Dienstag, 27. September 2022
16.07.2022 11:49
Ernährung

54 Tonnen Brot und 41’000 Eisbergsalate für Pfadfinder

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Von: sda

Wenn wie im Pfadi-Bundeslager 30’000 hungrige Mäuler gestopft werden, kommen gigantische Mengen an Nahrungsmitteln zusammen. Falls es zum «Zmittag» heisst «Spaghetti mit Tomatensauce für alle», werden dafür allein vier Tonnen Teigwaren, 1,25 Tonnen Reibkäse und 5’000 Liter Tomatensauce benötigt.

«Die Verpflegung von so vielen Menschen ist schon eine logistische Herausforderung», sagt Anja Walker alias Paya, Sprecherin des Bundeslagers, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage. «Die entsprechende Planung hat bereits vor rund vier Jahren begonnen, damit alles reibungslos abläuft». Seit drei Jahren steht die Detailhändlerin Migros als Partner fest.

Im Pfadi-Bundeslager während den nächsten Wochen im Goms ist jede Abteilung selber für die eigene Verpflegung verantwortlich. Damit es aber zu keinen Engpässen bei einzelnen Nahrungsmitteln kommt und die Versorgung planbar ist, hat das Organisationskomitee die Menüwahl vornherein eingeschränkt. Bei jedem Mittag- oder Abendessen konnten die rund 800 Pfadiabteilungen im voraus aus je zwei Menüvorschlägen auswählen.

Nasi Goreng und Fotzelschnitten

Zur Auswahl standen typische Lagermenüs wie etwa Spaghetti, Käseschnitte, Nasi Goreng, Hamburger oder Fotzelschnitten mit Apfelmus. Bereits im April mussten die Pfadgruppen online ein Formular mit ihrer Menüwahl ausfüllen und die entsprechenden Bestellung abgeben.

Die Menge an Esswaren, die es braucht, um die Zeltstadt mit den Zehntausenden Bewohnerinnen und Bewohnern zu versorgen, sind beeindruckend. Während den den nächsten Wochen im Goms verbrauchen die rund 800 Pfadiabteilungen mit bis zu 120 Personen insgesamt 54 Tonnen Brot, 19 Tonnen Teigwaren, 15 Tonnen Reis, 41’000 Eisbergsalate, rund 19‘000 Salatgurken, 14 Tonnen Rüebli, 19’000 Liter Tomatensauce, 7,5 Tonnen Apfelmus, um nur einige Beispiel zu nennen.

«Weil die Pfadi umweltbewusst kocht, sind die Mahlzeiten grundsätzlich fleischlos», sagt Walker. «Die einzelnen Pfadiabteilungen können jedoch Fleisch als Option wählen, falls sie das wünschen.»

Kühlstation so gross wie Schwimmbecken

Zweimal am Tag können die 800 Pfadigruppen die bestellten Nahrungsmittel abholen. Am Vormittag für das Mittagessen und am Nachmittag für das Abendessen. Die Essensverteilung geschieht auf dem zentralen Lagerplatz auf dem ehemaligen Flugplatz in Ulrichen, dem sogenannten BuLavard. Dort befindet sich eine riesige Kühlstation in der Dimension von 1100 Quadratmetern, also etwa so gross wie ein Olympisches Schwimmbecken.

Auch hat das Bundeslager seinen eigenen Laden, in dem die Pfadigruppen zahlreiche Grundnahrungsmittel und insbesondere Ersatzprodukte für Vegetarier, Veganer oder Allergiker einkaufen können.

Massnahmen gegen Food Waste

Damit so wenig Lebensmittel wie möglich verschwendet werden, haben die Organisatoren verschiedene Vorkehrungen getroffen. So können haltbare Lebensmittel, welche die Verteilzentrale oder den Laden auf dem zentralen Platz nicht verlassen haben, an die Migros zurückgegeben werden.

Verderbliche Lebensmittel, die bei der Verteilzentrale oder im Laden bleiben, werden in der Küche für die Helferinnen und Helfer und im Restaurant verwertet. Weil pflanzliche Lebensmittel häufig weniger leicht verderblich sind als Fleischprodukte, war die vegetarische Option eines Menüs jeweils die Standardvariante bei der Menüauswahl.

Zudem können ungekochte Lebensmittel und verschlossene Verpackungen, welche nicht gekühlt werden müssen, unter den Pfadiabteilungen ausgetauscht werden. Dafür wird ein Kommunikationskanal zur Verfügung gestellt. Bei der Auswahl von Früchten und Gemüsen hat die Pfadi darauf geachtet, dass diese nicht während dem Transport oder der Lagerung kaputt gehen, also möglichst robust sind.

100 Köchinnen und Köche für 5’000 Rover

Für das Bundeslager stehen 5’000 freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz. Die sogenannten Rover werden auf dem zentralen Lagerplatz verköstigt. Zu Spitzenzeiten arbeiten rund 100 Personen täglich in der Rover-Küche.

Weil die Pfadis zelten, wird auf dem Holzfeuer gekocht. Falls der Kanton Wallis wegen der Trockenheit ein Feuerverbot erlassen sollte, werden die Mahlzeiten auf dem Gasherd zubereitet. Bei ambitionierten Gruppen darf natürlich auch ein Holzbackofen nicht fehlen.

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