Mittwoch, 21. April 2021
08.03.2021 14:17
Holz

4700 Paloxen: Fenaco setzt auf Schweizer Holz

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Von: blu

Der Agrarkonzern bezog in der Vergangenheit den Grossteil der Paloxen aus dem Ausland. Schweizer Hersteller haben in die Produktion investiert. Die Fenaco hat nun 4700 Paloxen für Kartoffeln und Lagergemüse aus Schweizer Holz bestellt. Das Unternehmen erwartet aber künftig tiefere Beschaffungspreise. 

Paloxen kommen in der Landwirtschaft oft zum Einsatz. Die Fenaco Landesprodukte beispielsweise lagert Kartoffeln und Gemüse darin.

Fenaco geriet in Kritik

Bisher bezog der Konzern den überwiegenden Teil dieser Gebinde aus dem Ausland. Die Fenaco geriet deshalb in Kritik. 2018 wurde bekannt, dass eine regionale Landi für die Einlagerung von Kartoffeln Paloxen aus Polen angeschafft hatte. Die Diskussionen bezüglich Holzherkunft und Herstellung führten zu einem Treffen, an dem die Fenaco sowie die Direktoren des Waldwirtschaftsverbandes Schweiz (WVS) und der Holzindustrieverbandes Schweiz (HIS) teilnahmen. «Ein erstes erfolgreiches Gespräch wurde geführt, und die Fenaco signalisierte, dass sie für den Paloxenbau mehr Schweizer Holz einsetzen möchte», sagte HIS-Direktor Michael Gautschi.

Zwar vergab die Fenaco einzelne Aufträge an Schweizer Hersteller. Für die Beschaffung grosser Volumen griff sie gemäss eigenen Angaben auf ausländische Lieferanten zurück, weil die benötigte Menge auf dem Schweizer Markt nicht verfügbar war. Und auch der höhere Preis schreckte die Fenaco ab.

WK-Paletten, nach eigenen Angaben führender Hersteller und Anbieter von Ladegutträgern aus Holz und Holzwerkstoffen, produzierte 2019 zusammen mit Konrad Keller AG aus «Käferholz» rund 1000 Kartoffelpaloxen für die Rathgeb BioLog AG.

Aus Nadel- und Eichenholz

Und nun setzt die Fenaco doch teilweise auf Paloxen aus Schweizer Holz. «Mit dieser Vergabe sind wir unserem langfristigen Ziel, auf Schweizer Holzboxen zu setzen, einen grossen Schritt nähergekommen», lässt sich Markus Hämmerli, Leiter von Fenaco Landesprodukte zitieren. Um den Bedarf abzudecken, ist das Unternehmen aber noch auf Importe angewiesen.

Die robusten Boxen aus Nadel- und Eichenholz würden einen reibungslosen Betrieb und den Einsatz ermöglichen. «Das ist für den Einsatz als Tauschgebinde zentral», schreibt die Fenaco. Die neuen Boxen mit Schweizer Herkunft werden in den kommenden Monaten ausgeliefert.

Fenaco erwartet künftig tiefere Preise

Gegen die Beschaffung aus der Schweiz führte die Fenaco in den Jahren zuvor auch den Faktor Preis in Feld. Und gemäss Mitteilung liegt der Preis der Schweizer Paloxen deutlich über den internationalen Konkurrenzprodukten. Mit der Beschaffung will die Fenaco die Investitionen der Hersteller belohnen. «Dieser Swissness-Zuschlag ist ein weiteres Bekenntnis der Fenaco zum Holz-Produktionsstandort Schweiz», hält Markus Hämmerli fest.

Doch der Preis wird weiterhin ein Thema bleiben, die Fenaco erwartet hier weitere Schritte. Denn Markus Hämmerli hält fest: «Wir sind zuversichtlich, dass die Schweizer Holzindustrie in Zukunft noch wettbewerbsfähiger wird, damit wir unser Engagement langfristig aufrechterhalten und weiter ausbauen können.»

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7 Responses

  1. Terralog und Rathgeb hanen aber nichts mit fenaco zu tun . Hat fenaco nun Kisten bestellt oder wollen sie bloss? Nicht ganz schlüssig der Image Artikel.

  2. Lagerhaus Lohn hat seine Kisten (gross und klein) immer in der Schweiz gekauft. Ohne sich in den Medien breit zu machen. Im 2020 wurden die Importkisten in einem Treibhaus zusammengebaut.

  3. was versteckt sich hinter Fenaco?

    entstanden ist diese aus der VLG, heute aber eine Organisation geworden die mit der Landwirtschaft nichts mehr zu tun hat! Eine Organisation für die beim Einkauf nur noch der Preis zählt, spielt keine Rolle woher die Ware kommt, China lässt grüssen!!!!!!

  4. unglaublich die fenaco kauft Paloxen im Ausland wegen dem Preis, und wollen unseren Konsumenten Ezeugnisse von uns schweizerbauern verarbeiten und verkaufen solch Manager sollten sofort entlassen werden ! sparen heisst vermutlich ihr argument ? und woo wird das verdiente Geld investiert ? in Frankreich werden marode Landmaschinenwerkstätten und ganze Vertriebsorganisationen zusammengekaut, das ist unsere FENACO hier den Bauern das Geld abnehmen und im Ausland investieren, Genossenschaft Fenaco

  5. Koch du hast recht , wir haben in unserem dorf bei der täglichen kafferunde auch ein FENAGO mitglid den must du hören bir diskusion

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