Donnerstag, 28. Januar 2021
15.12.2020 13:19
Schädlinge

Parlament sagt Baumwanze den Kampf an

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Von: blu/sda

Die aus Asien eingeschleppte Marmorierte Baumwanze setzt dem Obst- und Gemüsebau zu und macht immer grössere Teile der Ernte zunichte. Nach dem Nationalrat sagt auch der Ständerat dem Schädling den Kampf an.

Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) stammt ursprünglich aus Ostasien und wurde 2004 zum ersten Mal in der Schweiz entdeckt. Seither hat sie sich zu einem bedeutenden Schädling in der Landwirtschaft und zu einem lästigen Plagegeist in Siedlungsgebieten entwickelt, teilte das Schweizer Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung Agroscope im Juli 2020 mit.

Ausbau der Forschung

Die  Baumwanze setzt dem Obst- und Gemüsebau zu und macht immer grössere Teile der Ernte zunichte. Der Schädling kann über 200 verschiedene Wirtspflanzen befallen. Insbesondere im Obst- und Gemüsebau führen die Einstiche der Wanzen zu Deformationen und bitteren Stellen im Pflanzengewebe. Nach dem Nationalrat sagt auch der Ständerat der Wanze den Kampf an.

Er hat am Dienstag eine Motion von Nationalrat Philipp Kutter (CVP/ZH) stillschweigend angenommen. Konkret fordert der Vorstoss den deutlichen Ausbau der Forschung und Beratung im Kampf gegen die Marmorierte Baumwanze.

Gemäss Kommissionssprecher Hannes Germann (SVP/SH) waren im Jahr 2019 erstmals auch Betriebe in der ganzen Schweiz betroffen. Auch der Bundesrat sieht Handlungsbedarf. Er muss den Auftrag nun ausführen.

Obstverband fordert rasche Lösungen

«Das Ausmass der Schäden erfordert schnelle Lösungen, um die einheimische Obstproduktion zu unterstützen. Besonders betroffen sind die Birnenkulturen angrenzend zu Häusern, Scheunen oder zu Siedlungsgebieten», teilte der Schweizer Obstverband (SOV) im Herbst 2019 mit.

Eine chemische Bekämpfung der Baumwanze ist nicht möglich und es sind auch bisher keine Insektizide dagegen zugelassen.  Gemäss SOV ist eine chemische Bekämpfung sehr schwierig, da die ausgewachsenen Tiere bereits im April aus dem Winterquartier (Häusern) in die Kulturen einwandern.

Als natürlicher Gegenspieler der Baumwanze agiert die Samuraiwespe. Diese Schlupfwespe legt ihre eigenen Eier in die Eigelege der Marmorierten Baumwanze und kann damit dessen Vermehrung eindämmen.

Millionenschäden

In Italien, wo die Marmorierte Baumwanze bereits länger vorkommt, werden die Schäden gemäss Motionär in der Landwirtschaft für 2019 mit 350 Millionen Euro beziffert. 

Die Schäden in  der Schweiz haben sich 2019 im Vergleich zu 2018 verdoppelt. Die Marmorierte Baumwanze hat laut dem Schweizer Obstverband (SOV) 2019  Schäden von mehr als drei Millionen Franken verursacht. Bereits gibt es Ernteausfälle von bis zu 20 Prozent. 

Baumwanze

Die marmorierte Baumwanze ist für den Obst- sowie den Gemüsebau gefährlich. Im Obstbau befällt sie Pfirsiche, Nektarinen und Birnen. Die Wanzen saugen an den Früchten, die mehr oder weniger starke Deformationen ausprägen. Obwohl Einstiche kurz vor der Ernte nicht mehr zu wahrnehmbaren Dellen an den Früchten führen, sind sie ein grosses Problem, weil sie als Eintrittspforte für Krankheitserreger dienen und die Früchte in der Folge am Lager zu faulen beginnen.

Die Früchte erhalten durch die Einstiche Dellen.
Obstverband

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