Sonntag, 29. November 2020
12.11.2020 14:20
Zuckerrüben

Kein Gaucho, aber Movento und Gazelle

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Von: sum

Zwar gibt es neue Blattlausmittel in den Rüben, das Saatgut darf aber auch 2021 nicht mit Neoniktotinoiden gebeizt werden. Der Antrag der Zuckerbranche wurde abgelehnt. Die Rübenpflanzer und die Schweizer Zucker AG sind enttäuscht.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) eine Notzulassung des neonikotinoidhalten Beizmittels Gaucho in den Zuckerrüben ab. Das hat es am Donnerstag bekanntgegeben. Im August forderten die Rübenproduzenten, das verbotene Beizmittel befristet wieder einsetzen zu können. Grund sind massive Ertragseinbussen vor allem im westlichen Anbaugebiet, hervorgerufen durch die virösen Vegilbung, die durch Blattläuse verschleppt wird. Dieses Jahr litten die Zuckerrüben in der ganzen Schweiz massiv unter Blattlausbefall. Peter Imhof von der Schweizer Zucker AG geht aufgrund von Umfragen bei den Transport- und Verladeorganisationen davon aus, dass die Ertragseinbussen durch die viröse Vergilbung in einigen Regionen der Westschweiz bis zu 50 Prozent betragen. Für die Region West werden die durchschnittlichen Erträge auf 65 t/ha geschätzt.

In Anbetracht der Situation wegen dieses Virus hatte das BLW am 30. September die Akteure der Branche sowie Vertreter der Umweltorganisationen zu einem runden Tisch eingeladen. Nach Abwägung der verschiedenen Optionen hat das BLW entschieden, zwei Produkte zur Blattbehandlung zuzulassen, um die Blattläuse, die bei den Zuckerrüben die viröse Vergilbung übertragen, zu bekämpfen. Diese Produkte, Movento SC und Gazelle SG, sind in der Schweiz bereits für die Verwendung in Kartoffeln zugelassen.

Ehrgeiziges Programm

Angesichts der Notwendigkeit, den Zuckerrübenanbau vor Schäden durch die Viröse Vergilbung zu schützen,  ist laut BLW ein ehrgeiziges Programm erforderlich. Dazu zählen insbesondere die Erforschung alternativer Methoden zum Schutz der Zuckerrüben, die Ermittlung toleranter Sorten, die Entwicklung von Warnmodellen zur gezielten Bekämpfung und die Unterstützung von Produktionssystemen, die auf den Einsatz von Pestiziden verzichten. Keine Option ist die Wiederzulassung von Gaucho, das 2019 in der EU wie auch in der Schweiz verboten wurde. Mittlerweile haben aber zwölf Staaten in Europa ausser Italien und der Schweiz das Mittel wieder zugelassen.

Witterung entscheidend

Der Verband der Schweizer Zuckerrübenpflanzer SVZ  ist enttäuscht über die Ablehnung des Antrages. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Abstimmungen zu den Pflanzenschutz-Initiativen möge dieser politisch nachvollziehbar sein, agronomisch sei er aber falsch: «Zuckerrüben blühen im Anbaujahr nicht und eine negative Wirkung der Zuckerrübensaatgutbeizung auf Bienen wurde bisher nie nachgewiesen. Zudem hat der SVZ dem Bund Vorschläge für Begleitmassnahmen unterbreitet. Zwar bewilligte das BLW zwei Wirkstoffe für Flächenspritzungen. Ob die Blattlausepidemie und die Verbreitung der virösen Vergilbung damit gestoppt werden können, wird sich zeigen und hängt stark von der Witterung sowie der Wirksamkeit der neuen Insektizide ab.»

Der negative Entscheid stellt den Schweizer Zuckerrübenanbau laut dem SFZ vor riesige Herausforderungen: «Es muss befürchtet werden, dass die Schweizer Zuckerwirtschaft in ihren Grundfesten gefährdet ist. Die Ablehnung der befristeten Notzulassung führt zu einem massiven Wettbewerbsnachteil der einheimischen Zuckerproduktion und hat hohe Importmengen von nachweislich weniger nachhaltig produziertem Zucker zur Folge.» Der Schweizer Zuckerrübenverband fordert daher mit Nachdruck, dass nur noch Zucker importiert wird, der ohne Pflanzenschutzmittel hergestellt wurde, die in der Schweiz nicht zugelassen sind. Parallel dazu müssen die Züchtungsunternehmen unter Hochdruck so schnell wie möglich tolerante Sorten entwickeln und zur Anbauprüfung zur Verfügung stellen. Alternative Bekämpfungsmöglichkeiten gegen Blattläuse und andere Schädlinge müssen gefunden und getestet werden. Die SVZ begrüsst das vom Bundesrat in Auftrag gegebene Forschungspaket.

Wettbewerbsverzerrung

Die Schweizer Zucker AG teilt die Bedenken des SFZ bezüglich Zuckerimporten und bedrohung des Rübenanbaus und hat kein Verständnis für die Verweigerung der Notzulassung von Gaucho: «Der Entscheid führt zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung gegenüber der EU. Der Entscheid des BLW wird zu einem Rückgang der Anbaufläche führen und dies wiederum zu einem grösseren Anteil von Importzucker, welcher nicht nur mit den in der Schweiz verbotenen Pflanzenschutzmitteln behandelt, sondern auch deutlich weniger nachhaltig produziert wird als in der Schweiz. Der Entscheid stellt die schweizerische Zuckerbranche vor ein existenzielles Problem.»

Kein Virenstopp

Dieses Jahr litten die Zuckerrüben in der ganzen Schweiz massiv unter Blattlausbefall. Die maximal erlaubten zwei Behandlungen übers Blatt mit dem Wirkstoff Pirimicarb reichten bei Weitem nicht aus. Bis 2018 wurden die Blattläuse in der Anfangsphase des Rübenwachstums durch das Beizmittel Gaucho in der Rübenpille bekämpft. Immer wieder zufliegende Blattläuse wurden mit dem neonikotinoidhaltigen Mittel, das aber als bienengefährdend verboten wurde, erfasst. Pirimicarb erfasst nur Läuse, die vorhanden sind. Das Mittel bietet keinen längeren Schutz. Es kann auch eine Virenübertragung durch die Läuse nicht verhindern. Deshalb haben sich BYV-Viren, die die viröse Vergilbung verursachen, 2020 mit extremem Tempo von Westen her auch in die deutsche Schweiz ausgebreitet. 2019 war zwar die Blattlausproblematik weniger akut, dafür hatten die Produzenten mit Erdflöhen zu kämpfen. Auch diese wurden früher durch Gaucho ausgebremst. sum

33 Responses

  1. Schade. Unsere grüne Politik zerstört den Rübenanbau.
    Was ist wohl ökologischer, eine effiziente Beizung mit einem Neonikotinoid oder zig Spritzungen über Kopf mit Insektiziden auf 18’000 ha (gut, nächstes Jahr werden es bestimmt weniger sein)!? Ja, und die Erdflöhe haben wir ja damit nicht aus dem Weg geräumt… Verstehe solche Beschlüsse nicht.

    1. Die Zerstörung der Wirtschaft ist das Ziel der grünen, sozialistischen Politik.
      Diese Leute (Politiker, Behörden) haben nichts aus der Geschichte gelernt. Sozialismus bringt immer Unfreiheit, wirtschaftlicher Niedergang, Tod und Totalitarismus.
      Natürlich kommt dieser neue, grünangestrichene Sozialismus immer auf den Samtpfoten von Gesundheitsfürsorge (Covid-19), Umweltschutz (PSM-Verbot, ..), …, ist aber deshalb um nichts weniger tödlich als seine Väter: Kommunismus und Nationalsozialismus.

      1. Beat, warum bist du nicht schon lange in der Politik, vieleicht findest du dann bei deinen Polemikpartei Kollegen gehör. Dein Poltern bringt keinen weiter dich schon gar nicht. Wenn du mit Verstand zur Sache gehen würdest, würdest du merken, dass das wie du das alles siehst, dir selber um die Ohren fliegt, darum siehst du mit den Augen nur schwarz. Viel Glück beim weiteren schwarz malen….

        1. Das hier ist Politik. Wer die Wahrheit liebt und sagt, sieht nicht / nie schwarz. Wer – wie Pontius Pilatus – nicht in der Wahrheit lebt, fragt „Was ist Wahrheit?“.
          Othmar, dein Verhalten, bestätigt nur folgende Regel: „Zuerst ignorieren sie dich, dann machen sie dich lächerlich, dann bekämpfen sie dich und dann verlieren sie gegen dich.“
          Im Moment sind wir im Stadium zwischen lächerlich machen und bekämpfen.

  2. In einer globalisierten Wirtschaft sollten auch globalisierte Richtlinien gelten. Es kann nicht sein, dass eine Benachteiligung der Einen zum Vorteil Anderer wird. Genauso rigoros wie bei Covid – 19 vorgegangen wird, so sollten global Weisungen über den Einsatz gesundheitsschädigenden Pflanzenschutzmittel durchgesetzt werden. Schliesslich geht es dabei um unser aller Gesundheit!

    1. @Robert Hauser: Totale Überwachung, totale Kontrolle also. Also das Wunschgebilde der Sozialisten / Kommunisten. Covid-19 war ein Test, wie weit die Menschen den Regierungen, Medien und Wissenschaftler vertrauen. Das Ergebnis ist erschreckend. Die Menschen haben Verstand, Selbstverantwortung und Freiheit abgegeben und folgen wie Schafe den Metzgern auf die Schlachtbank.
      Und weil das bei Covid-19 so gut geklappt hat, soll das nun auch auf andere Gebiete ausgedehnt werden, nicht wahr?

  3. Hi Herr Hauser hier geht es um Jobs bei den nach gelagerten Stufen und ob sie noch ein Schweizerkreuz auf das Produkt machen können. Die Schlafen noch. Und wenn der Wirkstoff so gefährlich sein sollte wie die Oekofricks erzählen , dürfte der Wirkstoff nicht in den Flohhalsbänder für Hund und Katzen eingesetzt werden!! In vier Flohhalsbänder hat es gleich viel Wirkstoff ,wie für 1 Ha Zuckerrüben Saatgut .

    1. Guter ansatz Walther, nur ich glaube , da reicht EM alleine gar nicht aus. Ich denke da müsste mal gründlich ein Umdenken stattfinden, wie mit dem Boden umgegangen wird. Aber leider laufen so viele bereits Gehiramputierte Landwirte rum, die von der Chemie gesteuert werden, dass sie gar nicht mehr merken dass Ihr bestes Gut der Boden ist. Sie missachten und vergewaltigen und vergiften Ihn und sind erstaunt wenn die Blattlaus dann auftritt. Aber eben ohne Gehirn, lässt sich schlecht denken.

      1. Also, die Blattlaus tritt auf, wenn Chemie eingesetzt wird? Chemie ist unnatürlich, nach deiner Meinung, Othmar?
        Die ganze sichtbare Schöpfung besteht aus chemischen Elementen. Was ist daran schlecht? Was ist daran schlecht, wenn der Mensch, der mit Verstand und Schöpferkraft begabt wurde, Mittel herstellt, die ihm helfen, Schädlinge zu bekämpfen?
        “Früher starben die Menschen mit 35 Jahren. Heute schimpfen sie bis 95 (Jahren) über die Chemie.”

        1. Mal eine Grundlegende Frage an dich Beat, was bist du von Beruf, bist du wirklich ein Landwirt oder was hast du gelernt. Kannst du mir das mal sagen?! Und dann vieleicht noch welche Religiöse ausrichtung hast du, dann kann man dich vieleicht besser verstehen, so wie dein Auftreten ist. Ach ja das hätte ich ja fast vergessen Geburtstag Datum und Sternzeichen, damit alles oder die es verstehen heraus zu lesen was oder wer du bist. Hast du Mut und Gourage dazu……

          1. Mut habe ich. Aber nicht das Bedürfnis und den Willen. Die Wahrheit ist unabhängig von Beruf, geistlichen Überzeugungen, … Du, Othmar, sollst dich einfach der Wahrheit stellen und nicht Ausflüchte suchen.

          2. Bernet, „…Geburtstag Datum und Sternzeichen, ….damit alle verstehen heraus zu lesen was oder wer du bist…“ (?). Läck, mit dieser Hokuspokus-Aussage zusammen mit Ihrer Blattlautheorie haben Sie sich endgültig disqualifiziert. Gehen Sie Bäume umarmen – aber mit Aluhut.

        2. Ich glaube Du Beat Furrer hast nicht nur keiune Ahnung, sondern du scheinst sehr naiv zu sein. Aber vieleicht weisst du wieso die Blattläuse denn kommen. dann kann man in Bezug auf dich wieder ein Hoffnungsschimmer haben, dass doch nicht alles verloren ist

          1. Diese Frage ging an dich Beat, du machst es dir zu einfach, zeigt aber dass du wirklich keine Ahnung hast und nur irgendetwas daher schreibst. Du hattest ja nicht einmal den Mut zu sagen welchen Beruf du hast geschweige in welchem Alter und Gebutstag du hast. Wohl Angst dass ich dich lesen könnte….

    1. Gib mir deine Kontakdaten und ich zeige Dir bgenau für was EM ist. das wird so vielfach falsch beraten und blödsinn geredet. Es sind ein Paar sachen zu beachten, sonst geht es gar nicht gut. So wie ich wahrnehme was du schreibst, hast du das wahrscheinlich von einer Mühle im Luzernischen bekommen in einem grösseren Tank. Und mit der Aussage mit EM und kohle könntest du Humusaufbauen oder was wurde versprochen, wer ist der Berater. Es gibt da leider ein Paar Scharlatane darunter.

  4. Heisst das, dass du entlich verstanden hast, dass du keine Ahnung hast?!
    Ist bei dir doch noch nicht alles verloren, dann kann es ab jetzt ja nur noch besser werden….
    Viel Glück bei dei deiner Einsichtkeit, nur Mut das kommt mit der Zeit dann schon noch dass du verstehst, warum die Blattlaus wirklich kommt.
    So Beat, dann wünsche ich Dir jetzt noch ein schönes Wochenende machs trotzdem noch gut….

    1. Darf ich fragen, wer dich beraten hat und von wem du EM bezogen hast. Oder bist du einer der versucht hat selber zu vermehren, der es wahrscheinlich nicht richtig gemacht hat. Weisst du EM kann nicht alles, es gibt leider Fanatiker die dem aber alles zusprechen. Da ist einiges zu wissen für was dies eingesetzt werden kann und was nicht geht. Wie du es eingestzt hast, das nähme mich schon wunder. Willst du wissen was sache ist, dann zeigeDich mir, dann kann ich Dir persöhnlich weiter helfen.

  5. Xylon, schön dass du reagierst, noch schöner wäre mit dem richtigen Namen. Ersten galt meine Reaktion Beat Furrer, das müsstest du ja gemerkt haben, wenn du richtig gelesen hast. Kann ja auch sein dass du auch Beat heisst und oder der gleiche wie Beat Furrer bist und dich jetzt grad verraten hast. Denn nach der Art und weise wie du da schreibst ist es durchaus sehr gut möglich. So und jetzt zum Produkt,bzw EM für was willst du das jetzt ganz genau einsetzen und was soll es bewirken…?!

  6. Der Seeländer, ohne namen zu schreiben heisst ohne Gesicht, das heisst wohl auch nicht ernst zu nehmen bist, Sonst hätte ich dir es es erklärt. Nur eben, es kann auch gut sein dass der dahinter Beat Furrer Persöhnlich ist.

      1. Wenn denn die Argumente wirklich Wahrheitsgetreu sind, nur eben da scheint der Beat ja die wahrheit gekauft zu haben. Dir kann jemand etwas erzählen, passt dir das nicht in den Kram dann ist es nicht so.
        Ich habe ja wohl gemerkt dass du vom Boden so gar nichts verstehst, dich aber rauswinden willst. Das einfachste und stärkste wäre einfach mal hin zu stehen und sagen, ja das verstehe ich nicht, das ist stärke und nicht schwäche. Aber immer so zu tun als ob, das ist nicht stärke

        1. Hier geht es um Kommentare zu Meldungen und um Gedankenaustausch und nicht um Stärke und Schwäche. Wenn du mit deiner Boden-Theorie zeigen kannst, dass die funktioniert (akzeptable Erträge, akzeptable Qualität der Produkte, akzeptabler Aufwand für Boden- und Pflanzenschutz), dann wird sich das durchsetzen.

          1. Du, Othmar, musst es in der Praxis beweisen, dass deine Boden-Erkenntnis der Hit ist. Eröffne doch einen Tag der offenen Tür!

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