
Trotz kühler Temperaturen fühlte sich die Schwyzerin Michaela Steiner bei den Kälblein sofort wohl.
Susanne Künsch
«Während des Shootings habe ich die Kälte gar nicht gespürt», sagt Michaela Steiner. «Wahrscheinlich war mein Adrenalinspiegel zu hoch», mutmasst die 22-jährige Schwyzerin, die sich mit knackigen Shorts und einem leichten Oberteil bei den Kälblein sichtlich wohlfühlt. Kein Wunder, die gelernte Verkäuferin ist auf einem Hof mit Kälbermast aufgewachsen und hilft in ihrer Freizeit immer noch tatkräftig mit. «Für mich ist die Arbeit auf dem Hof nicht wirklich Arbeit, sondern mehr ein Hobby.»
Leidenschaft und Hingabe
Angemeldet zum Bauernkalender-Shooting hat sie jedoch ihr Freund, der beim Durchblättern des letztjährigen Kalenders fand: «Doch, Michaela würde doch gut in den Kalender passen.» Gesagt, getan, und prompt wurde sie nach einem vorgängigen Casting für den Kalender ausgewählt.

Die anfängliche Nervosität legte sich beim Wahl-Bündner Massimo Baleno nach ein paar Shootings merklich.
Susanne Künsch
«Ich finde, mit diesem Shooting wird für einmal ein anderer Blick auf die Landwirtschaft gewährt, so nach dem Motto: Landwirtschaft ist nicht nur strenge körperliche Arbeit, sondern auch Leidenschaft und Hingabe», sagt die Schwyzerin. Landwirtschaft hat in ihren Augen mehr Wertschätzung verdient, denn schliesslich ernähre sie die Menschen. Darum sei wichtig, diese Werte auch der jungen Generation zu vermitteln und weiterzugeben.
Ein Tessiner mit Bündner Dialekt
«Für die diesjährige Ausgabe des Bauernkalenders haben wir ein neues Konzept entwickelt, und zwar wird das Format ein anderes sein, will heissen, nicht mehr Querformat, sondern Hochformat, und im Zentrum steht das Model», sagt Fabian Diener, Geschäftsführer von Calendaria. Man wolle Menschen, die sonst im Hintergrund seien, in den Vordergrund rücken.

Die anfängliche Nervosität legte sich beim Wahl-Bündner Massimo Baleno nach ein paar Shootings merklich.
Susanne Künsch
Massimo Balena ist einer der 12 Männer, die den Bauernkalender je einen Monat zieren werdend. Ursprünglich aus Bellinzona TI, spricht er erstaunlicherweise astreinen Bündner Dialekt. «Gleich nach der Schule habe ich auf einem Betrieb in Bergün GR meine landwirtschaftliche Ausbildung begonnen», erzählt der 29-Jährige. Der Anfang sei sehr hart gewesen, denn er habe kein Wort Deutsch gesprochen. Das nächste Mal würde er vorher die Sprache lernen.
«Es ist ein Berufszweig, bei dem man nie ausgelernt hat. Es gibt immer wieder Neues zu lernen und zu entdecken.»
Neue Erfahrung
Eigentlich wollte Massimo Balena Schreiner werden, aber dann hätte er die Sommermonate nicht mehr auf der Alp im Gotthardgebiet verbringen können. Und so entschied er sich für einen Berufsweg in der Landwirtschaft. «Es ist ein Berufszweig, bei dem man nie ausgelernt hat. Es gibt immer wieder Neues zu lernen und zu entdecken.»
Im Moment arbeitet er auf einem Mutterkuhbetrieb in Klosters GR. Angemeldet für den Bauernkalender hat ihn seine Freundin. Ja, natürlich werde im Kollegenkreis kräftig gewitzelt über seine Teilnahme, gibt er lachend zu, aber es mache ihm Spass, und es sei eine neue Erfahrung. Auch er meistert seinen Auftritt mit dem Pferd auf der Wiese vor dem Hof Seeheim in Küssnacht am Rigi LU bei jedem neuen Shooting sichtlich lockerer, bevor er die zweistündige Autofahrt zurück ins Bündnerland unter die Räder nimmt.
«Aus Jux angemeldet»
Bevor das Shooting beginnt, werden die Models von der Visagistin Claudia Röhner dezent geschminkt. Eine ganz neue Erfahrung für Corinne Schwytter aus Appenzell Innerrhoden. Zusammen mit ihrem Mann und fünf Kindern betreibt sie einen Milchwirtschaftsbetrieb in Waldstatt AR auf 980 Meter über Meer in der Bergzone II. Neben der Arbeit auf dem Hof arbeitet die 36-Jährige in Teilzeit als Lokführerin. «Ich habe mich aus Jux angemeldet und eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich tatsächlich genommen werde», sagt die gelernte Bäckerin/Konditorin. Ihr Shooting wird mit Kühen stattfinden, da fühlt sie sich wohl.
«Der Mann muss die Frau wertschätzen und umkehrt. Der Hof ernährt uns beide, so sollen auch alle Pflichten gemeinsam getragen werden.»
Jeder Kandidat darf selbst seine Wünsche anbringen, wie er in Szene gesetzt werden und wie leicht oder auch nicht leicht bekleidet er abgelichtet werden möchte. Zudem wird jedem Teilnehmer eine kleine Entschädigung ausbezahlt.

Corinne Schwytter wird für ihr Shooting geschminkt, eine ungewöhnliche Erfahrung für die Appenzell Ausserrhoderin
Susanne Künsch
«Der Bauernkalender wirkt dem klassischen Bild vom Bauern entgegen und zeigt, dass wir normale Menschen sind und auch gepflegt sein können.» Gleichberechtigte Partner zu sein mit denselben Rechten und Pflichten auf dem Hof und in der Familie, ist der Appenzellerin wichtig. «Der Mann muss die Frau wertschätzen und umkehrt. Der Hof ernährt uns beide, so sollen auch alle Pflichten gemeinsam getragen werden.»
Wollt auch Ihr Shootingerfahrungen sammeln und im Bauernkalender erscheinen? Meldet Euch fürs Casting 2028 an. Das Anmeldeformular findest du hier
Der Bildkalender 2027 kostet 42 Franken und kann ab Ende August auf bauernkalender.ch bestellt werden. mgt