«Schon als Teenager war ich gerne unter, neben und bei den Kühen»

schweizerbauer.ch stellt die Models des Bauernkalenders in ihrem Alltag vor und beleuchtet ihre Verbindung zur Landwirtschaft. Anja zierte das Kalenderblatt des Monats Mai. Weshalb die Bernerin beim Bauernkalender mitmachte und was sie sich für die Landwirtschaft wünscht, lest Ihr im Interview.

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Anja, du bist Teil des Bauernkalenders. Wie fühlt sich das an?

Irgendwie gut. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass ich es in den Bauernkalender schaffen werde.

Wieso hast du dich beim Bauernkalender beworben? Weshalb wolltest du dabei sein?

Im Leben muss man Neues ausprobieren. Wenn man es nicht versucht, weiss man nicht, ob man es schaffen kann. Grundsätzlich wollte ich mir selbst auch etwas beweisen, da ich mehrere Jahre magersüchtig war. Ich dachte mir: «Mit diesem Shooting kannst du dir selbst beweisen, dass du gut bist, wie du bist.»

«Sieht man in einer öffentlichen Badi nicht vielleicht noch mehr?»

-Anja

Wie fühlt es sich an, vor der Kamera zu stehen?

Es war eine interessante Erfahrung. Für mich war bereits beim Shooting klar: Es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich vor einer Kamera stehen werde.

Könntest du dir vorstellen, noch öfter als Model tätig zu sein?

Auf jeden Fall! Andere bezeichnen dies vielleicht als arrogant, ich nenne es Selbstliebe. (schmunzelt)

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Macht dir das nichts aus, wenn dich viele Menschen leicht bekleidet sehen?

Sieht man in einer öffentlichen Badi nicht vielleicht noch mehr? Auf meinem Foto im Bauernkalender ist nun wirklich nicht allzu viel zu sehen. Inzwischen habe ich private Fotoshootings gemacht, bei denen mehr zu sehen ist.

Macht der Bauernkalender gute Werbung für die Schweizer Landwirtschaft?

Meiner Meinung nach zeigt der Bauernkalender authentische Bilder und widerspiegelt die Schweizer Landwirtschaft. Mein Foto im Garten und mit den wunderschönen Blumen zeigt auch eine Tätigkeit, die Bäuerinnen ausüben. Wir alle brauchen zwischendurch eine Pause.

«Ich war «angefressen» von den Tieren und habe schon früh den Stall selbst gemacht.»

Anja

Was denkst du: Wie wirst du deine Teilnahme in zehn Jahren beurteilen?

Ich werde sicher lächeln und mir denken, wie jung ich damals noch ausgesehen habe. (lacht)

Weshalb sollte man sich beim Bauernkalender bewerben?

Man kann nichts falsch machen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wer einmal vor der Kamera stehen möchte und einen Bezug zur Landwirtschaft hat, soll sich unbedingt bewerben. Es ist ein grossartiges Team mit tollen Ideen und einer riesengrossen Hilfsbereitschaft.

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Wie ist deine Beziehung zur Landwirtschaft? Bist du auf einem Hof aufgewachsen?

Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen. Zu Beginn hatten wir noch Milchkühe, dann stellten meine Eltern auf Mutterkühe um. Schon als Teenager war ich gerne unter, neben und bei den Kühen. Ich war «angefressen» von den Tieren und habe schon früh den Stall selbst gemacht. Plötzlich hatte ich aber genug und ging auf meine Wanderjahre, bis ich im Herbst 2024 wieder zurückgefunden habe. Seit Dezember 2024 bewohnen unsere Kühe nun einen Laufstall – eine grosse Arbeitserleichterung.

Wie sieht dein Alltag momentan aus, was machst du beruflich?

Ich arbeite in einem Sporthotel an der Lenk und bin für die Rezeption verantwortlich. Zudem habe ich eine Ausbildung zur eidgenössisch diplomierten Masseurin begonnen.

«Wären nicht alle Bäuerinnen und Bauern mit Leib und Seele dabei, ginge es nicht.»

Anja

Könntest du dir vorstellen, in der Landwirtschaft tätig zu sein?

Derzeit kann ich mir das gut vorstellen. Trotzdem weiss man nie, was das Leben noch so bereithält. Ich nehme es, wie es kommt, und gehe Schritt für Schritt. Wenn ich eines gelernt habe, dann das, dass man nicht alles gleichzeitig machen und nichts überstürzen sollte.

Wie beurteilst du das Bild der Bäuerinnen und Bauern in der Öffentlichkeit?

Zum Glück repräsentieren immer mehr Bäuerinnen die Landwirtschaft. Denn ganz ehrlich: Vieles geschieht zwar im Hintergrund, und trotzdem helfen die Frauen viel, geben Gas, sind für das leibliche Wohl zuständig und kümmern sich um die Kinder.

Wo siehst du bei der Landwirtschaft Potenzial?

Bei der Anerkennung der Arbeit von Landwirtinnen und Landwirten. Ohne die Landwirtschaft würde unsere Landschaft nicht so gepflegt aussehen. Wären nicht alle Bäuerinnen und Bauern mit Leib und Seele dabei, ginge es nicht. Weiter sehe ich beim Agrotourismus grosses Potenzial. Er entspricht den Trends zu Nachhaltigkeit und Regionalität. Gäste erhalten zudem einen Einblick in den landwirtschaftlichen Alltag und können aktiv mithelfen.

«Es müssen alle Akteure zusammenarbeiten, um das Verständnis für die Landwirtschaft zu fördern und niemanden zu übergehen.»

Anja

Sollte man die Landwirtschaft stärker unterstützen?

Auf jeden Fall! Vor allem haben die gesetzlichen Vorgaben einen grossen Einfluss auf die Entwicklung der Landwirtschaft. Das strenge Raumplanungsgesetz sowie der Planungs- und Informationsaufwand machen es für Bäuerinnen und Bauern kompliziert und aufwendig. Diese Gesetze müssen meiner Meinung nach dringend angepasst werden, sodass die Bäuerinnen und Bauern bei der Umsetzung mehr Möglichkeiten erhalten.

Was wünschst du dir für die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft?

Es müssen alle Akteure zusammenarbeiten, um das Verständnis für die Landwirtschaft zu fördern und niemanden zu übergehen. Auch in Zukunft wird es Diskussionen zur Landwirtschaft geben. Eine Sensibilisierung ist deshalb sehr wichtig und unerlässlich.

Wie wichtig ist gutes Aussehen deiner Meinung nach im Leben?

Das Aussehen ist der erste Eindruck eines Menschen. Im Leben kommt es aber auf so vieles mehr an als nur auf das Aussehen. Charakter, Herz und schlussendlich auch dazu zu stehen, was man selbst entscheidet, machen einen Menschen aus.

Ist gutes Aussehen bei Frauen wichtiger als bei Männern?

Nein, das sehe ich überhaupt nicht so.

Worauf achtest du bei einem Mann als Erstes?

Als Erstes achte ich auf ein gepflegtes Aussehen.

Landwirtschaft ist … ein wunderschöner Ausgleich zum Büroalltag.

Bauernkalender ist … ein Produkt mit schönen Bildern und grossartigen Persönlichkeiten, die den Mut haben, vor der Kamera zu stehen.

Zur Person

Dein erlernter Beruf: Kauffrau Hotel-Gastronomie-Tourismus und Dipl. Tourismusfachfrau HF

Den Beruf, den du heute ausübst: Rezeptionistin

Lieblingsessen: Schnitzel und Pommes Frites

Hobby: Tiere, Landwirtschaft, Wandern, Skifahren, Langlaufen und Fotografieren

Lebensmotto/Spruch: «Lachen ist gesund, gute Laune noch viel mehr.»

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