Mittwoch, 2. Dezember 2020
10.11.2020 11:49
Saatgut

Erste Schweizer Öko-Beizanlage wird gebaut

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Von: rup

Drei Millionen Franken investiert die Fenaco-Genossenschaft in eine neue thermische Beizanlage der Firma ThermoSeed Global AB.  Ziel ist künftig Saatgut ohne chemische Beizung anzubieten. Dafür setzt sie auf ein Verfahren mit Dampf. 

Die erste thermische Beizanlage in der Schweiz soll den Einsatz von chemisch-synthetischen Beizmitteln deutlich reduzieren. Ein ambitioniertes Ziel. Mit der Saatgutbehandlung werden keimende Nutzpflanzen vor Krankheiten geschützt.

Das geschieht in der Schweiz bei Saatgetreide vorwiegend gegen Schneeschimmel, Stink- und Zwergbrand sowie Flugbrand. Momentan werden hierzulande jährlich 19 500 Tonnen Getreidesaatgut chemisch-synthetisch gebeizt.

Biomarkt wächst

Der Schweizer Biomarkt ist mit rund 2 600 Tonnen Saatgut vergleichsweise klein. Dieses Saatgut wird im Bio- und IP-Suisse-Markt ungebeizt eingesetzt respektive mit Bio-Beizmitteln behandelt. Doch der Biomarkt wächst.

Jährlich verzeichnet er einen Zuwachs von rund zehn Prozent. Zudem zielt der Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes auf eine Reduktion der chemisch-synthetischen Wirkstoffmengen. Die Nachfrage nach Alternativen zur bisherigen Beizung von Getreide in der Schweiz ist dementsprechend gross.

Agroscope: Dampf hat die grösste Wirkung

Für das Projekt forschte die Fenaco gemeinsam mit Agroscope an der alternativen Saatgutbehandlungen. Das Resultat: Die grösste Wirkung bei der Saatgutbehandlung wird mit Dampf erzielt.

Die Vorteile sind laut Karen Sullam von Agrocope zahlreich:  «Die Vorteile der Dampfbehandlung stechen heraus: Sie hat eine kurze Behandlungszeit und ist kostengünstig sowie wirksam gegen Krankheiten, die sich aussen auf dem Korn befinden»

Investition für mehr Nachhaltigkeit

Fenaco investiert nach Abschluss des Forschungsprojekts mit Agroscope rund drei Millionen Franken in eine Anlage der ThermoSeed Global AG. Dabei handelt es sich um eine thermische Saatgutdesinfektion mittels einer Dampfpasteurisierung. «Mit dieser Anlage sind wir Vorreiter bei der ökologischen Saatgutbehandlung durch Dampf in der Schweiz», sagt Jürg Jost von der Fenaco. Das passe perfekt in die Nachhaltigkeitsstrategie und entspreche einem klaren Kundenbedürfnis.

Leisten soll die neue Anlage eine Kapazität von 15 Tonnen pro Stunde. Voraussichtlich wird sie im Juni 2021 am Standort Lyssach BE den Betrieb aufnehmen. In Zukunft soll das gesamte Saatgut aller Getreidearten der Fenaco über die thermische Beizanlage laufen.

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