Samstag, 5. Dezember 2020
09.11.2020 11:30
Käse

Neuer Zürcher Salzlakenkäse hat Ursprung im Kosovo

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Von: rup

Am Strickhof in Lindau ZH wurde ein neuer Salzlakenkäse auf den Namen «Lindi» getauft. Als Zielgruppe 

Mit der Taufe ist der neuen Salzlakenkäse «Lindi» im Zürcher Oberland lanciert worden. «Lindi» resultiert ausu dem Projekt «Innovative Puure», das in Zusammenarbeit mit dem Strickhof und Zürcher Bauernverband realisiert wurde.

Reise in Kosovo stand am Ursprung

Für Strickhof-Direktor Ueli Vögeli war anlässlich der Lancierung klar: «Es ist ein freudiges Ereignis, wenn wir heute eine Taufe feiern dürfen». Im neuen Käse sehe er ein Produkt, welches regionale Wertschöpfung im Oberland generieren soll. «Es war ein Weg von einer Vision zu einem Produkt», hielt rückblickend Projektleiter Daniel Wäfler fest.

Dieser Weg begann im vergangenen Februar mit einer mit Karl Kupper und dem Unternehmer Zija Shabani durchgeführte Studienreise in den Kosovo. «Wir wollten herausfinden, wo die Landwirtschaft in diesem Land durch die Berufsbildung gefördert werden könnte», führte Wäfler aus. Dann kam mit dem Lockdown die Zwangspause, in welcher die Idee entstand, einen Salzlakenkäse aus Schweizer Kuhmilch herzustellen, welche viele Ähnlichkeiten mit dem Fetakäse hat, welcher aus Schafsmilch hergestellt wird.

Faire Preise als Ziel

Für die weiteren Schritte wurde vom Projektteam der Milchberater Ernst Friedli ins Boot geholt. In der Käserei Herschmettlen ZH wurde mit dem Käsermeister Stefan Bürki der Produzent gefunden. Schlag auf Schlag ging es im Juli mit dem Projekt weiter. Erste aus geeigneten Rezepturen hergestellte Muster wurden verkostet und geprüft. Zugleich reichte Wäfler das Projekt bei der Jury des Förderinstrumentes des Zürcher Bauernverbandes und dem Strickhof «innovative Puure» ein, um zu einer optimalen Wertschöpfung und Vermarktung zu erreichen.

Das Projekt soll dazu beitragen, dass mit dem Salzlakenkäse ein neuer Verwertungskanal für die Oberländer Milch zu fairen Preisen geschaffen werden kann. Doch in der letzten Oktoberwoche war es soweit. «Wir sind mit 1‘200 Liter Milch gestartet und haben den ersten waschechten Salzlakenkäse produziert», zeigte sich Wäfler erfreut.

Lindi soll ein genussvoller Begleiter in vielen Küchen werden.
zvg

Menschen mit Balkanwurzeln sind Zielgruppe

Der Name «Lindi» nimmt Bezug auf den Strickhofstandort Lindau. «Lindau steht als Ort seit den Bläsihof bis heute zum Strickhof als ein Ort für Innovation, Bildung und Fortschritt in der Landwirtschaft ein», führte Wäfler aus. Hinter dem Projekt steckt aber auch die Verbindung über die Kulturkreise hinaus. Der «Lindi» soll die Genüsse aus dem Balkan und den mediterranen Regionen verbinden. Im Balkan ist der Salzlakenkäse entsprechend kaum vom Speiseplan wegzudenken.

Seine spezielle Herstellung ermöglicht eine Lagerung von Milch auch ohne Kühlschrank. Hier setzt auch das Projekt an. In der Schweiz leben heute rund 500‘000 Menschen und Konsumenten, welche ihre Wurzeln auf dem Balkan haben und somit eine Zielgruppe für den neuen «Lindi» sein werden. Zugleich sind es aber auch immer mehr einheimische Konsumenten, welche auch beim Käse das exotische suchen. Wäfler sprach deshalb von einer kulinarischen und kulturellen Brücke, welche mit dem «Lindi» zwischen den Menschen geschaffen wird.

Der Vertrieb des Lindi–Salzlakenkäse erfolgt über di die ebenfalls neue gegründete Aabachhof GmbH, welche von Daniel Wäfler gegründet wurde. «Wir werden sofort mit der Auslieferung des Lindi in den Detailhandel beginnen, wobei vor allem Verpackungen von 200 bis 250 Gramm Nettogewicht angeboten werden», führte Wäfler aus.

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