
Schon ein kleiner Funke kann ausreichen, um Felder, Maschinen oder Stallgebäude in Brand zu setzen – mit teils verheerenden Folgen für Menschen, Tiere und Sachwerte.
Kapo Bern
Der Sommer ist für Landwirtschaftsbetriebe eine der arbeitsintensivsten Zeiten des Jahres. Gleichzeitig steigt mit den hohen Temperaturen, der Trockenheit und den Erntearbeiten auch das Risiko für Brände stark an.
Schon ein kleiner Funke kann ausreichen, um Felder, Maschinen oder Stallgebäude in Brand zu setzen – mit teils verheerenden Folgen für Menschen, Tiere und Sachwerte.
Warum das Brandrisiko im Sommer steigt
Während der Sommermonate treffen mehrere Risikofaktoren aufeinander. Getreidefelder, trockenes Gras und Stroh sind leicht entzündlich. Hinzu kommen hohe Aussentemperaturen und häufig lange Trockenperioden. Gleichzeitig sind Mähdrescher, Traktoren und andere Erntemaschinen täglich während vieler Stunden im Einsatz.
Defekte Lager, überhitzte Motoren oder heisse Auspuffanlagen können Funken erzeugen, die trockenes Pflanzenmaterial entzünden. Auch elektrische Defekte in Stallungen oder Lagerhallen sowie unsachgemäss ausgeführte Schweiss- und Reparaturarbeiten erhöhen das Brandrisiko.
Die häufigsten BrandursachenZu den häufigsten Ursachen von Bränden auf Landwirtschaftsbetrieben gehören:
- Überhitzte oder mangelhaft gewartete Erntemaschinen
- Technische Defekte an elektrischen Anlagen
- Funkenflug bei Schweiss- und Trennarbeiten
- Selbstentzündung von feuchtem Heu oder Stroh durch Gärungsprozesse
- Offenes Feuer oder unachtsam entsorgte Zigaretten
- Blitzschläge während sommerlicher Gewitter
Besonders kritisch sind Brände während der Ernte, da sich Feuer auf trockenen Feldern innerhalb weniger Minuten grossflächig ausbreiten können.
Vorbeugung schützt Leben
Mit einfachen Massnahmen lässt sich das Brandrisiko deutlich reduzieren. Eine regelmässige Wartung aller Maschinen sollte selbstverständlich sein. Staub, Pflanzenreste und Ölablagerungen an Motoren oder Auspuffanlagen sollten täglich entfernt werden.
Empfehlenswert von der Beratungsstelle für Brandverhütung ist ausserdem:
- Feuerlöscher auf allen Erntemaschinen mitführen und regelmässig prüfen
- Löschwasser oder Wasserfässer in der Nähe von Erntearbeiten bereithalten
- Elektrische Anlagen regelmässig von Fachpersonen kontrollieren lassen
- Heu und Stroh nur ausreichend trocken einlagern
- Flucht- und Rettungswege in Stallungen jederzeit freihalten
- Mitarbeitende regelmässig in Brandschutzmassnahmen schulen
- Einen Alarm- und Einsatzplan für den Brandfall erstellen und allen Mitarbeitenden bekannt machen
Besondere Aufmerksamkeit bei Heu und Stroh
Nicht jeder Brand entsteht durch offenes Feuer. Feucht eingelagertes Heu kann sich durch mikrobielle Prozesse stark erwärmen. Steigt die Temperatur im Inneren des Heustocks zu stark an, besteht die Gefahr einer Selbstentzündung.
Deshalb sollten Temperaturkontrollen bei frisch eingelagertem Heu zur Routine gehören. Moderne Messgeräte ermöglichen es, kritische Erwärmungen frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmassnahmen einzuleiten.
Im Ernstfall richtig handeln
Kommt es dennoch zu einem Brand, zählt jede Minute. Zunächst sollten alle Personen und Tiere in Sicherheit gebracht werden. Anschliessend ist unverzüglich die Feuerwehr zu alarmieren. Eigene Löschversuche sind nur dann sinnvoll, wenn sie ohne Eigengefährdung durchgeführt werden können.
Wichtig ist zudem, die Zufahrtswege für die Einsatzkräfte freizuhalten und – wenn möglich – Informationen über Gefahrstoffe, Gasflaschen oder Photovoltaikanlagen bereitzustellen.
Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) hat umfassende Informationen und Tipps rund um die Brandverhütung auf Landwirtschaftsbetrieben zusammen gestellt. Hier geht es direkt zu den gratis Merkblättern.
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