Sonntag, 17. Januar 2021
08.12.2020 18:04
Agrarpolitik

Agrarpolitik: «Sistierung bedeutet Stillstand»

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Von: lid/blu

IP Suisse, Bio Suisse, Mutterkuh Schweiz, Demeter und die Kleinbauern-Vereinigung (VKMB) fordern das Parlament auf, Herausforderungen der Agrarpolitik rasch anzugehen. Auf den Markt ausgerichtete Produktionssysteme dürften nicht ausgebremst werden, sondern bräuchten eine Agrarpolitik, die ihnen den Weg ebnet.

Die Agrarpolitik müsse jetzt schnelle Antworten auf die drängendsten Fragen des Ernährungssystems liefern, fordern die fünf bäuerlichen Organisationen in einer gemeinsamen Mitteilung.

Die Herausforderungen der Land- und Ernährungswirtschaft seien bekannt: Mit immer weniger verfügbarer Fläche und wachsenden gesellschaftlichen Ansprüchen soll sie immer mehr Menschen ernähren.

Deblockierung gefordert

Anbausysteme der Zukunft müssen zum Klima- und Gewässerschutz beitragen, Tierwohl und Biodiversität fördern, die natürlichen Ressourcen schützen und die wachsenden Ansprüche des Handels und der Konsumentinnen und Konsumenten berücksichtigen, heisst es weiter.

Während mehr als drei Jahren seien Lösungen in enger Zusammenarbeit mit den Branchen entwickelt worden. Deshalb fordern die bäuerlichen Organisationen jetzt die Deblockierung der Agrarpolitik.

Gründe für Unterstützung

IP Suisse, Bio Suisse, Mutterkuh Schweiz, Demter und die Kleinbauern-Vereinigung unterstützen die Agrarpolitik 2022+ aus folgenden Gründen:

  • den Klima- und Ressourcenschutz und das Tierwohl stärkt
  • die Branche auf ihrem Weg zu einer nachhaltigeren Produktion unterstützt
  • die Grundlagen der landwirtschaftlichen Produktion und die Ernährungssicherheit der Schweizer Bevölkerung sichert
  • eine auf den Markt ausgerichtete Land- und Ernährungswirtschaft unterstützt
  • die soziale Absicherung von Ehepartnern_innen der Betriebsleitenden verbessert

Position der Bauern stärken

«Die angedachten Reformen ermöglicht neue Lösungen und stärkt die Position der Landwirtinnen und Landwirte im Markt langfristig», schreiben die Organisationen. Für die Entwicklung der Einkommen bis 2025 sei dies wesentlich wichtiger, als es die Erhöhung von Direktzahlungen sein könnten.

Die AP22+ ermöglicht gemäss den Organisationen eine «selbstbestimmtere» Entwicklung der Betriebe. Gemäss Mitteilung wird das Produzieren von Lebensmitteln, die am Markt erfolgreich sind, der Schutz von Umwelt und Tierwohl und die Schaffung von Wertschöpfung durch ein «kohärentes und mit der Branche ausdiskutiertes Set» von Massnahmen unterstützt.

Verlust von Marktanteilen droht

Die AP22+ fördere den gezielten Verzicht auf Pflanzenschutzmittel, die Reduktion von Ammoniakemissionen und die Verbesserung der Tiergesundheit. Solche Leistungen können mit der Reform erbracht werden, für die es bisher keinen Markt gegeben habe.

«Sistierung bedeutet Stillstand und früher oder später den Verlust von Marktanteilen der nachhaltigen einheimischen Produktion», warnen IP Suisse, Bio Suisse, Mutterkuh Schweiz, Demeter und die Kleinbauern-Vereinigung (VKMB).

Statements der Organisationen

IP-Suisse: «Das Klimapaket der Agrarpolitik 2022 «AP22+» unterstützt optimal das geplante neue Punktesystem Klima von IP-SUISSE. Mithilfe der Begleitmassnahmen können wir mit unseren Marktpartnern klimafreundliche Schweizer Produkte anbieten. Wir dürfen keine Zeit verlieren – das Klima kann nicht warten.» 

Bio Suisse: «Weil auf Bio-Betrieben keine synthetischen Pestizide und Kunstdünger verwendet werden, entlastet jeder zusätzliche Quadratmeter Bio-Land die Umwelt und schafft mehr Biodiversität und Tierwohl. Die AP22+ unterstützt die Bio-Betriebe und solche die es werden wollen. Sie sollte deshalb ohne Verzug eingeführt werden. 

Mutterkuh Schweiz: «Tierwohl und Feed no Food sind für die KonsumentInnen wichtige Gründe, Schweizer Produkte zu kaufen. Die Agrarpolitik muss die Tierwohlprogramme stärken, zum Beispiel die Weide und die Tiergesundheit. Darum verlangen wird die schnelle Umsetzung der notwendigen Voraussetzungen.» 

Kleinbauern-Vereinigung: «Neben den ökologischen Weiterentwicklungen geht die AP22+ auch die soziale Absicherung der mitarbeitenden Ehepartner an. Die Bäuerinnen verdienen es, dass ihre Arbeit dank der AP22+ endlich als Erwerbsarbeit anerkannt wird und sie besser versichert sind.» 

Demeter: «Die AP 22+ umfasst Massnahmen, die dem Rückgang der Biodiversität entgegenwirken, auf geschlossene Nährstoffkreisläufe hinarbeiten und klimaschützende Anreize mit der Förderung von Humusaufbau setzen. In diese Richtung muss sich die Landwirtschaft bewegen – und zwar jetzt» 

Kommission will Sistierung

Geht es nach dem Willen der zuständigen Kommission des Ständerates, soll die Behandlung der Agrarpolitik ab 2022 im Parlament sistiert werden. Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben hat ein Kommissionspostulat eingereicht, das den Bundesrat beauftragt, in der Agrarpolitik einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen.

Mit 6 zu 4 Stimmen bei 1 Enthaltung stimmte die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates (WAK-S) im August einem Antrag zu, der verlangt, dass der Rat die Behandlung von drei Erlassentwürfen – Landwirtschaftsgesetz, das Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht und das Tierseuchengesetz – der AP 22+ sistiert, bis der Bundesrat ihr Kommissionspostulat mit einem Bericht erfüllt habe. Das heisst, dass die bürgerlichen Parteien CVP, FDP, SVP eine Mehrheit gebildet haben. Beraten soll der Rat lediglich die finanziellen Mittel für die Landwirtschaft in den Jahren 2022 bis 2025.

Die Mehrheit der WAK-S ist der Auffassung, dass die Vorlage des Bundesrates in ihrer derzeitigen Fassung nur negative Punkte enthält, teilten die Parlamentsdienste am Freitag mit. Genannt wurden als Beispiel zusätzliche und höhere Auflagen für die Landwirtschaft, geringere Direktzahlungen, Preisverluste und Einkommensrückgang sowie Rückgang des Selbstversorgungsgrads.

Zudem bietet die Vorlage aus der Sicht der Kommission der Landwirtschaft keine langfristige Perspektive. Zudem seien die offenen Fragen im Zusatzbericht der Verwaltung nicht zufriedenstellend beantwortet worden. Das Postulat gebe dem Bundesrat die Möglichkeit, hier nachzubessern.

28 Responses

  1. Wie soll die Ernährung gelingen? Ganz einfach: hört endlich mit der unsinnigen Panikmache auf. Alles ist gelogen: Klimawandel durch menschengemachtes CO2, Pandemie durch Covid-19, Biodiversitätsschwund durch Pflanzenschutzmittel, Vergiftung des Trinkwassers, … Wenn diese Lügen nicht endlich aufgegeben werden, werden wir vom Regen in die Traufe kommen (Regulationen bis alles kaputt ist). Ein Beispiel einer anhaltenden (linken) Lüge ist, dass Biden zum US-Präsidenten gewählt worden sein soll!

    1. Was nicht sein darf, das ist gelogen… sehr geehrter Herr Furrer, vielleicht müssen Sie die Herangehensweise an die erwähnten Themen einmal überdenken. Sonst laufen Sie in eine Sackgasse nach der andern.

      1. Warten wir mal die US Wahlen ab. Das wird eine Referenz sein für die Lügengeschichten der Linken. Die Argumente sind schon längst auf meiner Seite. Alle Widersacher mussten schließlich schweigen.

    2. @ Beat Furrer : alles richtig was Sie geschrieben haben. Endlich einer der die Wahrheit sagt! „Gelobt sei der da schreibt“. Aber eins haben sie vergessen, nämlich dass die Erde eine Scheibe ist !

      1. Die Erde eine Scheibe? Damit könnte ich leben. Aber mit den sozialistischen Lügen, die Gesellschaft, Wirtschaft und Menschenleben zerstören, nicht.

      2. Daniel Wismer, Frage an Dich, bist du auch schon auf einem Langstreckenflug gewesen, ich meine die, die 6-8 Stunden dauern, also zimlich weit oben. Und hast du, wenn du da mit geflogen bist mal zu einem Fenster rausgeschaut. Wohl kaum oder hatte das Fluzeug gar keine Fester…. Ah, sag das doch gleic, dass du noch nie geflogen bist ausser auf deine Nase, ja dann kann dieser Eindruck schon mal entstehen…….

          1. Ja schon gut, dann sollte es so stehen, es gibt nähmlich tatsächlich solch bekloppte, die diese Fixe Idee immer wieder herauf beschwören. Fragt man die dann genau das merkt man dass sie wirklich noch nie geflogen sind. Ja dann wolltest du Furrer ,,etwas auf den Arm nehmern,, auch gut. Wenn es nach ihm gehen würde gäbs ja keine Probleme auf der Erde. Ich sage nicht was da geht ist ok, nur er macht es sich recht einfach

      3. @Daniel Wismer: Wenn du keine Argumente mehr hast, versuchst du den andern schlecht zu machen – mit weit hergeholten, nicht mit dem Thema zusammenhängenden Theorien. Das ist schwach von dir und zeigt, dass du – wie eben die lügenden Sozialisten – nicht interessiert bist, die Wahrheit zu erkennen. Damit fällst du mit denen unter das gleiche Urteil: „die die Wahrheit in Ungerechtigkeit niederhalten“ (Römerbrief 1,18).

  2. Wie es läuft ohne richtige Regulierung können wir ja jetzt in den USA bewundern: Riesenbetriebe werden von einem winzigen Virus völlig aus der Fassung gebracht. Etwa 30’000 Menschen hungern und die verzweifelten Farmer schütten Milch aus und töten Tiere, weil die Verarbeitung nicht mehr funktioniert. Dabei wusste man schon seit der Vogelgrippe: Big Farms Make Big Flu.

    1. Der Grund für die Coronapanik, die dieser Handlungsweise der US Farmer zugrunde liegen könnte, sind ja gerade die falschen Informationen, Massnahmen und Regulierungen von WHO und allen gleichgeschalteten Regierungen. Lügen weg, Probleme gelöst. So einfach ist das.

    2. @Maja: Wie war das schon wieder bei der Vogelgrippe oder bei der Schweinegrippe: ein Riesen-Tam-Tam, Vernichtung von vielen Tieren. Wofür?
      Eine vernünftige Stimme damals war Wolfgang Wodarg. Auch bei Covid-19 sollte auf ihn und seinesgleichen gehört werden, weil solche Leute genügend Verstand und Verantwortungsbewusstein haben – im Gegensatz zu denen, die jetzt das Sagen haben.

  3. Marktanteile gehen vor allem wegen der Nichtproduktion verloren. Die nicht in der CH produzierten Produkte werden importiert. Warum sich IP Suisse an so einer Strategie beteiligt ist mir als IPS Produzent ein Rätsel.
    Die genannten Organisationen wollen alle mehr Geld. Da der Betrag gedeckelt ist, kommt es zu weiteren Umverteilungskämpfen.
    Geld für ökologische Zusatzleistungen muss am Markt realisiert werden können, Konsumenten bestimmen wie diese Zusatzleistungen zu sein haben.

    1. Vielen Dank! Du sprichst mir aus der Seele!!!
      Ich bin seit über 10 Jahren IPS Produzent, Langezeit mit Stolz… in letzter Zeit muss ich mich jedoch immer mehr Hinterfragen ob die Strategie der IPS aufgeht!
      Beschämend

  4. Erstaunlich dass es hier immer noch Vertreter der Landwirtschaft gibt, welche meinen, der Bund bezahle die Landwirtschaft wirklich à Fonds perdu und sie können in ihrer kleinen Welt einfach weitermachen wie bisher. Der Blick aufs Ganze und Problematiken der nachgelagerten Stufen ( = Kunden der Landwirtschaft) erkennen und entsprechend zu Lösungen beizutragen fehlt teilweise schon.
    Die im Bericht erwähnten Organisationen und deren Mitglieder zeigen, dass es zum Glück noch andere gibt!

  5. Die IP-Suisse müsste mal bei ihren Mitgliedern eine Umfrage machen. Was sie hier vertritt ist doch keineswegs die Meinung ihrer Mitglieder. Das ist nur Profilierungssucht des GF und PR. Eigentlich Sabotage an der schweizerischen Landwirtschaft.

  6. Endlich regt sich jemand im Verbund. Über das was die meisten Bauern glauben sie werden vertreten von den Bürgerlichen Parteien nur immer mehr Geld vom Staat ist ein Druckmittel wir Bauern sind mehr als Lückenbüsser.
    Wenn alles vom Ausland importiert wird freuen sich vorallem die Industriellen die zumeist in den Bürgerlichen Parteien hocken und ihre Eigenintressen vertreten.
    Habt ihr noch nicht gelernt wie der Hase läuft. Hören wir doch auf die Natur wir brauchen sie für unsere Produktion

  7. Unsere Strategie ist es, möglichst viele nachhaltige Produkte in der Schweiz zu produzieren. IP – SUISSE Produkte können eben nicht importiert werden.
    Fritz Rothen

    1. Das ist ihre Strategie, weis nicht ob dies auch euren Mitgliedern entspricht? oder habt ihr sie gefragt? Aber sich mit der Migros ins Bett legen hat noch nie einen Mehrwert für Landwirte ergeben? oder wie war das mit den Schweinen? Mehrauflagen und weniger Ertrag? Aber man sucht ja neue Produzenten, oder besser gesagt werden nur die aufgenommen welche mit dem richtigen Vermarkter spielen? die anderen zahlen wahrscheinlich den Beitrag auch,aber die bringen weniger Marge für IP Suisse…

    2. Ich schliesse daraus: alle normalen Produkte welche ich heute in der Schweiz produziert werden und nicht durch die Organisationen Bio Suisse oder IP Suisse gemolken werden, als nicht nachhaltig dargestellt werden? Also sind ÖLN Betriebe welche sich an Gesetze halten und die Suisse Bilanz erfüllen nicht nachhaltig? Bauern gegeneinander ausspielen nennt man das… schlimm…

    3. Fritz Rothen, hängt die Einführung des Klimapunktesystem von der AP22+ ab?
      Warum sollte es nicht möglich sein, diesen Mehrwert bei den Konsumenten abzuholen, wenn die das gut finden?
      Warum unterstützt die GL von IPS Strömungen, welche das Ziel haben, die Inlandproduktion mittels Verboten und Vorschriften zu marginalisieren?

  8. Die wachsenden Ansprüche des Handels soso also auch am Sonntag nachaltige Steine aus dem Avocado schälen? Den Lieferantenkreis grün erweitern:Alle Länder ausser CH,viel besser fürs importgeschäft und die Unterwelt! Auf so extensivem subventioniertem Wiesli wächst höchstens Beamtentum aber kein Eissalat und kein Fleisch.

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