Dienstag, 31. Januar 2023
02.12.2022 06:00
Wirtschaft

Inflation stagniert im November

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: awp

Die Inflation in der Schweiz hat sich im November auf hohem Niveau stabilisiert. Für die Schweizerische Nationalbank (SNB) sind das gute Nachrichten, da sich der Druck für weiter aggressive Zinsschritte abmildert.

Nachdem die Teuerungsrate in den vorangegangenen zwei Monaten jeweils gesunken war, stagnierte sie im November bei 3,0 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Im August hatte die Inflation den zumindest vorläufigen Höhepunkt bei 3,5 Prozent erreicht – und lag damit auf dem höchsten Stand seit fast dreissig Jahren. «Die Schweiz bleibt ein Hort der niedrigen Inflation», kommentierte der Chef-Ökonom der VP Bank, Thomas Gitzel.

Höchste Rate im Januar erwartet

Ihren Höhepunkt dürfte die Teuerungsrate dennoch noch nicht gesehen haben. «Der hohe Anteil an administrierten Produkten von 28,7 Prozent bedeutet, dass viele Preiserhöhungen erst mit einer Verzögerung stattfinden», erklärt etwa Ökonom Karsten Junius von der Bank J. Safra Sarasin. «Dies wird sich vor allem bei den Stromtarifen bemerkbar machen, die dazu beitragen werden, dass die Inflationsrate im Januar auf 3,6 Prozent ansteigen dürfte.»

Deutlich teurer als vor einem Jahr sind weiterhin vor allem Importgüter, die im Berichtsmonat 6,3 Prozent mehr kosteten als vor Jahresfrist (nach +6,9% im Oktober). Laut Junius ist die importierte Inflation «im Einklang mit dem etwas geringeren Preisdruck auf der Produzentenebenen weiter zurückgegangen.» Bei den Inlandgütern stieg sie derweil leicht an auf 1,8 Prozent (VM 1,7%). Insgesamt lag die Jahresinflation im Berichtsmonat aber im Rahmen der Schätzungen von Ökonomen.

Inflationsrate unter SNB-Prognose

Die SNB dürfte die Zahlen gerne sehen. Gemäss David Kohl von Julius Bär liegt die Inflationsrate im vierten Quartal bisher nämlich unter der Inflationsprognose der SNB von 3,4 Prozent. Dies reduziere den Druck auf die Nationalbank, die Zinsen weiter aggressiv zu erhöhen, meinte er.

Im Vergleich zum Vormonat Oktober waren die Konsumentenpreise im November unverändert, der entsprechende Landesindex der Konsumentenpreise (CPI) stagnierte bei 104,6 Punkten. Preissteigerungen und Rückgänge hätten sich auf Monatsbasis insgesamt aufgewogen, teilte das BFS weiter mit.

So seien etwa die Preise für Wohnungsmieten, Gas und Treibstoffe gegenüber Oktober gestiegen. Auch für in- und ausländische Rotweine mussten die Konsumenten mehr zahlen. Dagegen waren die Preise für Heizöl, Fruchtgemüse und Hotelübernachtungen rückläufig.

Im internationalen Vergleich sehr tief

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), anhand dessen die hiesige Teuerung mit jener in den europäischen Ländern verglichen werden kann, fiel im November zum Vormonat um 0,1 Prozent, was eine Jahresteuerung von 2,9 Prozent ergibt.

Im internationalen Vergleich ist die Schweiz damit nach wie vor eine Insel. So lag die Teuerung in der Eurozone zuletzt im November trotz Rückgang immer noch bei 10,0 Prozent. In den USA wurde sie im Oktober bei 7,7 Prozent ausgewiesen. Laut Thomas Gitzel, Chef-Ökonom der VP-Bank, falle die Zahl im internationalen Vergleich «geradezu mickrig aus».

Mehr zum Thema
Markt & Preise

Den jährlichen Reiskonsum beziffert der Schweizer Bauernverband pro Kopf mit 6,5 Kilo. Pixabay Die Schweiz ist beim Reiskonsum auf Importe aus dem Ausland angewiesen. Hierzulande wird zwar auch etwas Reis…

Markt & Preise

Nach den Rekordwerten des Covid-Ausnahmejahres 2021 nahmen die Exporte im Jahr 2022 ab.SCM Nach dem Rekordjahr 2021 gingen im vergangenen Jahr sowohl die Käseausfuhren wie Käseeinfuhren zurück. Sorgen muss sich…

Markt & Preise

Die Absatzzahlen beim Labelfleisch harzen. Der Schweizer Tierschutz macht dafür die hohen Margen der Detailhändler verantwortlich.bki Preisüberwacher Stefan Meierhans kritisiert in seinem Bericht «Missbräuchliche Preise des Detailhandels bei Bio-Lebensmitteln» die…

Markt & Preise

Die Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch ist einen Schritt weiter.Bild: Monika Gerlach Grünes Licht kommt von der Europäischen Kommission für die vom deutschen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir geplante Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch.  Die EU-Kommission…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE