Dienstag, 15. Juni 2021
09.06.2021 16:27
Schlachtvieh

Anicom steigert Umsatz und Gewinn

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Von: blu

Die Geschäftsfelder der Fenaco-Tochter entwickelten sich im Pandemie-Jahr unterschiedlich. Während sich die Märkte für Schweinefleisch sowie Bankvieh positiv entwickelten, führte die zeitweise Schliessung der Gastronomie beim Kalbfleisch zu einem Nachfragerückgang. 2021 rechnet mit Anicom mit einer Normalisierung.

2020 legte die Anicom beim Umsatz um gut 14 Millionen oder 2,7 Prozent auf 544 Millionen Franken zu. Das Unternehmen führt das Wachstum auf die guten Produzentenpreise im Borsten- und Haartierbereich zurück. Der Anteil der Borstentiere am Ge­samtumsatz stieg 2020 von 66 Prozent auf 68 Prozent.

Für einen Dämpfer sorgten hingegen die Schliessungen in der Gastronomie. «Die gestiegene Nachfrage im Detailhandel machte diesen Einbruch jedoch wett», heisst es in der Mitteilung. Der Jahresgewinn verdoppelte sich von 225’000 auf 551’000 Franken. Insgesamt handelte das Unternehmen, das rund 86 Vollzeitstellen aufweist, im vergangenen Jahr 1,2 Millionen Nutztiere.

Die Geschäftsfelder der Anicom haben 2020 sehr unterschiedlich entwickelt.

Schweine: Gute Preise

Der Schweinemarkt hat im vergangenen Jahr eine erfreuliche Entwicklung genommen. Die Preise sind weiter gestiegen. Trotz eines Preisabschlages Ende Jahr kam der Durchschnittspreis auf 4.53 Fr. (+ 18 Rp.) zu liegen. Die guten Wetterverhältnisse und die Grenzschliessung haben den Konsum ansteigen lassen. Der Inlandanteil erhöhte blieb bei 92,7 Prozent, die Schlachtzahlen stiegen um 1 Prozent auf 2.49 Mio. Tiere. Die von Anicom gehandelten Tiere sind aber um 2,1 Prozent gesunken.

Als Folge der guten Mastjager- und Schlachtmorenpreise stieg der Verkauf von Zuchttieren (Jungsauen) um 12,6 Prozent. Dadurch verjüngten sich die Bestände und die Produktivität stieg. Dieser Effekt wurde ab August 2020 sichtbar, schreibt Anicom.

Anicom steigerte den Warenverkaufserlös im Geschäftsjahr 2020 um 2,7 Prozent.
Anicom

Volatiler Kalbfleischmarkt

Weniger gut lief es auf dem Kälbermarkt. Der Konsum sank 2020 weiter. «In diesem Teilmarkt waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders deutlich zu spüren», schreibt Anicom. Die Schliessung der Gastronomie führte zu einem zeitweiligen Angebotsüberschuss im Frühling. Ab Ende Mai nahmen die Preise gemäss Anicom wieder deutlich zu. Schlachtkälber konnten zu guten Preisen verkauft werden.

Insgesamt wurden 200’000 Tiere geschlachtet, fast 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Anicom musste bei den gehandelten Tieren einen Rückgang von fast 29 Prozent hinnehmen. Sie führte dies auf einen Rückgang der bäuerlichen Kälbermast zurück.

Nach einem anfänglichen Preiseinbruch erholte sich der Tränkerpreis im Sommer dank guter Nachfrage wieder. «Im zweiten Halbjahr 2020 konnten so wegen des tiefen Angebots an Schlachtkälbern dennoch gute Produzentenpreise erzielt werden», hält Anicom fest.

Erfreulicher Bankviehmarkt

Eine gute Entwicklung nahm der Bankviehmarkt. «Dank der ausserordentlich guten Nachfrage nach Schweizer Rindfleisch im Detailhandel haben die Bankviehpreise nach dem Lockdown im Frühling positiv entwickelt», schreibt Anicom. Schlachtkühe waren das ganze Jahr hindurch gefragt und wurden gut verkauft.

Der Schafmarkt nimmt für Anicom eine immer wichtigere Bedeutung ein. Innerhalb von drei Jahren stieg der Marktanteil deutlich. Aufgrund der tiefen An­gebote erreichte der Preis für Lämmer mit durchschnittlich 13.20 Fr. Höchststände, schreibt das Unternehmen. Anicom konnte den Stückumsatz gegenüber Vorjahr um 0,5 Prozent steigern.

Ausbau der Transportflotte

Die Transportequipe in der Westschweiz wurde mit zusätzlichem Personal verstärkt. Zudem wurde im Oktober 2020 der erste dreistöckige Lastwagenanhänger in Betrieb genommen. Dank einem zusätzlichen Boden im Anhänger können auch bei grösserem Flächenbedarf mehr Tiere transportiert werden. Ebenso ermögliche der Anhänger, grosse Posten auf einmal zu laden, heisst es in der Mitteilung.

Für das laufende Jahr ist Anicom zuversichtlich. Die Öffnung der Gastronomie werde zu einer Entspannung auf dem Kalbfleischmarkt führen. Gleichzeitig sei mit einer Normalisierung im Detailhandel zu rechnen. Aufgrund den Grenzöffnungen rechnet Anicom aber mit einer Zunahme des Einkaufstourismus.

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