Mittwoch, 7. Dezember 2022
28.06.2022 16:34
Getreidemarkt

Brotgetreide: Forderungen nicht erfüllt

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Von: khe/blu

Die Katze ist aus dem Sack: Die Kommission «Markt-Qualität Getreide» von swiss granum hat die Ernterichtpreise für Brotgetreide der Ernte 2022 festgelegt. Sie steigen im Vergleich zum Vorjahr je nach Brotgetreidekultur zwischen Fr. 3.- bis Fr. 5.- pro 100 kg.

Die Kommission «Markt-Qualität Getreide» von swiss granum beschloss am Dienstag die Ernterichtpreise für Brotgetreide 2022. Die Ernterichtpreise liegen im Vergleich zum letzten Jahr je nach Kultur zwischen drei bis fünf Franken pro 100 kg höher. Der Entscheid kam als Kompromiss zwischen den Getreideproduzenten und den Verarbeitern zustande, heisst es in einer Mitteilung.

Preiserhöhung soll für Stabilität sorgen

Der Mehrpreis decke einerseits einen Teil der gestiegenen Kosten der Getreideproduktion. Andererseits werde damit ermöglicht, dass die Müller mit ihren Produkten am Markt konkurrenzfähig bleiben. Die höheren Ernterichtpreise würden für Stabilität im einheimischen Brotgetreidemarkt sorgen. 

Die höheren Ernterichtpreise seien für alle Marktpartner ein wichtiges Signal zur Aufrechterhaltung der Anbaubereitschaft, schreibt swiss granum weiter. Um diese und damit verbunden die Brotgetreideproduktion in der Schweiz längerfristig zu erhalten und sicherzustellen, seien vor dem Hintergrund der Umsetzung der Absenkpfade weitere Anstrengungen nötig. 

Ernte- bzw. Herbstrichtpreis für Brotgetreide, ab Sammelstelle und den Übernahmebedingungen der swiss granum entsprechend.
swiss granum

Richtpreise Brotgetreide

Im September soll Herbstrichtpreis folgen

Als Bestandteil des Kompromisses der Marktpartner wurde ein zusätzlicher Termin bestimmt. Diese Sitzung ist am 13. September vorgesehen und dient der eventuellen Festlegung eines Herbstrichtpreises. Die Richtpreise für Futtergetreide und Eiweisspflanzen der Ernte 2022 wurden bereits im Mai bestimmt.

Kosten sind damit nicht gedeckt

Aufgrund des Nachfrageüberhangs und der leeren Lager drängte sich in den vergangenen Monaten eine Erhöhungen des Getreidepreises auf. Die hohen Importmengen stützten die Position der Getreidebauern. Die Landesregierung hat das Zollkontingent für Brotgetreide 2022 bereits dreimal erhöht.  Damit wurde in diesem Jahr das Importkontingent bis jetzt um 60’000 Tonnen angehoben. Ausserdem haben die Landwirte mit massiv höheren Produktionskosten zu kämpfen, insbesondere beim Dünger.

«Ammonsalpeter 27%» kostet derzeit um die 90 Franken pro 100 kg, Harnstoff um die 150 Franken, drei Mal mehr als noch vor einem Jahr. Ein Lohnunternehmer rechnete dem «Schweizer Bauer» vor, dass es mindestens 8 Franken mehr auf den ausbezahlten Brotweizenpreis braucht, damit pessimistisch gerechnet überhaupt die Kosten gedeckt sind. 

Die Richtpreise bewegen sich seit mehreren Jahren seitwärts. Seit 2014 haben sie sich nicht gross verändert.
Terreni alla Maggia SA

In absoluten Zahlen heisst das, dass der Richtpreis beim Brotweizen von 52 Franken pro 100 kg auf mindestens 60 Franken hätte steigen müssen. 

SBV stützte Preisforderung

Der geforderte Preisaufschlag von 8 Franken wurde durch die Berechnungen des Schweizer Bauernverbandes (SBV) bestätigt. SBV-Direktor Martin Rufer hat die Kosten für «Schweizer Bauer» errechnet: «Pro Hektare Brotweizen sind die Kosten um ca. 500 Franken gestiegen.» Bei einem Ertrag von 62,5 dt/ha Weizen Top entspricht dies einen Plus von 8 Franken beim Richtpreis.

Mit der Erhöhung des Richtpreises für Brotgetreidekulturen zwischen Fr. 3.- bis Fr. 5.- pro 100 kg dürften die Bauern nicht zufrieden sein. 

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17 Responses

  1. Ich frage Mich nur wo Sie diesen Preis für Harnstoff her nehmen. Ich arbeite im Handel und habe diesen Preis noch Nie gesehen. Die Recherche und die Argumente sind aus meiner Sicht nicht handfest. Klar ist jedoch das der Richtpreis nach Oben muss, ist jedoch schwierig, da es sich um einen Politischen Preis handelt und man auf Goodwil der Verarbeiter angewiesen ist.

  2. Das ist ja nur die halbe Wahrheit. Die Lager sind vor allem leer, weil man in den guten Erntejahren zuvor vuel Ware als Futterweizen deklassierte, um Lagerkosten zu sparen. Keine Vorausschau, keine Weitsicht, nur kurzfristig auf den Geldsäckel geschaut, zahlt man nun den Preis dafür, der höher ist als man durch Geiz einsparte.

  3. nur CHF 8.-/dt mehr?
    könnte locker das dreifache sein.
    Diesel, Dünger, Arbeitskräfte, Bürokratie, Verringerung des Beitrages für offene Ackerfläche auf nächstes Jahr.
    Für 100 Kilo Weizen sollten 100 Franken ausbezahlt werden. Wertvolle Lebensmittel aus der Schweiz für die Schweiz.
    Angestammte Fläche im Ausland könnte m.M.n. abgeschafft werden.

    1. Ich bin selbst vollerwerb Bauer, aber gewisse Bauer haben immer noch das Gefühl dass ihre Produkte vergoldet werden müssen.

  4. Das ist ein Skandal!! Noch Gestern Abend hat der Bauernverband im Fernsehen. Für Kostendeckende Preise appelliert… alle Preise sind in den Läden schon um mehrere Rappen gestiegen. Alle Bauern sollten die Getreideabgabe nicht unterschreiben. Den Handel Blockieren! Macht alle mit.. jeder Landwirt hat höhere Kosten wir wollen nicht nur Kostendeckend wir müssen auch einen Gewinn machen. Baukosten, Energie und Dünger bezahlen wir auch nach Schweizer Stand. Werte Kollegen wert euch!!!

  5. auf dem Weltmarkt sinkt der Preis momentan sehr stark , warum wohl ? vielleicht weil die Ernte ansteht . sind alles nur Spielereien der Rohstoffhändler und bezahlen kanns der kleine Mann ! genau das gleiche wie beim Treibstoff .

    1. Als Futtergetreide zahlst du keine Abgaben dazu das bessere Futter. Wenn du das Futter selber brauchst eine Weise Entscheidung! Falls futtergetreide fehlt wird bei den Kühen gestrichen. Schweine und Hühner bevorzugt. Ist im Fall war!

  6. Da sehen wir wieder mal wie die Machtherteilung ist. Unsere Vertreter sind nur nich Marionetten und haben bei den Preisverhandlungen nichts zu sagen. Dieser Entscheid ist eine Frechheit und Beleidigung unseres Berufsstand. Jetzt muss von unseten Getreideabnehmern reagiert werden und die neue Ernte nicht freigeben. Zuerst muss der Preis um Einiges steigen.

  7. Die Landwirte sind immer die Restempfänger die Nachfogenden streichen satte Gewinne ein. Unsere Leute am Verhandlungstisch hängen überall mit drin und dürfen sich darum nicht wehren !!!

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