Sonntag, 25. September 2022
09.03.2022 07:39
Futterbau

Wiesen und Weiden fit trimmen

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Von: sum

Durch das Striegeln der Wiesen früh im Frühling werden Mäusehaufen eingeebnet, verfilzte Bestände geöffnet, und die Bestockung wird angeregt. Ähnliche Effekte hat das Überweiden. Jetzt ist auch Zeit für eine Übersaat.

Die Vegetation erwacht. Damit kommt  die Zeit, um Wiesen und Weiden in Form zu bringen. Das ist durch verschiedene Massnahmen möglich, die einzeln oder in Kombination für einen schönen Futteraufwuchs und für gut bewirtschaftbare Flächen sorgen.

Mäusehaufen einebnen

Die Überfahrt mit der Wiesenegge bietet sich an, wenn viele Mäusehaufen vorhanden sind oder wenn der Bestand verfilzt ist. Mit der Wiesenegge werden die Haufen eingeebnet, was später die Verschmutzung des Futters beim Mähen, Zetten oder Schwaden minimiert. Ein Wiesenstriegel kann helfen, die alte Güllekruste zu lösen.

Aber nicht nur das, hauptsächlich werden beim Striegeln Unkräuter wie der Fadenförmige Ehrenpreis oder das Gemeine Rispengras zurückgedrängt. Filzige Bestände werden aufgerissen, und die Bestockung der wertvollen Futtergräser wird gefördert. Das Resultat ist eine dichtere Grasnarbe – was wiederum Unkräuter wie die Blacke an der Keimung hindert.

Wiesenegge gezielt einsetzen

Zu Vegetationsbeginn ist der beste Zeitpunkt für das Eggen, wenn feuchtwarmes, wüchsiges Wetter folgt, damit die gelockerten Pflanzen rasch wieder anwachsen können. Wenn das Eggen mit einer Übersaat kombiniert wird, kann die Behandlung auch früher erfolgen.

Aber Achtung: Die Wiesenegge kann – falls nicht gezielt eingesetzt – einen negativen Einfluss auf die Bestandeslenkung haben. So darf die Egge auf Wiesen und Weiden mit offenem, lockeren Boden nicht eingesetzt werden. Die Behandlung sollte ausserdem nicht auf einem zu trockenen Boden oder nach einem strengen Frost erfolgen. In wenig intensiven oder extensiven Wiesen ist das Eggen zu unterlassen. Dort erzielt man mit einer Walze die besseren Resultate.

Das Walzen eignet sich am besten in organischen Böden oder in Böden, die zu Lockerheit neigen. Die Walze drückt die gelockerten Pflanzen an und gleicht Trittschäden, Mäusehaufen sowie kleinere Bodenunebenheiten aus. Sie minimiert beim Mähen wie der Striegel die Verschmutzung von Mähwerk und Futter.

Entscheidend für den Erfolg einer Übersaat sind Lücken im Bestand sowie genug Feuchtigkeit nach dem Säen.
Samen Steffen

Früh übersäen

Bei Mäuseschäden oder Lücken im Bestand sollte eine Übersaat zum frühestmöglichen Zeitpunkt (Boden abgetrocknet) durchgeführt werden. Die Futtergräser sind wenig frostempfindlich. Die Technik spielt dabei nicht die wichtigste Rolle. Entscheidend für den Erfolg einer Übersaat sind Lücken im Bestand sowie genug Feuchtigkeit nach dem Säen. Damit das Saatkorn guten Bodenkontakt hat, sollte man nach der Übersaat walzen.

Für die Mischungswahl ist der bestehende Bestand zu beurteilen. Den grössten Erfolg bringen Mischungen, die Futterpflanzen enthalten, die auch an den jeweiligen Standort und zur betriebsspezifischen Bewirtschaftung passen. Insbesondere ist zu beurteilen, ob der Standort raigrasfähig ist.

Flächen überweiden

Eine Alternative zum Abschleppen oder Walzen der Wiesen ist die  Frühlingsweide, also eine kurze und grossflächige Überweidung der gesamten Futterfläche. Sie erfolgt, wenn erst wenig Futter gewachsen ist. Das Überweiden fördert die Bestockung der Gräser, führt zu einer dichten Grasnarbe, hemmt gewisse Unkräuter und verringert den Futterberg im Mai. Durch Tritt und Biss werden  gute Weidegräser wie das Englische Raigras gefördert.

Es ist für die Fläche und für die Kühe vorteilhaft, wenn die Weidedauer in den ersten Tagen auf wenige Stunden begrenzt ist. Der noch junge Aufwuchs soll nicht übernutzt werden, und die Kühe müssen sich erst ans  Grünfutter gewöhnen.

Neu säen?

Eine Übersaat lohnt sich nur, wenn noch mindestens 15 Prozent erwünschte Gräser, also Raigräser, Knaulgras, Timothe, Wiesenrispengras oder Wiesenfuchsschwanz, gleichmässig verteilt vorliegen. Lückige Bestände müssen zu mindestens 50 Prozent den Boden bedecken. Ist das nicht der Fall, ist eine Neuansaat die bessere Lösung. Keinen Stickstoff vor, nach und zur Übersaat geben. Er fördert die bestehende Vegetation und nicht die Übersaat. Die regelmässige Wiederholung der Übersaat bringt besseren Erfolg. Eine frühe Nutzung nach der Übersaat hat den Vorteil, dass die Keimlinge wieder Licht bekommen und optimal wachsen können. sum

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