Freitag, 20. Mai 2022
18.03.2022 11:21
Einkommen

Einkommen der Bauernfamilien analysieren

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Von: blu

Der Bundesrat muss die Einkommenssituation von Bauernfamilien unter die Lupe nehmen. Der Nationalrat hat ihn stillschweigend mit einem entsprechenden Auftrag aus der Feder von Christine Bulliard-Marbach (Mitte/FR) versehen. 

Die Anzahl der Bauernhöfe und in der Landwirtschaft Beschäftigten habe – bei überdurchschnittlicher Arbeitslast pro Person – in 20 Jahren um ein Drittel abgenommen, heisst es im Postulat der Freiburgerin. So zählt die Schweiz 21’000 Höfe und 54’000 Beschäftigte weniger.

Zudem sei das landwirtschaftliche Einkommen deutlich geringer als vergleichbare Einkommen. «60 Prozent der Bauernfamilien erreichen das Referenzeinkommen nicht.  Berggebiete sind benachteiligt. Diversifizierung und Nebenerwerb nehmen an Bedeutung zu», schreibt Bulliard-Marbach. Störend ist für sie zudem, dass das Einkommen der Partnerinnen und Partner bei der Beurteilung, ob ein Schweizer Bauernhof gesund ist oder nicht, nicht berücksichtigt wird.

Der Bundesrat soll deshalb Wege zur Verbesserung des landwirtschaftlichen Einkommens aufzeigen, um den Fortbestand und die Resilienz der Familienbetriebe als Grundlage der Landwirtschaft zu gewährleisten. 

Mit dem Bericht sollen folgende Aspekte aufgezeigt werden: 

  • die Unterschiede zwischen Median- und Durchschnittswerten.
  • eine Analyse der Stundenlöhne.
  • einen Vergleich der Stundenvergütungen aller Personen, die an der Wertschöpfungskette der Nahrungsmittelproduktion beteiligt sind.
  • die Besonderheiten der Bergzone.
  • die von den Bauernfamilien inner- und ausserhalb des Betriebs erwirtschafteten Einkommen.
  • die bezifferbaren und die nicht bezifferbaren Auswirkungen (z. B. Quersubventionen, moralischer Druck, Status, Finanzströme) insbesondere auf die Partnerinnen und Partner gemäss den geltenden Grundsätzen im Bereich der Gleichberechtigung und Stärkung der Frauen. Diese stehen im Falle eines Todesfalls oder einer Scheidung oft vor schwierigen finanziellen Verhältnissen. 
  • Berücksichtigt werden sollen der Strukturwandel in der Landwirtschaft und die agrarpolitischen Massnahmen.

Beim Vergleich der Einkommen soll der Bericht die Statusunterschiede (Verantwortliche/Angestellte) berücksichtigen und die Stundenansätze auf jeder Ebene der gesamten Wertschöpfungskette vergleichen, damit festgestellt werden kann, wie die Wertschöpfung tatsächlich verteilt ist, und eine gerechtere Aufteilung erfolgen kann.

Der Vorstoss geht nun in den Ständerat. Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.

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