wie man anderen Menschen begegnet. Das äussere Erscheinungsbild zu verändern ist vergleichsweise leicht. Das Innere in sich selbst zu verändern ist deutlich schwerer, aber umso bedeutsamer.

Das handwerkliche Arbeit liegt Alessia.
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Ist gutes Aussehen bei Frauen wichtiger als bei Männern?
Früher hätte ich diese Frage klar mit Nein beantwortet. Doch unser Gesellschaftsbild hat sich stark verändert. Deshalb sage ich heute: Es kommt ganz auf den einzelnen Menschen an, auf seinen Charakter, seine Prioritäten und darauf, ob ihm ein äusseres Erscheinungsbild oder ein guter Charakter wichtiger ist.
Auf was achtest du bei einem Mann als Erstes?
Mich überzeugen zuerst ein schönes Lächeln und eine gute Ausstrahlung. Intellekt, Bodenständigkeit und Treue zu den eigenen Werten sind mir wichtiger als Äusserlichkeiten.
Zur Person
Dein erlernter Beruf: Fachfrau Gesundheit (FaGe)
Den Beruf, den du heute ausübst: Fachfrau Gesundheit (FaGe)
Lieblingsessen: Alles
Hobby: Wanderritte und Pole Dance
Lebensmotto/Spruch: «Die Träume, die du im Herzen trägst, sind aus einem bestimmten Grund dort – lass sie frei und lebe sie!»