Sonntag, 23. Januar 2022
05.12.2021 17:57
Forschung

Studie zeigt Vorteile fleischarmer Ernährung

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Von: AgE

Moderater Fleischkonsum, Mittelmeerdiät und vegane Ernährung wurden in einer Studie mit der aktuellen Ernährungsweise in Nordrhein-Westfalen verglichen. Das Resultat gab keine eindeutige Antwort zu den Auswirkungen der Ernährungsformen auf Gesundheit sowie Tierwohl und Umwelt.

Die Vorteile einer fleischarmen Ernährung haben jetzt Wissenschaftler in einer Studie aufgezeigt. Allerdings gilt das nicht für jeden Aspekt.

Vier Ernährungsweisen verglichen

Wie die Universität Bonn in einem Hinweis auf diese Untersuchung berichtete, wurden dabei ein wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlener moderater Fleischkonsum, die sogenannte Mittelmeerdiät und eine vegane Ernährung mit der aktuellen Ernährungsweise der Menschen in Nordrhein-Westfalen miteinander verglichen.

Laut Juliana Paris vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn, die die Studie durchgeführt hat, wurden in jedem der drei Szenarien die Lebensmittel so gewählt, dass sie sich so wenig wie möglich von der Referenzernährung unterscheiden.

«Das heisst beispielsweise, dass wir in der Mittelmeer-Variante den Anteil von Fisch und Meeresfrüchten, Gemüse und Getreideprodukten erhöht haben», erläuterte Paris. Zudem seien bei der Produktauswahl insgesamt dieselben Nährstoffe in ähnlichen Mengen enthalten gewesen wie bislang.

Der ZEF-Wissenschaftlerin zufolge wäre jede der drei Ernährungsformen aus der One-Health-Perspektive, also der optimalen Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt, vorteilhaft; die Antworten sind aber nicht eindeutig.

Die vegane Ernährung hat zwar in vielen Bereichen am besten abgeschnitten; die Erzeugung veganer Lebensmittel ist allerdings mit einem erhöhten Wasserverbrauch verbunden. Ausserdem müssen Veganer bestimmte Nährstoffe separat zuführen, so laut Paris Vitamin B12, Vitamin D oder auch Kalzium.

Zu reichhaltige Ernährung

Die gleichwohl gesunde mediterrane Diät hat wiederum aufgrund des hohen Anteils an Nüssen und Gemüse ebenfalls einen erhöhten Wasserbedarf zur Folge. Wird – wie in der Studie angenommen – das konsumierte Fleisch komplett durch Fisch ersetzt, sind zudem ihre Effekte auf das Tierwohl «erstaunlich negativ».

Da Fische und Meeresfrüchte deutlich kleiner seien als etwa Kühe oder Schweine, litten unter dieser Ernährungsform erheblich mehr Tiere, erläuterte Paris. Negativ wirkt sich der Studie zufolge auch der vermehrte Konsum von Honig aus, da er eine intensive Bewirtschaftung von Bienenvölkern verlangt.

«Es wäre also von Vorteil, den Proteinbedarf insgesamt weniger aus tierischen Quellen zu decken», sagt Neus Escobar vom Institut für Angewandte Systemanalyse in Österreich, die die Arbeit betreut hat. Ihr zufolge ernähren sich heutzutage viele Menschen deutlich zu reichhaltig. Würden sie ihre Nahrungsmenge auf das reduzieren, was sie wirklich brauchten, hätte das zusätzliche positive Effekte.

Die Empfehlungen der DGE gehen laut der Studie zwar in die richtige Richtung. Mit Blick auf die menschliche Gesundheit seien die beiden anderen Optionen jedoch besser. Dennoch zeigten die Daten, dass diejenigen, die öfter auf Fleisch verzichteten und stattdessen Vollkornprodukte, Gemüse und Obst wählten, sich selbst sowie Tieren und Umwelt etwas Gutes täten.

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