Mittwoch, 27. Januar 2021
30.11.2020 14:49
Deutschland

Bauern blockieren Zentrallager

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Von: blu

Im norddeutschen Cloppenburg haben mehrere hundert Bauern mit Traktoren in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Zentrallager des Discounters blockiert. Auch in anderen Orten wird protestiert. Mit diesen Aktionen wollen die Bauern auf die tiefen Preise für Lebensmittel aufmerksam machen.

Gemäss Angaben der Polizei haben sich die Bauern mit ihren Traktoren am Sonntagabend auf einer Hauptstrasse beim Lidl-Zentrallager getroffen. Die von der Polizei errichteten Sperren umfuhren sie. Ihre Schlepper stellten sie anschliessend vor die Ein- und Ausfahrt vor das Lidl-Zentrallager.

«Die Luft brennt»

Am Montagmorgen zählte die Polizei 400 Landwirte mit 300 Traktoren. Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet, richtet sich der Protest gegen die Preisgestaltung der Detailhändler. Die Landwirtschaft in Deutschland werde gerade gegen die Wand gefahren, sagte ein Sprecher gegenüber dem NDR.

Die Bauern sind verärgert über die Preispolitik der Detailhändler. Beispielsweise die Familie Freese: «Die Luft brennt auf den Höfen. Die Sorgentelefone stehen nicht mehr still. Viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand.»

Der Detailhandel verbrenne das Eigenkapital der Landwirte und gefährde die Landschaft und das Dorfleben. «Was ist ein Dorf ohne Hof? Nichts. Wir können keine Milch mehr für 34 Cent/ Liter (36.9 Rp.) melken und Rinder für 3,35€/kg (3,63 Fr.) mästen. Wir sind über jeden Kunden froh, der dies erkennt und uns den Rücken stärkt», heisst es im Facebook-Post der Familie weiter. 

Protest gegen tiefe Preise

Nicht nur in Cloppenburg, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands gab es es Proteste. Wie agrarheute.com berichtet, haben Winzer und Landwirte in westdeutschen Wittlich eine Aldi-Verteilzentrale lahmgelegt. Es kam zu langen Staus. Gemäss lokalo.de protestierten die Winzer gegen die tiefen Weinpreise. In Eching bei München haben Bauern ein Lager von Edeka abgeriegelt.

Bereits am Freitag blockierten Landwirte ein Zentrallager von Edeka bei Ammerland. Die Bauern ärgerten sich über Billigangebote bei Milchprodukten. Die Landwirte fordern schon seit längerem mehr Geld für Milch und Fleisch.

3 Responses

  1. Ich bin kein Bauer, nur Konsument – nun weiss ich endlich, woher die Dumpingpreise kommen. Konsumenten sollten bereit sein, den Wert ihrer Nahrung wertzuschätzen und höhere Preise annehmen. Den Produzenten, der Natur und den Tieren zu liebe. Dann gäbe es auch weniger geisteskrank übermässigen Konsum mit traurig hohen Wegwerfzahlen und Übergewichterkrankungen. Preiserhöhung geht leider nur, wenn alle mitmachen, Geldgier macht leider blind. Also bleibt nur politische Vorgabe.

  2. Ich finde es verrückt, dass der Verkauf sagt, die Konsumenten wollen Billigprodukte. Umfragen ergeben, dass viele mehr zahlen würden. Liebe Einkäufer, macht alle Lebensmittelpreise höher, damit wir verwöhnten Industriestaatenbewohner kapieren, dass wir zu viel verbrauchen, wegschmeissen, als selbstverständlich erachten. Und dass umwelt-/tierschädliche Produkte günstiger sind als Biosachen ist bizarr. Die konventionell erzeugten Sachen müssten einen Umweltstrafaufschlag haben und teurer sein.

  3. Etwas schief gelaufen in Alice’s Wunderland?
    …und ich dachte immer die deutschen Discounter seien für uns Schweizer Bauern die Erlöser von den zwei Schweizer Lebensmittel-Monopolisten? Und jetzt so was! 😉

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