
Nach welchem System erhalten die Tiere auf eurem Betrieb ihren Namen?
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In der Schweiz hat es Tradition, dass Kühe Namen haben. Oft beziehen sich Namen auf Aussehen (Flecki, Bruni), Charakter oder sind Koseformen weiblicher Vornamen. Jeder Betrieb hat seine eigene Philosophie, wie die Nachkommen einer Kuhfamilie benamst werden. Dabei kommen längst nicht nur deutsche Namen zum Einsatz.
Die «Schweizer Bauer»-Redaktorin Bettina Kiener und der «Schweizer Bauer» Redaktor Tobias Strahm haben sich in der Printausgabe in ihrem gemeinsamen Kommentar «Muss es immer Englisch sein?» dazu geäussert.
Kommentar: «Muss es immer Englisch sein?»
Die Namen der Kühe haben sich verändert. Zumindest jener Tiere, die in violett beleuchtetem Sägemehl einem Richter und dem Publikum präsentiert werden. Egal ob Milch- oder Fleischrinder, Holstein oder Simmental. Eine Bella – seit Jahren die unangefochtene Nummer eins der Namenshitparade – taucht bei solchen Veranstaltungen nur selten auf.
Stattdessen sind die Kühe mehrteilig und vorzugsweise auf Englisch benamst.
Hier drei fiktive Beispiele wie die Miss, die Junior-Miss und die Schöneutersiegerin einer Ausstellung heissen könnten: Green-Hills Capital Gain Baby, Müllmeier Rambo Kiss me oder Camellia Diamondback Woman.
Für alle, die sich nicht auskennen: Die Namen setzen sich zusammen aus dem Präfix, sprich dem Herden- oder Hofnamen. Bei unseren Beispielen also Green-Hills (dieser Hof liegt vielleicht irgendwo im saftig grünen Hügelgebiet), Müllmeier (das könnte eine Betriebsgemeinschaft von Müllers und Meiers sein) und Camellia (womöglich wachsen in diesem Bauernhofgarten viele Kamelien). Dann folgt der Name des Kuhvaters: Capital (Hauptstadt), Rambo (für alle Fans des amerikanischen Actionfilms ein Begriff) und Diamondback (Diamantrücken). Und zu guter Letzt mit Gain Baby, Kiss me und Woman noch die eigentlichen Namen der Kühe.
Ganz ehrlich: Muss das sein? Warum brauchen die Kühe englische Namen? Bei den Namen der Stiere sei das Englische ja verziehen. So handelt es sich zum Beispiel bei den Holsteinern nicht selten um Tiere aus Amerika.
Doch was haben der Verstärker einer Elektro-gitarre (Gain Baby) oder die Aufforderung zum Küssen (Kiss me) mit einer Kuh gemein? Ganz zu schweigen von Woman – zu Deutsch Frau. Dass eine Kuh weiblich ist, wissen wir doch alle. Es braucht kein Glöckli, kein Blüemli oder eine Lukrezia, wie noch vor Jahren. Aber wäre Bianca, Lara oder Nina nicht einfacher?
Oder mit Ava, Loa und Nerea haben wir auch noch drei modernere Vorschläge.
Bettina Kiener, Tobias Strahm
Wie sieht es bei euch auf dem Betrieb aus? Nach welchem System wählt ihr die Namen eurer Kühe aus? Schreibt es in die Kommentare und macht mit bei unserer Umfrage.
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