Samstag, 16. Januar 2021
03.12.2020 12:07
Mostobst

Mostobst: Ramseier zieht positive Bilanz

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Von: blu

Das Mostobstjahr 2020 brachte den Produzenten hohe Rückbehalte und damit verbunden tiefe Preise. Wegen der grossen Mengen verarbeitete Ramseier deutlich mehr Obst und erschloss zusätzliche Tankkapazitäten.

In diesem Jahr wurden gemäss Schweizer Obstverband (SOV) 11’293 Tonnen Mostbirnen und 90’835 Tonnen Mostäpfel in die gewerblichen Mostereien geliefert. Der jährliche Bedarf wurde bei bei den Birnen mit 159% und bei den Äpfeln mit 126% deutlich überschritten.

Aufteilung der Mostobsternte 2020 nach Produktionsmethode (in Tonnen)
SOV

50’000 Tonnen

Der grösste Abnehmer von Schweizer Mostobst die Ramseier AG mit Mostereien in Oberaach (TG) und Sursee (LU). Insgesamt hat die Fenaco-Tochter 49’776 Tonnen Mostobst, davon 45’022 Tonnen Mostäpfel und 4’754 Tonnen Mostbirnen, angenommen und verarbeitet. Etwa 3/4 der verarbeiteten Mostobstmenge wurde in der Mosterei in Oberaach (TG) zu Saft veredelt. Insgesamt Ramseier damit rund die Hälfte des Schweizer Mostobsts.

Die Bilanz des Unternehmens fällt positiv aus. «Die Mostobsterntemengen sind deutlich höher ausgefallen als vor der Ernte erwartet», lässt sich Geschäftsführer Christoph Richli in einer Mitteilung zitieren. Aufgrund der diesjährigen Witterungsverhältnisse seien die Früchte von guter Qualität.

Tanklager voll

Die grossen Mengen führten aber dazu, dass Ramseier zusätzliche Tankkapazitäten erschliessen musste. Denn die Tanks sind voll. «Die Tanklager waren bereits vor der Saison aufgrund von Restbeständen vom Rekordjahr 2018 gut gefüllt», teilt Ramseier mit. Die diesjährige Erntemenge übersteige den Bedarf. Zudem seien wegen der Massnahmen rund um die Corona-Pandemie die wichtigen Absatzkanäle Gastronomie und Events weggefallen.

Tiefe Preise für Bauern

Die grosse Ernte führt dazu, dass die Bauern grosse Rückbehalte hinnehmen müssen. Sie so hoch wie nie zuvor. Der Rückbehalt beträgt für konventionelle und Suisse-Garantie-Mostäpfel 13 Fr. und für Mostbirnen 11 Fr. pro 100 Kilo. Abgezogen wird noch der Beitrag an den Obstverband. Bei einem Richtpreis von 26 Franken für 100 Kilo gewöhnliche Suisse-Garantie-Mostäpfel erhält ein Landwirt also noch gerade 12 Franken für 100 Kilo.

Mostobstrichtpreise für Suisse Garantie-, konventionelles Mostobst und weitere Abzüge Die Preise sind gültig franko Verarbeitungsbetrib, welcher Konzentrat herstellt, respektive seine Annahmestelle.
SOV

Um den zusätzlich rückläufigen Absatz von 100% Obstsäften zu kompensieren, will Ramseier über Mischprodukte wie HuusTee, Zisch oder Schorle-Varietäten Säfte fördern. Man komme so dem Konsumentenbedürfnis nach einer energieärmeren Ernährung nach, schreibt Ramseier.

Um die Wertigkeit der heimatlichen Obstsaftprodukte weiter bekannt zu machen, wurde im Sommer Mit der 2019 in Sursee LU eröffneten Ramseier Erlebniswelt soll die Wertigkeit der heimatlichen Obstsaftprodukte bekannt gemacht werden. «Wir sind zuversichtlich, dass wir so dazu beitragen können, einen höheren Konsum von Schweizer Obstsaftprodukten zu erwirken», sagt Ramseier-Chef Christoph Richli.

Rückbehaltssystem

Die Mostobsterntemengen schwanken von Jahr zu Jahr stark. Hauptgrund dafür ist gemäss Obstverband die sogenannte Alternanz: Hochstammbäume haben in einem Jahr viele Früchte, im nächsten wenig. Um diese Schwankungen auszugleichen, lagern die Verarbeiter in Jahren mit einer Überproduktion mehr Obstsaftkonzentrat ein, als für den Inlandkonsum benötigt wird.

Diese Marktreserven betragen in der Regel 40 Prozent eines Jahresbedarfs. Fällt mehr Obstsaftkonzentrat an, als für die Marktreserve benötigt wird, muss dieser Überschuss exportiert werden. Damit der Markt weiterhin entlastet werden kann und die Lagerbestände in diesem Jahr weiter abgebaut werden können, beschloss das Produktzentrum (PZ) Mostobst einen mengenabhängigen Rückbehalt.

Das gibt vor, dass jene Mengen, die den Jahresbedarf sowie die Lagerreserve übersteigen, als frisches Mostobst, Konzentrat oder Fertigprodukt exportiert werden können. Die notwendigen Preisstützungen stammen gemäss Verband aus dem Mostobstfond. Mit dieser Branchenmassnahme soll die Übernahme der gesamten Ernte sichergestellt werden. Bis 2009 unterstützte der Bund den Export von Obstsaftkonzentrat.

4 Responses

  1. Ein gutes Jahr?!!… ganz klar bei solchen Einkaufspreisen!! Ich werde auf jedenfall meine Hochstämmer (trotz irreführenden Direktzahlungen) bald dem Erdboden gleich machen!

  2. Ja diese gedanken mache ich mir auch! Wir haben unsere Gravensteiner bei 30 grad Hitze aufgelesen! Und dann dieser Preis…. Diesen fehler mache ich bestimmt nicht mehr!!

  3. Wo bleiben bitte die Rückbehalte bei der Fenaco?
    Nein da müssen ja die überrissenen Gehälter des Managements bezahlt werden! Aber mit den Bauern, die ja keine Arbeit mit den Äpfeln oder Birnen haben, mit denen kann mans ja machen!! E fertigi Souerei!!!

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