Samstag, 31. Juli 2021
01.04.2021 16:04
Agrotourismus

Bauernhöfe mit Stellplätzen gesucht

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Von: blu

Ferien im Camper und im Wohnmobil ist ein boomender Markt. Für Schweizer Bauernhöfe eröffnet sich damit ein interessantes Angebot im Bereich Agrotourismus. Landcamp sucht Betriebe, die ab 2021 Stellplätze zur Verfügung stellen.

Seit über einem Jahr hat die Corona-Pandemie die Schweiz und die gesamte Welt im «Griff». Auch in den kommenden Wochen dürften die Einschränkungen weiter anhalten. Das wirkt sich auch auf das Reiseverhalten der Schweizer Bevölkerung aus. 

Pandemie hat Boom verstärkt

Ferien in der Schweiz und im Speziellen in der Natur sind sehr gefragt. Seit einiger Zeit ist das Reisen im Camper und Wohnmobil im Aufschwung. Der Markt verzeichnet zweistellige Zuwachsraten. Die Corona-Pandemie hat den Boom weiter verstärkt. Im Ausland werden auf Plattformen Stellplätze auf Bauernhöfen angeboten.  Von diesem Trend können nun auch Schweizer Landwirte partizipieren. 

Denn das Jungunternehmen Landcamp koordiniert entsprechende Stellplätze und sucht noch Gastgeberbetriebe. «Die Vermarktung im Alleingang, auf Verbandsseiten oder auf Plattformen mit anderen Beherbergungsbetrieben, ist nicht immer zielführend. Landcamp.ch möchte – wie im Ausland bereits vorhanden – eine nationale Plattform ausschliesslich für Bauern- und Winzerbetrieben aufbauen», heisst es in einer Mitteilung.

Win-Win-Situation

Stellplätze sind gemäss Landcamp für beide Seiten eine Win-Win-Situation. Wohnmobilreisende würden die naturnahe und persönliche Übernachtungsmöglichkeit auf Bauernhöfen oder Weingütern sehr schätzen. Für Bauern und Winzer ermöglicht sich ein neuer Markt. Einerseits gibt es Einnahmen über die Stellplätze. Andererseits haben sie die Möglichkeit, mit dem Verkauf von Hofprodukten oder Zusatzleistungen ein neues Standbein aufzubauen. Stellplätze bieten den Landwirten zudem eine Plattform, um den Gästen die Landwirtschaft näher zu bringen. 

Die Zusammenarbeit zwischen Landcamp und den Anbietern erfolgt im Franchise/Vermittler-Rahmen. Der Landwirt oder Winzer entscheidet selber, wann, wie lange und vor allem wie viel Infrastruktur er zur Verfügung stellen will und kann (kein Camping – nur Stellplätze bzw. bestehende Infrastruktur).

Online-Plattform

Die Landcamp-Partner werden auf einer interaktiven Karte mit Kurzbeschrieb, Angebot und Foto kommuniziert, so dass Reisende sofort erkennen, wo sich in der Umgebung ihres Standorts oder Reiseziels ein Landcamp-Bauernhof befindet. Mittels Navigation können sich Reisende zur ausgewählten Adresse führen lassen. 

Registrierte Landcamp-Reisende erhalten eine Jahresvignette mit Kontrollschildnummer, die sie am Fahrzeug anbringen und sich damit ausweisen müssen. Damit bleiben Kontrollfunktion und allfällige Lenkungsmassnahmen jederzeit gewährleistet. Die Benützung der Park- und Stellplätze erfolgt ausschliesslich auf Voranmeldung beim entsprechenden Betrieb.   

Die Stellplatzgebühren ergeben sich gemäss Landcamp aus einer selbst bestimmbaren Grundgebühr sowie Zuschlägen für Dienstleistungen wie Wasser, Strom und anderes. 

Die Stellplatzgebühren ergeben sich gemäss Landcamp aus einer selbst bestimmbaren Grundgebühr sowie Zuschlägen für Dienstleistungen wie Wasser, Strom und anderes. 
zvg

Willkommene Angebote

Ein Ärgernis für Landbesitzer und Gemeinden ist die Zunahme des unkoordinierten Wildcampens. «Die Gemeinden sind gegenüber der Schaffung offizieller und kontrollierter Stellplatzangebote deshalb offen, sofern Ruhe und Ordnung gewährleistet und keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden», schreibt Landcamp.

Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, die Plattform bis zur Hauptreisezeit aufzuschalten. Betrieb können sich auf der Website informieren und anmelden. Weitere Infos und Anmeldung zu Landcamp gibt es hier.

Was braucht es für einen Stellplatz

«Ein Stellplatz ist nicht zu verwechseln mit einer zugewiesenen Parzelle auf einem Campingplatz. Es ist eigentlich nicht viel mehr als ein Parkplatz», sagte Gerry Meyer vom Verein Wohnmobilland Schweiz im vergangenen Sommer gegenüber dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst (lid). Der Begriff «Stellplatz» sorge immer wieder für Verwirrung, denn im Gegensatz zu einem offiziellen Stellplatz wie auf einem Campingplatz, brauche es für einen Stellplatz in der Regel keine baulichen Massnahmen.

Gemäss Meyer braucht es wenig, um einen Stellplatz zur Verfügung stellen zu können. Die meisten Wohnmobil-Reisenden würden sich über Stromversorgung und eine Möglichkeit, den Abfall zu entsorgen, freuen. Beim Strom reiche in der Regel eine Kabelrolle als Verlängerung, bezüglich Abfall empfehle sein Verband den Anbietern ihren Übernachtungsgästen den kleinsten offiziellen Gemeinde-Abfallsack zur Verfügung zu stellen und dies bei den Übernachtungsgebühren einfach einzukalkulieren, so Meyer. Beim Frischwasser kann ein einer Wasserschlauch zur Verfügung gestellt werden.

Als Stellplätze eignen sich Kiesplätze oder ein gut gemähter Rasenbereich, der nahe am Hofgebäude liegt. «Und es ist sicher von Vorteil, wenn der Stellplatz relativ flach ist», sagte Meyer. Er empfiehlt Bauern, bei den Stellplätzen einige Regeln aufzustellen. Vor allem Sicherheitsaspekte müssen beachtet werden, damit es keine Unfälle mit Landmaschinen oder Tieren gibt.

«Das Wohnmobil muss aber stets nahe beim Hof stehen, nicht weiter als 30 bis 40 Meter vom Ökonomiegebäude entfernt», erklärt Andreas Allenspach, Geschäftsführer von Agrotourismus Schweiz. 

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7 Responses

  1. Der Schreiberling vom Landcampartikel ist auch ein klassischer Anfänger der sich mit diesem Artikel vermutlich sein Brot verdient aber keine Ahnung von Wohnmobil hat.
    Es ist grundsätzlich zu unterscheiden zwischen Wohnmobil und Campingbuss.
    Ein Wohnmobil hat WC und Abwassertanks und Strom für ein par Tage dabei und brauchtnur einen Stellplatz.
    Alles andere ist Zubehör.
    Ein Campingbus hat meistens praktisch nichts und gehört deswegen auf einen Campingplatz.
    Ganz krass wird es dann wenn ohne WC

  2. …oder wenn ganze Familien-Clans kommen. Wobei diese meist sehr gut bezahlen für den Stellplatz.
    Ansonsten ist es eine sehr gute Möglichkeit der Bevölkerung unser Arbeitstag näher zu bringen. Evtl. sollte man da doch besser die Feldspritze verstecken.

  3. Interessant, aber warum sich nicht mit wohnmobilland-schweiz.ch zusammentun?
    Es gibt schon soviel verschiedene Apps/Internetadressen für Wohnmobilisten – es wird langsam mühsam.
    Viel Erfolg.

  4. Wer haftet bei öl oder diesel- benzinverlust der wohnmobile? Hatte letztes Jahr kontrolle dieseltank und betankungsplatz wurden geprüft. Betankunsplatz beton hatt trenn/ dehnfugen das war für den Herr Kontrolleur ein Problem!!

  5. Meine Erfahrung ist, daß ein Stellplatz in der Nähe des Wirtschaftsgebäudes keinen Sinn ergibt da:
    1. es zu laut ist durch Tiere welche Tag und Nacht mit der Glocke lärmen, ebenso die Arbeit des Bauern durch schwere Maschinen, Traktoren und Förderanlagen.
    2. es zu starken Geruchsentwicklungen kommt, Ausscheidungen welche sich schnell ins Wohnmobil tragen und Millionen von Fliegen welche man mühsam abwehren muss.
    3. die Bauern sich gestört fühlen, wenn man ihnen zuschaut.
    Fazit ungeeignet.

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