Samstag, 22. Januar 2022
26.10.2020 16:15
Einkommen

Mindestlöhne werden nicht erhöht

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Der Zentralvorstand der Arbeitsgemeinschaft Berufsverbände Landwirtschaftlicher Angestellter (Abla) forderte in sämtlichen Klassen eine Erhöhung der Mindestlöhne. Bei den Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und der Abla wurde die Forderung nicht berücksichtigt.

Die Abla forderte im Vorfeld der Verhandlungen für sämtliche Lohnklassen eine Erhöhung.

100 bis 200 Franken

Die Löhne müssten «unbedingt den heutigen Gegebenheiten angepasst werden», hielt die Organisation vergangene Woche in einer Mitteilung fest. Die deshalb, um die Attraktivität für ausgebildete Schweizer Arbeitskräfte zu erhöhen. Die Abla wollte mit ihren Lohnforderungen ein «klares» Zeichen setzen. Die Arbeitsbedingungen müssten gerechtet werden. «Es ist längst an der Zeit, dass sich etwas ändert», lautete die Botschaft der Abla. 

Das Lohnsystem ist insgesamt in acht Klassen (siehe Bildstrecke Richtlöhne 2020), nach Ausbildung, Funktion und Berufserfahrung, unterteilt. Die Abla forderte für die höheren Klassen (Stufe 5 bis 8) eine Lohnerhöhung von 200 Franken je Stufe und je Monat. Für die Stufen 1 bis 4 erachtete die Abla eine Erhöhung von 100 Franken als gerechtfertigt.

Bei der Abla handelt es sich um die Dachorganisation der kantonalen Berufsverbände der landwirtschaftlichen Angestellten. Ihre Mitglieder sind gemäss eigenen Angaben Frauen und Männer, die im Gemüsebau, Weinbau, Obstbau und in Forstbetrieben tätig sind. Weitere Mitglieder sind Alphirten, Betriebshelfer und Angestellte in landwirtschaftsverwandten Berufen wie beispielsweise Landi-Mitarbeiter.

Unsichere wirtschaftliche Lage

Doch bei den Verhandlungen von Montag fanden die Forderungen bei den Arbeitgebern kein Gehör. Wie die Abla in einem Communiqué schreibt, wurde die Nichterhöhung mit der unsicheren wirtschaftlichen Lage, hervorgerufen durch die Corona-Pandemie, begründet. «Zudem waren die Vertreter der Arbeitgeber der Ansicht, dass eine Erhöhung der Mindestlöhne kontraproduktiv für die Umsetzung der neuen Normalarbeitsverträge sei», heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Abla zeigt sich über den Ausgang der Verhandlungen enttäuscht. «Einmal mehr zeigte sich, dass die Vertreter der Arbeitnehmer klar in der Minderheit waren», schreibt die Organisation. Die Verhandlungen würden von den Arbeitgebern, unter anderem den kantonalen Bauernverbänden und dem Schweizerischen Obstverband, dominiert.

Abla enttäuscht

Die Schweizer Landwirtschaft sei in diesem Jahr bezüglich der ausländischen Erntehelfer mit einem blauen Auge davongekommen. Es konnten vielfach genügend Arbeitskräfte rekrutiert werden. Die Abla warnt aber: «Ohne ausländische Erntehelfer wäre die Ernte in der Schweiz nicht möglich. Welcher Schweizer Bürger wäre bereit eine anstrengende körperliche Arbeit für einen Mindestlohn von 3’300 Franken zu verrichten? Ohne die dafür notwendige Berufsbildung wäre nämlich genau dies der Mindestlohn.»

Vielleicht brauche es geschlossene Grenzen und leere Regale, bis diese Arbeit entsprechend entschädigt werde, hält die Abla fest.

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