
Weiter in der Milchproduktion oder aufhören?
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Viele Schweizer Milchbauern stehen unter Druck: Überschussmilch wird derzeit zu sehr tiefen Preisen verkauft. Ein betroffener Produzent bringt seinen Ärger auf den Punkt: «Das ist moderner Diebstahl. Wohl alles rechtens, aber moralisch absolut verwerflich.»
Trotz reduzierter Tierzahl fiel bei ihm weiterhin zu viel Milch an. Diese wurde als C-Milch klassiert und nur noch mit 15 Rappen pro Kilogramm vergütet. Für rund eineinhalb Tonnen ergibt das lediglich 225 Franken. Laut Emmi wird diese Milch gemäss den Vorgaben der Branchenorganisation exportiert.
Zweifel an der Zukunft
Die anhaltend tiefen Preise lassen viele Landwirte an der Zukunft zweifeln. «Falls eines unserer Kinder den Betrieb weiterführen will, rate ich ihm davon ab, weiterhin zu melken. Ich möchte ihm dieses Leid ersparen. Es gibt auch andere Wege. Das Leben ist zu kostbar», so der Bauer.
An der Versammlung der Milchhandelsorganisation Mooh wurde ebenfalls deutliche Kritik laut. Insbesondere die Schweizer Milchproduzenten und die Branchenorganisation Milch standen in der Kritik. Diskutiert wurden unter anderem ein möglicher Austritt aus der BOM sowie die Aussetzung von Beiträgen.
Eine Resolution fordert nun eine gerechtere Verteilung der Lasten im Milchmarkt.
Auch der Schweizer Bauernverband hat reagiert und eine Resolution verabschiedet. Vorgesehen sind unter anderem eine flexiblere Mengensteuerung und mehr Transparenz beim Handel mit C-Milch.
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