
Die Versorgung mit Impfstoffen gegen BTV-3 sowie mit dem Kombinationsimpfstoff «BTV-4 & BTV-8» ist für 2026 gesichert.
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Die Serotypen 3 und 8 des Blauzungenvirus (BTV) sind derzeit in allen Regionen der Schweiz verbreitet. «Es ist davon auszugehen, dass Fälle von BTV-3 und BTV-8 auch in diesem Jahr auftreten werden», warnt Elena Di Labio vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV).
Zusätzlich rückt BTV-4 in den Fokus: Der Serotyp wurde bereits in Frankreich, Italien und Österreich nachgewiesen und könnte 2026 auch die Schweiz erreichen. BLV und die Gesellschaft Schweizerischer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) empfehlen deshalb, Rinder sowie Kleinwiederkäuer erneut zu impfen.
Der richtige Zeitpunkt zählt
Die Grundimmunisierung sollte bei Rindern zwischen Januar und März erfolgen, bei Schafen bereits von Januar bis Februar – idealerweise vor Beginn der Ablammsaison. «Bei Rindern und Ziegen reicht nach der Grundimmunisierung eine einfache Wiederholungsimpfung, bei Schafen empfehlen wir stets eine doppelte», erklärt GST-Vertreterin Patrizia Andina.
Sie verweist darauf, dass im Sommer 2025 die Zahl der Neuinfektionen wieder zunahm, zunächst vor allem mit BTV-3, später vermehrt mit BTV-8.
Für jeden Serotyp ist eine eigene Impfung nötig, wobei ein Kombipräparat gegen BTV-4 und BTV-8 verfügbar ist. Die Impfstoffe können gleichzeitig, aber an unterschiedlichen Stellen verabreicht werden. «Wichtig ist, dass die Impfstoffe korrekt gelagert und innerhalb der vorgesehenen Frist verwendet werden», betont Andina – insbesondere, wenn Tierhaltende selbst impfen.
Bund beteiligt sich an den Kosten
Die Versorgung mit Impfstoffen gegen BTV-3 sowie mit dem Kombinationsimpfstoff «BTV-4 & BTV-8» ist für 2026 gesichert. Der Bund stellt erneut 5 Millionen Franken zur Verbilligung der Impfstoffe zur Verfügung; die genauen Modalitäten werden derzeit festgelegt.
Zwar könne die Impfung eine Ansteckung nicht vollständig verhindern, so Di Labio, doch sie schwäche den Krankheitsverlauf deutlich ab. «Damit schützen die Landwirtinnen und Landwirte ihre Tiere vor Leid – und sichern Milchleistung, Fruchtbarkeit sowie ihre eigene wirtschaftliche und mentale Stabilität.»
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