Dienstag, 31. Januar 2023
30.11.2022 16:45
Ackerbau

Bell-Tochter will Gelberbsen aus der Schweiz 

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: blu

The Green Mountain produziert mehrere pflanzenbasierte Fleischersatzprodukte. Bisher wurden die Proteinerbsen aus dem Ausland importiert. Die Bell-Tochter will das ändern. Mit dem Projekt «Swiss Made»-Gelberbsen wurden Anbauversuche durchgeführt. Die Resultate sind vielversprechend.

Das Unternehmen «The Green Mountain» mit Sitz im bündnerischen Landquart produziert seit 2019 vegane Fleischalternativen. Das Jungunternehmen gehört zur Hilcona Taste Factory, die wiederum zum Fleischverarbeiter Bell gehört.

Gelberbsen als Basis

Die Produkte aus dem Kanton Graubünden werden in der Schweiz, und seit mehreren Monaten auch in Deutschland und Österreich vertrieben. Die meisten Zutaten würden aus der Region oder zumindest aus den Nachbarländern bezogen, teilte das Unternehmen 2019 mit. Ausnahmen seien das Kokosfett und das Sojamehl.

Die Erbsen hat das Green Mountain bisher aus Frankreich bezogen. «Gelberbsen sind für uns wichtig, denn sie dienen neben Weizen und Soja als Eiweissbasis zur Herstellung unserer Produkte», sagt Werner Ott, der das Jungunternehmen leitet. Künftig sollen die Erbsen von Schweizer Bauern produziert werden.

Das Produkt soll künftig aus Schweizer Erbsen hergestellt werden, lautet das Ziel des Jungunternehmens.
Coop

Pilotversuch

«Am liebsten würden wir nur mit regionalen Produkten arbeiten. Das ist aber aktuell noch nicht zu 100 Prozent möglich. Wir haben uns das zum Ziel gesetzt und arbeiten intensiv daran, um es möglich zu machen», verspricht Ott.

Um dem Ziel näher zu kommen, lancierte Green Mountain zusammen mit Schweizer Landwirten einen «grossflächigen» Pilotversuch. Dadurch verspricht sich das Unternehmen Nähe zu den Lieferanten und Produzenten. «Kürzere Transportwege sparen CO2-Emissionen und verbessern die Nachhaltigkeit unserer Produkte», hebt Ott hervor.

Gelberbsen sind auch als Eiweisserbsen oder Körnererbsen bekannt. Wie Annemarie Wildeisen schreibt, sind gelbe Erbsen «wahre Proteinbomben». Sie enthalten rund 53% Stärke, 24% Eiweiss, 18% Ballaststoffe, 3% Mineralien und 2% Fett. «Aufgrund dieser Eigenschaften, besonders wegen der Proteine, werden daraus sehr gerne vegane Fleischersatzprodukte hergestellt», schreibt sie auf ihrer Website

Drei Sorten

Die Resultate des ersten Versuchs mit Schweizer Pflanzenproteinen seien vielversprechend. Die Erbsen wurden Ende Juli gedroschen und zu feinem, hellgelbem Mehl verarbeitet. Die erste Ernte wird derzeit veredelt. Aktuell wird das Mehl aus drei verschiedenen Erbsensorten in den Kochateliers des Unternehmens auf seine Tauglichkeit als Basis für die veganen Produkte getestet.

«Am Schluss entscheidet der Geschmack, welche Erbsensorte das Rennen macht», schreibt Green Mountain. Als grosse Herausforderung gilt nicht der Geschmack, sondern die Konsistenz. Das Pflanzenprodukt muss über die richtige Textur und Saftigkeit verfügen sowie einen schönen Biss haben.

Ott zeigt sich zuversichtlich: «Zutaten so regional wie möglich zu beschaffen und unsere Produkte so nachhaltig wie möglich herzustellen, ist uns sehr wichtig. Unsere Produkte sollen so aussehen und schmecken wie das Original.»

Schweizer Produktion fördern

Der Bundesrat hat anlässlich seiner Sitzung vom 2. November 2022 das landwirtschaftliche Verordnungspaket 2022 verabschiedet. Unter anderem wird neu der Anbau von Kichererbsen und Linsen zur menschlichen Ernährung unterstützt.

Der Bundesrat hat die entsprechende Verordnung geändert, um der steigenden Nachfrage von pflanzlichen Proteinen und dem Trend nach einer ausgewogeneren, pflanzenbasierten Ernährung Rechnung zu tragen. Bisher wurden bei Körnerleguminosen Beiträge für den Anbau zu Futterzwecken ausgerichtet. Ziel ist es, den Ausbau des Angebots an Lebensmitteln mit hohem Anteil an pflanzlichen Proteinen aus Schweizer Produktion zu fördern. Entsprechend wird die Einzelkulturbeitragsverordnung geändert. Die Förderung von Körnerleguminosen zu Futterzwecken mit Einzelkulturbeiträgen wird auf Körnerleguminosen für die menschliche Ernährung ausgeweitet.

Die Stützung von 1000 Franken pro Hektare und Jahr wird für sechs botanische Gattungen von Leguminosen ausgerichtet: Phaseolus (Bohnen), Pisum (Erbsen), Lupinus (Lupinen), Vicia (Wicken), Cicer (Kichererbsen) und Lens (Linsen).

Mehr zum Thema
Pflanzen

Der Amazonas-Regenwald bedeckt nahezu das gesamte Amazonasbecken in Südamerika, welches sechs Millionen Quadratkilometer in neun Ländern umfasst.N. Palmer Menschliche Aktivitäten haben innerhalb weniger Jahrzehnte die Ökosysteme im Amazonasgebiet stärker beeinflusst…

Pflanzen

Douglasien sind für die Forstwirtschaft attraktiv wegen ihres schnellen Wachstums, ihrer guten Holzeigenschaften und – im Hinblick auf den Klimawandel - ihrer Trockenheitsresistenz. David Coulin Nicht-einheimische Waldbaumarten können die heimische Artenvielfalt…

Pflanzen

Um Proben von Ästen zu nehmen, wurde eine autonome Drohne entwickelt.Zoo Zürich Zürcher Forscherinnen und Forscher haben eine Drohne entwickelt, die autonom auf Ästen von Bäumen landen und dort Proben…

Pflanzen

In einem Experiment haben Forscherinnen und Forscher der WSL Nanopartikel aus Gold auf junge Rotbuchen und Waldföhren gesprüht. Diese Partikel konnten nach 20 Tagen im Stamm und in der Wurzel…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE