Freitag, 3. Februar 2023
25.01.2023 15:00
Milchmarkt

Emmi: Europäer verzichten auf Schweizer Käse

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Von: awp

Der grösste Schweizer Milchverarbeiter spürt die schlechte Konsumentenstimmung in europäischen Ländern beim Käseverkauf. 

Weil die Menschen in den zum Europa-Geschäft gehörenden Ländern – das sind Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Grossbritannien und Österreich – in der momentanen wirtschaftlichen Situation auf die Sparbremse drücken, hat Emmi 2022 dort weniger Spezialitätenkäse verkauft.

Höhere Käsepreise

Das Geschäft mit Spezialitätenkäse im Thekenbereich sei wegen der gedämpften Konsumstimmung geschrumpft, teilte Emmi am Mittwoch mit. Insbesondere in Deutschland, Italien und in den Niederlanden hätten tiefere Umsätze mit Schweizer Spezialitätenkäse zu einem organischen Rückgang im Käsebereich geführt.

Verstärkt wurde dieser Effekt noch durch die höheren Käsepreise aufgrund des starken Schweizer Frankens. Die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro und dem britischen Pfund drückte denn auch den Umsatz im Europageschäft von Emmi um 7,3 Prozent, sodass der Umsatz insgesamt um 2,1 Prozent tiefer lag als im Jahr davor. Bereinigt um Währungseffekte und Akquisitionen resultierte jedoch ein organisches Wachstum von 6,7 Prozent.

Wertberichtigung in deutschem Biomilchgeschäft

Die schlechte Konsumstimmung und die Kaufkraftreduktion triff laut Emmi auch das Geschäft mit Biomilch in Deutschland hart. Die dortige Tochter «Gläserne Molkerei» leidet stark darunter, dass die Leute sich weniger Biomilch leisten.

Im Biomolkereimarkt in Deutschland gibt es laut Emmi «strukturelle Marktveränderungen». Diese belasteten den Geschäftsverlauf der «Gläsernen Molkerei» und trübten auch deren mittelfristige Zukunftsaussichten. Emmi hat darum für das Geschäft eine ausserplanmässige Wertberichtigung des Anlagevermögens in Höhe von 13 Millionen Franken vorgenommen.

Caffè Latte weiterhin ein Kassenschlager

Nicht gespart haben die Europäerinnen und Europäer hingegen beim «Caffè Latte». Die kalten Kaffees seien in allen europäischen Märkten gut verkauft worden, heisst es. Zufrieden zeigt sich das Unternehmen zudem auch mit den italienischen Dessertgesellschaften. Die Umsätze mit Ziegenfrischkäse in den Niederlanden hätten sich ebenfalls erholt, teilte Emmi weiter mit.

Der Zentralschweizer Konzern hat 2022 mit der Division Europa 17,3 Prozent des Konzernumsatzes erzielt. Damit ist es die drittgrösste Division nach der Schweiz (40,1%) und der Region «Americas», zu der neben den Staaten in Nordamerika auch Brasilien, Chile sowie Spanien und Tunesien gehören (39,6%).

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