Mittwoch, 21. April 2021
08.03.2021 12:06
Initiativen

«Initiativen gefährden Ernährungssicherheit»

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: blu

Die IG BauernUnternehmen lehnt die beiden Agar-Initiativen ab.  Sowohl die «Trinkwasser-Initiative» als auch die «Pestizidverbots-Initiative» schwäche die regionale Landwirtschaft massiv und gefährde die Ernährungssicherheit. Die Importe und der Einkaufstourismus würden stark zunehmen.

Der 13. Juni 2021 ist für die Schweizer Landwirtschaft richtungsweisend. Die beiden Trinkwasser- und Pestizidverbotsinitiative hätte für viele Bauern deutliche Auswirkungen.

Zwei Initiativen

Die Pestizidverbots-Initiative fordert ein Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege. Verboten werden soll auch der Import von Lebensmitteln, die mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln hergestellt wurden oder die solche enthalten.

Die Trinkwasser-Initiative verlangt, dass nur noch Bauern Direktzahlungen erhalten, die auf Pflanzenschutzmittel, vorbeugend oder systematisch verabreichte Antibiotika und zugekauftes Futter verzichten. Auch die landwirtschaftliche Forschung, Beratung und Ausbildung soll nur unter diesen Bedingungen Geld vom Bund erhalten.

Mehr Importe und höhere Preise

Die IG BauernUnternehmen warnt vor einer Annahme der Begehren. Diese würden zu massiven Produktionsrückgängen sowie zu einer Verknappung des Angebots an regionalen Lebensmitteln führen. «Steigende Preise für Schweizer Produkte sind die Folge», hält die IG fest. Und: «Bei einer Annahme der «Trinkwasser-Initiative» nehmen Importe aus dem Ausland stark zu», warnt die IG.

Denn viele Höfe seien nichtmehr in der Lage, ihr komplettes Tierfutter selbst herzustellen. «Eier, Fleisch sowie Milchprodukte würden kaum mehr in der Schweiz hergestellt und würden sich massiv verteuern. Importe aus Ländern mit weniger strengen Auflagen nehmen zu», folgert die Organisation.

Kulturen würden verschwinden

Ein Ja zur Pestizidverbotsinitiative würde die Schweiz zu einem Bioland machen. Die IG BauernUnternehmen wie auch die Detailhändler befürchten deshalb eine Zunahme des Einkaufstourismus. Die IG rechnet zudem mit einem Ertragsausfall zwischen 30 und 40 Prozent, weil die Bauern die Pflanzen nicht mehr ausreichend schützen können. «Je nach Kultur und Jahr kann es auch zu Totalausfällen kommen», warnt die Organisation.

Gemäss der IG sind besonders Zuckerrüben, Raps und Kartoffeln stark betroffen. «Bei diesen Kulturen ist der Rückgang derart einschneidend, dass die regionale schweizerische Produktion jegliche Bedeutung verliert», hebt die IG hervor. Beim Getreide wird ein Ernterückgang prognostiziert.

«Die Mindererträge der inländischen Landwirte werden durch mehr Importe aus dem Ausland kompensiert», sagt Samuel Guggisberg, Präsident der IG BauernUnternehmen. «Wer auch weiterhin regionale Produkte zu vernünftigen Preisen haben will, muss die beiden Initiativen klar ablehnen», so Guggisberg.

Landwirtschaft geschwächt

Da bei der «Pestizidverbots-Initiative» neben Pflanzenschutzmitteln auch Desinfektions- und Reinigungsmittel, sogenannte Biozide, verboten werden, sieht die IG die regionale Landwirtschaft zusätzlich gefährdet. Hygienevorschriften in der Lebensmittelverarbeitung könnten nicht mehr eingehalten werden. «Verliererin ist die inländische regionale Produktion», sagt Samuel Guggisberg.

Das Importverbot für Lebensmittel, die mit Hilfe von synthetischen Pflanzenschutzmitteln produziert werden, nützt gemäss der IG den Schweizer Bauern wenig. Diese seien so nicht geschützt. Die Kontrollen an der Grenze sei eine Illusion.

Regionale Lebensmittel werden Luxusprodukte

«Um eine wirklich pestizidfreie Produktion im Ausland zu garantieren, müssten die Schweizer Behörden die Produzenten im Ausland vor Ort kontrollieren und dies ist administrativ und politisch nicht umsetzbar», macht die IG deutlich. Die Pestizidverbotsinitiative verspreche etwas, das sie nicht halten könne. «Die Schweizer Bauern werden benachteiligt», lautet das Fazit der Organisation.

«Die «Trinkwasser-Initiative» und die «Pestizidverbots-Initiative» missachten die Nachfrage der Kundinnen und Kunden nach regionalen Produkten», heisst es in der Mitteilung weiter. Regionale Produkte würden zu Luxusprodukten, die sich nur wenig leisten könnten. Und die IG doppelt nach: «Die Initiativen gefährden die Ernährungssicherheit, wie sie die Schweizer Bundesverfassung von der Landwirtschaft verlangt.»

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Die Reaktionen auf die Sistierung fallen sehr unterschiedlich aus. - Samuel Krähenbühl Die Räte haben Entscheide über die Zukunft der Landwirtschaft vertagt. Nach dem Ständerat hat nun auch der Nationalrat…

Politik & Wirtschaft

Nationalrat Leo Müller ist Mitglied der Verwaltung der Fenaco-Genossenschaft.  - zvgNationalrat Kilian Baumann steht der Fenaco-Genossenschaft kritisch gegenüber.  - Franziska Rothenbuehler,Bern Biobauer Kilian Baumann (Grüne, BE) fragte den Agronomen Leo…

Politik & Wirtschaft

Der Nationalrat beschloss am Dienstag mit 100 zu 95 Stimmen und bei einer Enthaltung die Sistierung. - Parlamentsdienste Die Räte haben Entscheide über die Zukunft der Landwirtschaft vertagt. Nach dem…

Politik & Wirtschaft

Geht es nach der Mehrheit der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N), dürfte der Nationalrat nachziehen und die Agrarpolitik 2022+ (AP 22+) sistieren. - Béatrice Devènes Die Landwirtschaft…

24 Responses

  1. Wenn „Pflanzenschutz“ = Gift so nötig ist, warum können es dann die Biobauern ohne? Es verlangt mehr Wissen und Arbeit. Dass die Preise dann steigen, ist nicht unmöglich. Aber nicht vergessen: wir geben nur etwa 7% unseres Budgets fürs Essen aus. Eine leichte Erhöhung liegt also drin.

    1. Pflanzenschutz ist nicht per se Gift. Übrigens setzen auch Biobauern Pflanzenschutzmittel ein, einige sind sogar viel giftiger als viele „klassische“ Hilfsstoffe. Zudem findet man eben Kulturen wie Raps oder Zuckerrüben nur ganz selten im Biolandbau, weil das Ernteausfallrisiko viel zu hoch ist.

      1. bei über 3000.- Fr. Beiträgen aus Bern für die ZR ist das Anbaurisiko nahe Null. Bei der TWI werden keine Mittel verboten, die Bauern müssen einfach entscheiden ob sie mit oder ohne DZ anbauen wollen. bei der PI werden an die importe die gleichen anforderungen gestellt wie an Schweizer Produkte. Das wollen doch sonst alle Bauern. Es kann also nicht mehr jedes Produkt importert werden. die Bauern wehren sich für die Händler, Importeure, Lohnunternehmer und PSM Firmen, merken es aber nicht.

        1. Glaubst Du das Märchen von gleiwertigen Produten aus dem Ausland wirklich? Von wo sollen diese kommen und vorallem wie soll das kontrollierbar sein? Nur mit Bio angeschreiben reicht da lange nicht als Sicherheit

    2. @Maja:
      1. „Pflanzenschutz = Gift“: woher hast du das?
      2. Biobauern können es auch nicht ganz ohne PSM. Ausserdem werden nur etwa 10% Bio-Lebensmittel nachgefragt. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Willst du – in bewährter grün-linkeer Manier – den Leuten vorschreiben, was sie kaufen sollen? (Wäre das nicht das schlimmere Gift für Politik und Gesellschaft als die PSM?)
      3. Du, Maja, darfst ja Bio-Lebensmittel kaufen. Warum lässt du die Mehrheit nicht konvent. Lebensmittel kaufen?

    3. Und Maja: Warum liegt eine Erhöhung für Nahrungsmittelpreise nicht drin? Antwort: Weil wir von linken Öko-Diktatoren gezwungen werden, Abgaben für CO2 zu leisten, es wird bald Atomstrom verboten, dafür unsicherer und teurer sog. Ökostrom angeboten. Es werden Auflagen über Auflagen gemacht. Dazu wird von diesen Kreisen, die sich in die Behörden und Medien eingeschlichen haben, auch noch Gott gespielt, im Falle von Corona, mit Massnahmen, die nur schädlich sind und nichts Gutes bewirken.

    4. Ausserdem Maja: Alles ist Gift, die Dosis macht den Unterschied. Wir haben in der Schweiz in Bezug auf die Bevölkerungsdichte immer noch die umweltfreundlichste, produktivste Landwirtschaft weltweit. Die Linken leben immer in ihrem utopischen Reich. Das können die sich nur erlauben, weil sie – dank der produzierenden Landwirtschaft – genügend Nahrungsmittel haben.
      In allen Ländern mit der linken, letztlich kommunistischen Ideologie, gab es extreme Umweltverschmutzung, Nahrungsmittelmangel, …

    5. Was heisst hier eine leichte Erhöhung ? Die Preise müssten um das doppelte steigen um entweder die DZ oder den Mehraufwand und den Minderertrag zu kompensieren.

    6. Auch Bio setzt Pflanzenschutzmittel im Ackerbau ein!! In den Ställen wird auch nur mit Wasser gekocht. Antibiotikaeinsatz wenn Tiere krank sind unerlässlich… Auch konventionell setzt oft auf Homöopatie…
      Kupfer, Häutungshemmer im Kartoffelbau usw… die Alternative zu Herbizyden sind oft billigst Rumänen auf Jätferraris…
      Futtertransfer ist auch nicht mehr möglich und trifft vorallem die kleineren Betriebe in den Randgebieten ohne Ackerbau und zwar alle
      Zudem verbietet die TWI nichts!

  2. @Beat: dies Märchen, welche wir in der Landw.-Schule lernten, waren damals wie heute falsch!
    Für sichere Lebensmittelversorgung ist nicht die inl. produzierende Landwirtschaft sondern die Produktivität der gesamten Wirtschaft verantwortlich. Wenn ein Land genügend Geld (Devisen) hat kommt es immer zu den nötigen Lebensmitteln. Notfalls auf dem Luftweg (Rosinenbomber). Um ganz sicher zu sein, müssen noch Notlager mit Kalorien bzw. Zucker (in. oder ausl) angelegt werden.

    1. Der alte Bauer ist und war sicher nie Bauer.
      Er verdient mit Import viel Geld, und will durch noch mehr Import noch mehr verdienen!

    2. @alter Bauer: Welche Märchen. Du erzählst Märchen und stiftest Unruhe mit deinen Behauptungen. Lebensmittel kommen immer noch vom Leben und nicht von Geld und nicht von Produktivität. Und bevor die Lebensmittel veredelt und konsumiert werden können, müssen sie – von den Landwirten – produziert werden. Auch die Kalorien in den Notlagern kommen von der Landwirtschaft. Welchen Mist erzählst du?

  3. wenn die Bevölkerung kein Geld verdient, verhungern die Leute vor gefüllten Lebensmittellager. Dies ist keine Theorie, sondern afrikanischer Alltag!!
    Deshalb: unsere unproduktive, hoch subventionierte Landwirtschaft schwächt den Wohlstand der gesamten Bevölkerung und ist somit eine potentiellee Quelle von Unterernährung der Bevölkerung.

    1. Das Problem Afrikas ist die ungeschützte Landwirtschaft. Dadurch können die nie eine wirklich produktive, auf Selbstversorgung ausgerichtete, nationale Landwirtschaft aufbauen. Das Geld und die Hochfinanz und die damit einhergehende Korruption sind die Ursachen der Nahrungsmittelknappheit Afrikas.
      Die Schweizer Landwirtschaft ist nicht hoch subventioniert, sondern bekommt eher zu wenig für ihre Leistung. Das DZ-System wird von linker Seite für deren Agenda missbraucht.

    2. @alter Bauer: „wenn die Bevölkerung kein Geld mehr verdient“: Warum protestierst du nicht gegen den Lockdown. Dadurch können die Menschen nicht mehr arbeiten und verdienen kein Geld mehr. Dir geht es nur um Aufruhr und Provokation (ein linker Troll bist du). Wie wird der Wohlstand der Bevölkerung vernichtet? Durch die notwendigen 62.5 Mia Fr. wegen den unnützen, von euer Seite veranlassten Lockdown, oder wegen den Landwirten?
      Was bist du für ein Troll!

  4. Selten soviel Unsinn gelesen. Was Sie alles an Behauptungen Aufstellen, können Sie weder Beweisen noch können Sie es selbst glauben. Sie reden hier von Wohlstand, von Lebensmittel importieren weil genügend Devisen vorhanden sind usw. in Krisen Zeiten, in Zeiten gestörter Zufuhr usw. wird jedes Land für sich schauen, oder die Preise für Export Lebensmittel massiv nach oben Schrauben was dann? Dann können Sie ja dann Ihr Geld Essen, hoffentlich schmeckt es Ihnen!

    1. @ Ädu genau so ist es! Anscheinend haben einige bereits wieder vergessen das vor einem Jahr die Ravioli und das Toilettenpapier ausverkauft war und unsere Nachbarländer Medizinisches Material am Zoll zurückgehalten haben

      1. Genau so ist es. Leider ist der Mensch dumm und vergisst sehr schnell.
        Corona hat gezeigt, wie schnell wir vor leeren Regalen standen. Kein Land der Welt wird zuerst die lieben Schweizer mit Lebensmitteln versorgen und dann an die eigene Bevölkerung denken.

        Also ja zu einer produzierenden, einheimischen Landwirtschaft und nein zu den beiden Initiativen.

  5. @Alter Bauer: bist du nur älter geworden und hast die Weisheit vergessen? Die Lebensmittel kommen, gemäß politisch festgelegtem Selbstversorgungsgrad, hauptsächlich von der Schweizer Landwirtschaft. Auch die politische und gesellschaftliche Stabilität und der wirtschaftliche Wohlstand haben wir zu einem großen Teil der Schweizer Landwirtschaft zu verdanken. Deine Urteilskraft ist bedenklich.

    1. Beat, eine Frage an Dich: Bist du dir Bewusst was du mit deinen Kommentaren da überhaupt machst?! Du dienst der Sache damit überhaupt nicht, denn das lesen nicht nur Bauern, das lesen auch Kosumenten !!! Und ich kann dir sagen dass die genau wegen solchen Kommentaren erst recht sagen und jetzt erst recht, sie werden 2 mal Ja Stimmen. Aber mach nur weiter so, dann kannst du dann wieder gegen alle losrennen und deine ,,Wesiheiten,, kund tun. Und dann vieleicht sogar die Wunden lecken…..

      1. Bis jetzt hat sich mein Einsatz für die gute Sache gelohnt. Die Schweizer sind – wenn man schlüssige Argumente hat, und wenn sie nicht durch Medien und Behörden in einem Komplott (Verschwörung und Heidenangst) völlig vernebelt werden (wie bei Klima- und Covid-19)- offen für gute Argumente. Ich bin zuversichtlich, dass sich im Juni 2 x NEIN zu Pestizid- und Trinkwasserinitiative durchsetzen wird. Othmar, kannst du noch konkret sagen, was an meinem Kommentar nicht korrekt war?

      2. Othmar Bernet, der irgendein Problem hat, entweder mit Lesen oder Verstehen von Texten oder sonst einfach ein verbohrter Kerl sein muss (weil er immer wieder – unbegründet – an irgendetwas herumnörgelt, ohne nachvollziehbare Begründung notabene) und der alte Bauer gleichen sich – aus den Kommentaren zu schliessen. Ist das dem Alter geschuldet?
        Gott sei Dank, gibt es noch alte Menschen, die – ungleich den beiden – sehr vernünftige Argumente und eine nachvollziehbare Denkweise haben.

      3. Weisst du Othmar, ich bin ein überzeugter Christ. Und des Christen Waffe ist die Wahrheit. Ich muss nicht aus taktischen Gründen hinter dem Berg halten. Die Wahrheit hat die Schweiz hoch gebracht und die Wahrheit wird sie auch erhalten und aus dem Lügenschlammassel bringen. Ich bin offen für konstruktive Kritik.
        Ich bin froh, dass meine Kommentare von möglichst vielen Menschen gelesen werden, und auch kommentiert werden.
        Aber deine Beiträge sind für mich oft unverständlich und verwirrend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE