Freitag, 22. Oktober 2021
30.03.2021 15:58
Robotik

Blacken mit Drohnen und Robotern bekämpfen

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda/blu

Dank der Digitalisierung kann in der Landwirtschaft die Umweltbelastung durch Pflanzenschutzmittel reduziert werden. Die Forschungsanstalt Agroscope und vier Partner erproben die Unkrautbekämpfung mit Hilfe von Drohnen und Robotern. Dazu wird aber die neue Mobilfunktechnik 5G benötigt. 

In der parlamentarischen Initiative «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren», beziehungsweise dem Absenkpfad Pestizide, hat das Schweizer Parlament ambitionierte Ziele zur Reduktion der Risiken von Pflanzenschutzmitteln festgelegt. In Projekten wie dem Innosuisse-Projekt werden konkrete Lösungen entwickelt, mit denen die Schweizer Landwirtschaft diese Ziele erreichen kann.

Pflanzenschutzmitteln um bis zu 90 Prozent senken

«Die Landwirtschaft wird künftig datenbasierter arbeiten, für die zentrale Auswertung dezentral gesammelter Daten ist eine schnelle und hochvolumige Datenübertragung entscheidend» wird Thomas Anken von Agroscope am Dienstag in einer Medienmitteilung zitiert. Dazu und auch zur Steuerung und Überwachung autonomer Geräte sei eine gute Konnektivität essenziell, wie sie nur der 5G-Mobilfunk biete.

Das Innosuisse-Projekts soll eine deutlich präzisere Unkrautbekämpfung ermöglichen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kann um bis zu 90 Prozent reduziert werden, heisst es in der Mitteilung. In einem weiteren Entwicklungsschritt soll das Pflanzenschutzmittel durch Heisswasser ersetzt werden. Die Erkennung der Pflanzen wird durch den Einsatz neuronaler Netze und selbstlernender Algorithmen immer genauer. Zugleich

Blacken mit Drohne erfassen

Am Beispiel eines Innosuisse-Projekts zur Unkrautbekämpfung wollen Agroscope, die Ostschweizer Fachhochschule OST, die Fenaco sowie Sunrise UPC und Huawei die Kombination von smarten Technologien erproben.

Konkret geht es um die sogenannten Blacken, eine Ampferart, die andere Gewächse verdrängt. Die Pflanzen werden per Drohne fotografiert und die Rohdaten über 5G-Datenverbindungen in die Cloud geladen. Dort werden sie in Echtzeit analysiert und identifiziert.

Traktor wird zur Blacke navigiert

Die Ergebnisse werden zurück auf den Acker gespielt, wo ein Traktor oder Landwirtschaftsroboter per GPS zum Unkraut navigiert wird und es bekämpft. Die Bekämpfung von Unkraut erfolge durch dieses Vorgehen sehr präzise, hiess es. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln könne um bis zu 90 Prozent reduziert werden.

Die Erkennung der Pflanzen werde durch den Einsatz neuronaler Netze und selbstlernender Algorithmen immer genauer, erklärten die fünf Partner. Zugleich stiegen die Datenmengen immens an. Die Kombination von 5G, Big Data und Cloud-Technologie sei daher entscheidend für das Gelingen dieses Innovationsprojekts.

Braucht 5G

«Der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln wird zunehmend in Frage gestellt. Das Schweizer Parlament hat mit dem Absenkpfad ambitionierte Ziele zur Reduktion der Risiken von Pflanzenschutzmitteln festgelegt. Deshalb entwickeln wir umweltschonende und nachhaltige Lösungen», lässt sich Michael Feitknecht, Mitglied der Geschäftsleitung der Fenaco und Leiter Department Pflanzenbau, zitieren.

Vom Innosuisse-Projekt erhofft er sich einen weitere Digitalisierungsschub für die Schweizer Landwirtschaft.
Damit die Landwirte die neuen Techniken auch Nutzen können, braucht es die Technik 5G. «Die Entwicklungen in der Bilderkennung und im autonomen Fahren, an denen wir arbeiten, sind nur mit einer ausgebauten 5G-Infrastruktur machbar. Noch stehen wir am Anfang autonomer, kollaborativer Robotiksysteme für mehr Ökologie und Effizienz», sagt Dejan Seatovic, Institutspartner am ILT Institut für Laborautomation und Mechatronik und Professor im Studiengang Maschinentechnik und Innovation an der Fachhochschule OST in Rapperswil SG.

5G

Der aktuelle Mobilfunkstandard ist unter dem Namen Long Term Evolution (LTE) bekannt. Diese Technik erfüllt mit ihrer Netzabdeckung und der Netzgeschwindigkeit momentan fast alle Bedürfnisse von Privatkunden und stellt für verschiedene alltägliche Anwendungen, zum Beispiel mobiles Streaming von Sportangeboten oder Datenaustausch über Messenger, eine ausreichende Datenrate bereit.

Die Einführung von 5G wird nicht das Ende von LTE bedeuten, sondern eine Weiterentwicklung zusätzlich zum bestehenden Netz. Durch den parallelen Betrieb beider Technologien können zukünftig grössere Kapazitäten und schnellere Netzgeschwindigkeiten bedient werden. 5G als Kommunikationsstandard von morgen wird durch die wesentlich höhere Bandbreite neue Anwendungen ermöglichen. Mit 5G sind gemäss Swisscom zunächst bis zu 2 Gbit/s Download, später sogar bis 10 Gbit/s möglich. Das ist zwei bis zehn Mal schneller als der aktuelle Download auf 4G. Mit 5G sinkt die Reaktionszeit von heute 25 bis 35 Millisekunden auf einige wenige Millisekunden. Das ermöglicht die praktisch verzögerungsfreie Kommunikation in Echtzeit.

-> Mehr zu 5G gibt es hier

Mehr zum Thema
Pflanzen

Die Dreyer AG informiert mit Kleber über die Import und deren Ursachen. Betroffen ist auch Rotkraut. - Deyer Das Wetter macht den Sauerkraut-Produzenten dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung.…

Pflanzen

Bis es zu einer Liberalisierung kommen könnte, dürften Jahre vergehen. - skhakirov/ flickr Cannabis soll nicht mehr verboten sein, sondern Anbau, Produktion, Handel und Konsum sollen umfassend neu geregelt werden.…

Pflanzen

Die Birnenernte in Italien fällt dieses Jahr noch schlechter aus als erwartet.  - SOV In Italien rechnet OI Pera, die interprofessionelle Organisation für Birnen, mit einer rekordtiefen Birnenernte. Mit dem…

Pflanzen

Ein ProSpecieRara-Projekt sammelt seltene Weinbergpfirsichsorten der Schweiz und baut die Verbreitung und Absicherung zusammen mit privaten Sortenerhalterinnen und -haltern sowie professionellen Anbietern auf. - Pro Specie Rara Die alte Tradition…

One Response

  1. Anstatt mit der Natur zu arbeiten und mehr darin forschen, was die Blacke uns sagen will und wie sie arbeitet, werden die Bekämpfungsstrategien immer utopischer. Immer mehr entfernt man sich von der Scholle, von der wir entstammen. Es braucht keinen Raketeningenieur um dabei zu erkennen, dass dies der Anfang des Untergangs der Menschheit ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE