
Es wird fleissig gemäht.
Daniel Affolter
Im Talgebiet ist der erste Schnitt vielerorts bereits gemacht. Immer wieder wird Bauern vorgeworfen, sie würden zu früh mähen, sobald die Nachbarn aktiv werden.
Herbert Schmid vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg relativiert: Zwar komme es vor, dass sich Betriebe an anderen orientieren, pauschal zutreffend sei das jedoch nicht. «Es ist ja auch nicht falsch, wenn man auf die ‹Richtigen›, also auf Futterbauprofis, schaut.»
Auch Simon Rothenbühler, Produktmanager Futterbau bei UFA-Samen, sieht das differenziert. Zwar seien einzelne Parzellen früh geschnitten worden, viele Betriebe warteten jedoch bewusst ab, bis das Grasstadium – etwa das Rispenschieben – erreicht sei.
Junges Futter: Qualitätsgewinn oder Ertragsverlust?
Ein häufig diskutiertes Thema ist die Frage, ob Gras zu jung geschnitten wird. Kritiker befürchten Futter mit zu wenig Struktur. Schmid verweist hingegen auf positive Erfahrungen: Ein früher Schnitt könne sich günstig auf Milchleistung und Futteraufnahme auswirken. Entscheidend sei die Gesamtbewirtschaftung.
Gleichzeitig weist er auf standortspezifische Unterschiede hin: In trockenen Lagen seien teilweise verunkrautete Wiesen ein Problem, während robuste Gräser wie Knaulgras nur alle drei bis fünf Jahre einen späteren Schnitt zur Versamung benötigen.
Rothenbühler betont dagegen den Zielkonflikt zwischen Qualität und Menge: Junges Futter habe zwar einen hohen Nährstoffgehalt, könne aber Ertragseinbussen verursachen. Der erste Schnitt habe deshalb einen zentralen Einfluss auf die Jahresbilanz.
Schnitthöhe: tiefer ist nicht automatisch besser
Ein weiteres Vorurteil betrifft die Schnitthöhe. Die Annahme, ein möglichst tiefer Schnitt steigere den Ertrag, wird von den Experten relativiert. Herbert Schmid empfiehlt je nach Nutzung eine Schnitthöhe von 6 bis 8 cm, bei Luzerne-Gras-Mischungen 8 bis 10 cm.
Auch Rothenbühler warnt vor zu tiefem Schnitt: Zwar könne kurzfristig mehr Masse geerntet werden, langfristig verlangsame sich jedoch der Wiederaustrieb, zudem nehme die Futterverschmutzung zu.
Futteraufbereitung: «Mehr ist nicht besser»
Auch bei der Bearbeitung des Heus bestehen unterschiedliche Vorstellungen. Die Aussage, Futter müsse möglichst häufig gewendet werden, wird von Schmid relativiert: Entscheidend sei die Anpassung an Feldbedingungen und Trocknungsleistung, nicht die Anzahl der Arbeitsgänge.
Rothenbühler formuliert es klarer: «Das Futter sollte so wenig wie möglich und so viel wie nötig bearbeitet werden.» Zu intensive Bearbeitung führe zu Nährstoffverlusten und Qualitätsabnahmen. Moderne Belüftungssysteme könnten helfen, die Qualität zu sichern und Verluste zu reduzieren.
Differenzierung statt Pauschalurteile
Die Beurteilung des ersten Schnitts lässt sich nicht auf einfache Regeln reduzieren. Zeitpunkt, Schnitthöhe und Futteraufbereitung hängen stark von Standort, Witterung und Bewirtschaftungsziel ab.
Einig sind sich die Fachleute darin, dass sowohl zu frühes als auch zu spätes Handeln Nachteile haben kann – entscheidend bleibt die fachlich begründete Abwägung im jeweiligen Betrieb.
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Milch und mutterkuh Betrieb.
Wir haben noch nicht angefangen mit mähen hat zwar sehr schön Gras aber die Struktur fehlt noch da es noch jung genug ist.
Ich weiss von 2 Nachbarn wo jeweils auch früh mähen und im Winter Stroh im mischwagen bei füttern müssen da die Struktur fehlt eine harnübersäuerung haben.
Bis in etwa 2 Wochen gibt es perfektes Grund Futter.
Bei uns im Appenzeölerland haben schon viele gemäht. Hat nicht viel. Es rechnet sich nicht,bei diesem Dieselpreis. Auch nachher gibt es noch Heuwetter. Man hätte meinen können,dass es nachher verboten würde. Etwas Stiel und Kopf der Maienblume abschneiden bringt nicht viel,wenn das Bodengras fehlt und ehrlich, zum Belüften nächste Woche ist es nicht so toll und gar so junges Heu tut den Kühen nicht gut. Schlussendlich gibts weniger Stock,das man im Winter zu kurz hat. Geduld bringt Rosen,sagt ein Sprichwort. Denen,die auch noch nicht angefangen haben,wünsche ich schönes Heuwetter.