Wildfarmer am Rande des Zusammenbruchs

Die Wildtierzucht in Südafrika, die vor der nationalen Abriegelung zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie jährlich weit über 800 Mio. CHF wert war, steht am Rande des Zusammenbruchs. Unklare und unnötige Massnahmen verunsichern die Branche.

Die Wildtierzucht in Südafrika, die vor der nationalen Abriegelung zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie jährlich weit über 800 Mio. CHF wert war, steht am Rande des Zusammenbruchs. Unklare und unnötige Massnahmen verunsichern die Branche.

Nach Angaben von Branchenführern ist die Verunsicherung auf einen Besuchermangel und darauf zurückzuführen, dass die zuständigen Regierungsstellen noch keine offiziellen Richtlinien veröffentlicht haben, wie die verschiedenen Abschnitte der Wertschöpfungskette während des Lockdowns funktionieren müssen.

Adri Kitshoff, CEO der Wildlife Ranching South Africa (WRSA), einer Organisation mit mehr als 1’500 Mitgliedern, erklärte gegenüber der Fachzeitschrift Farmer's Weekly, dass Wildtiermanagement, Bekämpfung der Wilderei, Tierpflege und Veterinärdienste während der Stufe 5 der Abriegelung als relevante Dienste aufgeführt worden seien. Die Jagd, die Verbringung von Wildtieren und Wildtierauktionen seien jedoch nur während der Stufe 4 erlaubt gewesen. Aber Regierungsanweisungen, wann und wie genau diese Aktivitäten durchgeführt werden könnten, lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch immer nicht vor, was zu einer grossen Verunsicherung führt.

Adri Kitshoff gibt zudem zu Bedenken, dass durch das Fehlen einer normalen jährlichen Jagdsaison Südafrika nicht nur Einnahmeverluste in Milliardenhöhe hinnehmen müsse, sondern dass die Tiere der Viehzüchter auch der Gefahr einer potenziell verheerenden Überweidung ausgesetzt seien. Dies, weil überschüssige Tiere nicht gejagt, gekeult oder verkauft werden könnten. Diese Situation sei besonders gravierend, weil sich viele Wildfarmen noch nicht von der lähmenden Dürre der letzten Jahre erholt hätten.

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