Samstag, 17. April 2021
23.11.2020 19:13
Niederlande

Bauern protestierten wieder

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: AgE

In Den Haag haben am Dienstag vergangener Woche rund 2’000 Anhänger der Landwirte-Aktionsgruppe Farmers Defence Force (FDF) erneut gegen die Stickstoff- und Umweltschutzpolitik der Regierung protestiert. 

Ziel der Veranstaltung war es unter anderem, ein neues Gesetz abzuwenden, mit dem das Kabinett zahlreiche bisherige Regelungen zur Raumplanung und zum Umweltschutz ab 2022 bündeln und damit vereinfachen will.

Neues Gesetz in Kritik

Die Aktionsgruppe kritisierte vor allem, dass das neue Gesetz die Provinzen ermächtige, den Landwirten aus Umweltschutzgründen ihr Bodeneigentum «abzunehmen». Ausserdem würde das Gesetz die Basis für die restriktiven Pläne von Agrarministerin Carola Schouten zur Verringerung der Stickstoffemissionen in der Agrarwirtschaft bilden. Das niederländische Parlament hat dem betreffenden Entwurf bereits vor vier Jahren zugestimmt.

Damit die neuen Regelungen in Kraft treten können, muss das Papier noch vom Staatsoberhaupt der Niederlande, König Willem- Alexander, unterzeichnet werden. In der Kritik des FDF steht auch eine neue Regelung, derzufolge die niederländischen Provinzen seit Anfang November Viehhaltungsbetriebe kaufen können, die überdurchschnittlich hohe Stickstoffemissionen aufweisen. Bemängelt wird vor allem, dass die Bauern nach dem Verkauf ihrer Höfe anschliessend keine neuen Betriebe mehr gründen dürften. Diese Einschränkung komme einem «Berufsverbot» gleich.

Gewinnmarge fairer verteilen

Ferner demonstrierten FDF-Anhänger vor der Zentrale des niederländischen Verbandes des Lebensmitteleinzelhandels (CBL) in Leidschendam für eine «ehrliche Verteilung der Gewinnmargen in der Vermarktungskette». Dafür werde bald eine Genossenschaft namens «FarmerFriendly» gegründet, die die Vergabe und Abgabenfinanzierung eines entsprechenden Labels für Produkte im Lebensmitteleinzelhandel steuern solle. Dieser Plan werde bereits von der Vereinigung der Milchviehhalter (DDB) und dem Verband der Geflügelhalter (NVP) unterstützt. Die seit Anfang 2020 laufenden Verhandlungen über eine Beteiligung des CBL an dem Konzept waren bislang erfolglos. Der niederländische Bauernverband (LTO) beteiligte sich offiziell nicht an den FDF-Aktionen. Die Aktionsgruppe wird als radikal angesehen.

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Wie essen und leben wir in Zukunft? - Swissmilk Am 28. und 29. April 2021 veranstaltet der Global Food Summit seine digitale Konferenz : «The Global Food Challenge» und sendet…

Politik & Wirtschaft

Den Löwenanteil an die einheimische Stromproduktion liefert nach wie vor die Wasserkraft. - Eawag Die Corona-Pandemie hat den Stromverbrauch in der Schweiz im Jahr 20202 unter das Niveau des Vorjahres…

Politik & Wirtschaft

Im Frühling 2020 sind besonders viele Kleinpackungen über den Ladentisch – unter anderem dieser «Corona-Boom» habe für ein Marktwachstum auf dem schweizerischen Mehlmarkt gesorgt. - unsplash Die national tätige industrielle…

Politik & Wirtschaft

Eine Agroscope-Studie zeigt: Selbst wenn nur landwirtschaftliche Produkte aus umweltfreundlich produzierenden Ländern importiert würden, würde das die negativen Auswirkungen der Trinkwasserinitiativen nur minimieren und nicht ausgleichen. - pixabay Agroscope-Studien zeigen,…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE