Donnerstag, 8. Dezember 2022
23.09.2022 14:20
Landwirtschaft

4000 Unterschriften gegen Hofsterben

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Von: blu

Jedes Jahr schliessen mehrere hundert Betriebe für immer. Die Kleinbauern-Vereinigung (VKMB) will diesen Rückgang abbremsen und hat deshalb die Petition «Jeder Hof zählt» lanciert. Kleineren Höfen soll der Zugang zu Land verbessert werden. Denn für eine sichere Versorgung zähle jeder Betrieb.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft ist rasant. Zählte die Schweiz im Jahr 2000 noch 70’000 Betriebe, ist dieser Wert 2021 auf 48’864 gesunken. Der Rückgang betrifft Betriebe mit weniger als 30 ha. Die Anzahl Betriebe mit 30 ha und mehr Fläche nehmen hingegen zu.

Mit dieser Entwicklung zu immer weniger, dafür immer grösseren Betrieben und deren fortschreitenden Spezialisierung nehme die Resilienz der Land- und Ernährungswirtschaft kontinuierlich ab, schreibt die Kleinbauern-Vereinigung (VKMB).

«Eine kleinstrukturierte und vielfältige Landwirtschaft ist für die Biodiversität und im Kampf gegen den Klimawandel entscheidend und macht die Schweizer Landwirtschaft insgesamt widerstandsfähiger», sagt Kilian Baumann, Nationalrat (Grüne/BE) und Präsident der Kleinbauern-Vereinigung. Für eine krisenresistente Versorgung und eine umwelt- und klimagerechte Landwirtschaft brauche es nicht weniger, sondern möglichst viele Bäuerinnen und Bauern.

Gemäss dem VKMB werden in den kommenden 15 Jahren die Hälfe der Betriebsleiter das Pensionsalter erreicht haben. Dies ermögliche Chancen. «Es gäbe es viele engagierte Menschen, die in die Landwirtschaft einsteigen möchten», heisst es in der Mitteilung. Ohne familiären Bezug sei eine Hofübernahme fast unmöglich. Deshalb will das VKMB die ausserfamiliäre Hofübergabe stärker unterstützen.

Mit der Petition «Jeder Hof zählt» wollen die Kleinbauern das Hofsterben stoppen. Seit Mitte August sammelt das VKMB Unterschriften, nach rund einem Monat sind es über 4000. Die Petition wollen die Kleinbauern Agrarminister Guy Parmelin übergeben. Die Petition #JederHofzählt kann online via Campax.org unterzeichnet werden oder mittels Bestellung und Einsenden von Unterschriftenbögen.

Forderungen Petition

  • Der Zugang zu Land soll verbessert und ausserfamiliäre Hofübergaben gefördert werden.
  • Hofabgebende sollen über die Möglichkeit einer ausserfamiliären Hofübergabe informiert werden.
  • Die Benachteiligung von kleineren Bauernbetrieben muss aufgehoben werden.
  • Gemeinschaftliche Bewirtschaftungsformen für Betriebe sollen einfacher ermöglicht werden.
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20 Responses

  1. Ok, VKMB. Setzt euch dafür ein, dass bei einem ausserfamiliären Verkauf die exorbitante Steuerlast auf ein vernünftiges Mass gesenkt wird. Setzt euch dafür ein, dass ein Teil der Kosten für eine Ersatzwohnung vom allfälligen Gewinn abgezogen werden kann.
    Setzt euch dafür ein, dass ein zu tiefer Preis für das Inventar nicht eine Schenkungssteuer auslöst.
    Setzt euch dafür ein, das es zwei Gewinner gibt, und der Verkäufer eine gesicherte Altersvorsorge aus dem Verkauf erhält.

    1. Das passt wahrscheinlich nicht in eure linke Ideologie.
      Eure Petition bleibt ein propagandistischer Papiertiger.
      Ich als Kleiner kann mit euch nichts anfangen. Ihr benutzt die gute Idee der Gründer, den Kleinen mehr Gewicht zu verschaffen, für eure ideologischen Zwecke.
      Zeitweise wirkt der altbaumannsche Rachefeldzug gegen Berufskollegen absurd und peinlich.

  2. Leider kann ich diesem Kommentar vom „Kollege“ nur zustimmen…. Mehr als ein Papiertiger ist diese Petition sicher nicht, in der Realität verhält es sich nämlich seit Jahren zunehmend gerade umgekehrt: Die kleinen Höfe werden regelrecht fertig gemacht, von der Politik, von der Verwaltung und vom Handel. Ich bin übrigens ein „Grosser“, bin aber der Meinung, dass die kleinen Höfe extrem schickaniert werden von allen Seiten!

    1. Wenn Kleinbauern mehr denken als die ewiggestrigen Bauern sind sie ein linkes Häuflein. Egal, Hauptsache es gibt in der Landwirtschaft noch Bauern die zukunftsorientiert denken. Leider eine Minderheit!

      1. Die politische Aufgabe von Kleinbauernvertretern ist es, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für diese Kleinen zu verbessern. Dazu gehört konkret die Verhinderung des Schleppschlauchobligatoriums und allgemein die Verhinderung von kostentreibenden Massnahmen, welche uns Kleinen überproportional betreffen.
        Der VKMB macht Einen auf „habt uns gern , weil wir so klein sind, weil wir so grün sind“ .
        Auch Kleine haben wirtschaftliches Potential, dass nicht aus Mitleid gefördert sein will.

        1. Die VKMB versucht mit dieser Petition davon abzulenken, dass ihre Strategie „immer gegen den Bauernverband“ falsch war. Wie kann man kleine Höfe retten, indem man FÜR Zollsenkungen, Grenzöffnungen und Abschaffung der Milchquote kämpft??? Diese Verschärfungen des Wettbewebs haben die Preise gedrückt
          das Häfesterben beschleunigt.

          1. Kollege und Werner Locher machen entlarvende Aussagen. Kollege möchte das Schleppschlauchobligatorium und allgemein „kostentreibende“Massnahmen verhindern. Werner Locher möchte stellt sich gegen Zollsenkungen, Grenzöffnung und Abschaffung der Milchquote.
            Der eine will zum Klimaschutz nicht beitragen, der andere fordert Administration (Bauern jammern immer darüber) und Einschränkung des Handels und Bevormundung der Konsumenten. Landwirtschaft 2022.

          2. Dank der Ablehnung der MTI ist ein eine weitere Bevormundung der Konsumenten und Bauern nicht angenommen worden.
            Komisch, dass Gegner von Bevormundung das an andrer Stelle bedauern:
            Bevormunden von Bauern wird gewünscht, Bevormundung von Konsumenten dagegen nicht.

  3. Laut diesem Bericht ist jeder Betrieb Wichtig für die Versorgung der Schweiz. Dennoch bekämpft die Kleinbauern-Vereinigung ihre Berufskollegen mit der Unterstützung diverser Initiativen welche die Landwirtschaft einschränken und Schwächen wollen. Dieser Kleinbauern-Vereinigung geht es nicht mehr um die Landwirtschaft sondern um die Grünen Ideologien ihres Präsidenten.

  4. Zustände sind das geworden. Wohin will denn die Gesellschaft? Beklemmend ist dazu, dass die größeren Bauern die vornehmlich einen Laufstall haben mindestens genauso schlimm gegen Kleinbauern agieren wie die ganze Gesellschaft.

  5. Dazu gibt es nur Eines zu sagen: „Die Grossen von heute sind die Kleinen von morgen und die Vergangenheit von übermorgen“. Dieser Grundsatz hat leider schon lange seine Gültigkeit.

    1. Als Kleiner von heute hat man schon Chancen auch morgen noch da zu sein, durch Erwerbskombinationen und Flexibilität.
      Meist werfen Kleine nicht aus wirtschaftlichen Gründen den Bettel hin, sondern weil sich die Folgegeneration, abgeschreckt vom administrativen Vollzugswahnsinn bei den mittlerweile existenziellen DZ, einem anderen Beruf zuwendet.

  6. Herr Brunner offenbart seine Inkompetenz. Bei der Ammoniakreduktion steht nicht Klimaschutz im Vordergrund, sondern die Verfrachtung von Nährstoffen.
    Es ist gut, dass sich Laien einbringen. Aber bitte nicht in dieser aburteilenden Form.
    Was sind ihre Vorschläge Herr Brunner um den Kleinen die wirtschaftliche Existenz zu sichern? Noch mehr DZ?

  7. Die Kleinbauern haben in der eigenen Naivität ( oder war es Neid ) unseren politischen Gegnern Tür und Tor geöffnet . Die EU steht für mich als absolute Tiefstpreisgarantie für Produzentenpreise . VKMB war immer für die EU . Im Überfluss der letzten Jahrzehnte wurde Armee, Energie und Landwirtschaft stark geschwächt . Wird sich das rächen ?

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