
Durch gezieltes Scheren lässt sich der Parasitendruck spürbar reduzieren. Besonders betroffen sind häufig der Schwanzansatz, der Bereich der Sitzbeinhöcker sowie der Hals.
Anna-Katharina Flükiger
In den früher üblichen Warmställen hat man oft den gesamten Viehbestand geschoren, um zu verhindern, dass die Tiere in den warmen Innenräumen zu schwitzen beginnen.
Heute weiss man, dass sich Rindvieh bei Temperaturen zwischen 4 und 17 °C am wohlsten fühlt. Entsprechend wurden die Haltungssysteme laufend angepasst, und mittlerweile haben sich gut durchlüftete Kaltställe weitgehend etabliert.
Winterfell als Schutz – oder doch nicht?
In modernen, luftigen Ställen mit grossem Laufhof und wenig Wind- und Wetterschutz ist die Gefahr des Schwitzens deutlich geringer. Hier kann es sinnvoll sein, den Kühen ihr Winterfell zu lassen, damit sie ausreichend vor Kälte geschützt sind.
Trotzdem kann sich das Scheren unter gewissen Umständen lohnen.
Weniger Ektoparasiten
Ein zentrales Argument für das Scheren ist der Schutz vor Ektoparasiten. Das dichte Winterfell bietet ideale Bedingungen für Räudemilben und Haarlinge.
Durch gezieltes Scheren lässt sich der Parasitendruck spürbar reduzieren. Besonders betroffen sind häufig der Schwanzansatz, der Bereich der Sitzbeinhöcker sowie der Hals.
Mehr Sauberkeit im Stall
Auch die Sauberkeit spricht für das Scheren. Kürzere Haare verkleben weniger schnell, was die Pflege erleichtert und die Tiere insgesamt sauberer hält.
Ist es zu aufwändig oder fehlt die Zeit, den gesamten Bestand zu scheren, lohnt sich zumindest das Kürzen von Rückenpartie, Schwanz und Hinterbeinen. So lässt sich Schwitzen, Parasitenbefall und Verschmutzung wirksam vorbeugen – oder zumindest deutlich eindämmen.
Umfrage
Schert Ihr das Rindvieh?
Teilnehmer insgesamt 544