Freitag, 30. September 2022
27.07.2022 11:00
Wald

Holzernte trotz höheren Erlösen defizitär

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Von: blu

2021 wurden in der Schweiz mit knapp 5 Millionen Kubikmetern rund vier Prozent mehr Holz geschlagen als im Vorjahr. Das ist die zweite Ertragssteigerung in Folge. Über zwei Drittel des Holzes stammten von Nadelbäumen. Das Holzen bleibt ein Verlustgeschäft, doch höhere Preise verringerten die Defizite der Forstbetriebe.

5 Millionen Kubikmeter Holz wurde letztmals 2018 und 2012 geerntet. In Hinblick auf die Versorgung sei das ein positives Signal aus der Forstwirtschaft, schreibt das Bundesamt für Statistik (BFS) in einem Communiqué.

Stammholz hat 50% Anteil

Das für die Sägereien bestimmte Stammholz hat mit 2,5 Millionen Kubikmetern hat mit 50 Prozent den grössten Anteil an der Holzernte. Die Menge hat um 6% zugenommen. Beim Energieholz wuchs die Menge um 2% auf 2,0 Millionen Kubikmeter. Der Gesamtanteil liegt bei 40%. Das Industrieholz wurde 0,5 Millionen Kubikmeter geschlagen, der Gesamtanteil liegt unverändert bei rund 10%.

Bei der Holzart zeigt sich ein klares Bild. Das Nadelholz ist deutlich an der Spitze. Es erreichte 2021 einen Anteil von 69 Prozent, das Laubholz lediglich 31%. Fast zwei Drittel des Holzes stammen aus Wäldern in öffentlichem Besitztum, ein Drittel von privaten Waldeigentümern. Dieses Verhältnis hat sich seit der Erhebung 2020 kaum verändert. Demgegenüber verteilen sich die Waldflächen der Schweiz auf 71% öffentlichen und 29% privaten Grund.

Mehr Holz zum Heizen

Deutlich an Bedeutung gewonnen hat in den vergangenen 20 Jahren das Energieholz. Damals lag der Anteil bei 20 Prozent, 2021 lag der Wert bei 40 Prozent. Die Zunahme lässt sich gemäss BFS auf die Hackschnitzel für grosse Holzheizungen zurückführen. «Sie benötigen eine konstante Zufuhr von Schnitzel. Hier ist die Nachfrage natürlich auch abhängig von den Temperaturen im Winter», heisst es im Bericht.

Während sich wegen des Heizens der Anteil des Stammholzes für Sägereien verringerte, blieb der Anteil des Industrieholzes über die Jahre bei zehn Prozent stabil. Das sei interessant, da die meisten Verarbeiter die Produktion in dem Zeitraum eingestellt hätten, so das BFS.

Cheminée in unsicheren Zeiten

Beim Energieholz wird in die Kategorien Hack- und Stückholz unterteilt. Als 2004 erstmals getrennt nach diesen beiden Sortimenten erfasste wurde, hatte Hackholz einen Anteil von noch 24%. Gemäss der Forststatistik wird seit 2014 im Schweizer Wald mehr Hack- als Stückholz produziert. Der Anteil des Erstgenannten am gesamten Energieholz betrug im vergangenen Jahr 63%.

Allerdings stieg das Volumen beim Stückholz 2021 gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent um beim Hackholz lediglich um 0,5 Prozent. Das BFS führt das auf die zunehmende Unsicherheit bei der Energieversorgung zurück, welche die Nachfrage nach Stückholz für Kaminfeuer oder kleinere Holzöfen steigen liess.

Verluste gehen zurück

Die 656 Holzbetriebe im Land nahmen 2021 zusammen 583 Millionen Franken ein. 590 Millionen Franken gaben sie aus. Damit reduzierte sich das Defizit von 44 Millionen Franken im Vorjahr auf 7 Millionen 2021. Grund dafür sind die gestiegenen Holzpreise, die gemäss Fachleuten wieder «auf einem normalen Niveau liegen.»

Höhere Holzpreise reduzieren das Defizit der Forstbetriebe.
BFS

Das BFS berechnet auch die Wirtschaftlichkeit pro Hektar und Kubikmeter. Dazu melden 160 Forstbetriebe aus dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz ihre Zahlen. Diese Betriebe haben sich die Verluste gegenüber dem Vorjahr halbiert: Belief sich der Verlust 2020 pro Hektar noch auf 66 Franken, so halbierte sich dieser im vergangenen Jahr auf 33 Franken. Bezogen auf den Kubikmeter aufgerüstetem Holz resultierte ein Verlust von 8 Franken (2020: –16 Franken/m3).

Ebenfalls halbiert hat sich der Verlust über den Gesamtbetrieb (Waldbewirtschaftung, Sachgüter und Dienstleistungen) von 59 Franken/ha auf 29 Franken/ha. Die tiefer ausgefallenen Verluste sind auf die höheren Preise für Holz zurückzuführen. Der durchschnittliche Holzerlös stieg um 8 Franken auf 69 Franken/m3. Beim Nadelstammholz stiegen die Preise um 13 Franken von 72 auf 85 Franken/m3.

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