Montag, 5. Dezember 2022
23.11.2020 19:13
Niederlande

Bauern protestierten wieder

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: AgE

In Den Haag haben am Dienstag vergangener Woche rund 2’000 Anhänger der Landwirte-Aktionsgruppe Farmers Defence Force (FDF) erneut gegen die Stickstoff- und Umweltschutzpolitik der Regierung protestiert. 

Ziel der Veranstaltung war es unter anderem, ein neues Gesetz abzuwenden, mit dem das Kabinett zahlreiche bisherige Regelungen zur Raumplanung und zum Umweltschutz ab 2022 bündeln und damit vereinfachen will.

Neues Gesetz in Kritik

Die Aktionsgruppe kritisierte vor allem, dass das neue Gesetz die Provinzen ermächtige, den Landwirten aus Umweltschutzgründen ihr Bodeneigentum «abzunehmen». Ausserdem würde das Gesetz die Basis für die restriktiven Pläne von Agrarministerin Carola Schouten zur Verringerung der Stickstoffemissionen in der Agrarwirtschaft bilden. Das niederländische Parlament hat dem betreffenden Entwurf bereits vor vier Jahren zugestimmt.

Damit die neuen Regelungen in Kraft treten können, muss das Papier noch vom Staatsoberhaupt der Niederlande, König Willem- Alexander, unterzeichnet werden. In der Kritik des FDF steht auch eine neue Regelung, derzufolge die niederländischen Provinzen seit Anfang November Viehhaltungsbetriebe kaufen können, die überdurchschnittlich hohe Stickstoffemissionen aufweisen. Bemängelt wird vor allem, dass die Bauern nach dem Verkauf ihrer Höfe anschliessend keine neuen Betriebe mehr gründen dürften. Diese Einschränkung komme einem «Berufsverbot» gleich.

Gewinnmarge fairer verteilen

Ferner demonstrierten FDF-Anhänger vor der Zentrale des niederländischen Verbandes des Lebensmitteleinzelhandels (CBL) in Leidschendam für eine «ehrliche Verteilung der Gewinnmargen in der Vermarktungskette». Dafür werde bald eine Genossenschaft namens «FarmerFriendly» gegründet, die die Vergabe und Abgabenfinanzierung eines entsprechenden Labels für Produkte im Lebensmitteleinzelhandel steuern solle. Dieser Plan werde bereits von der Vereinigung der Milchviehhalter (DDB) und dem Verband der Geflügelhalter (NVP) unterstützt. Die seit Anfang 2020 laufenden Verhandlungen über eine Beteiligung des CBL an dem Konzept waren bislang erfolglos. Der niederländische Bauernverband (LTO) beteiligte sich offiziell nicht an den FDF-Aktionen. Die Aktionsgruppe wird als radikal angesehen.

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Der wichtigste und gleichzeitig dringlichste Schwerpunkt aus Sicht der Befragten seien stabile Beziehungen zur EU. Heinz Röthlisberger 71 Prozent der Schweizer Bevölkerung befürwortet den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Gemäss…

Politik & Wirtschaft

Das neue Zentrum sei dringend nötig, werde doch jeder dritte kontrollierte Lastwagen in der Schweiz beanstandet und jeder zwölfte direkt stillgelegt. Monika Helfer Der Bund hat am Freitag das neue…

Politik & Wirtschaft

Notenbündel; Banknoten; GeldSNB Die Angestellten des Bundes erhalten im kommenden Jahr 2,5 Prozent mehr Lohn, aufgrund der anhaltenden Inflation. Das hat der Bundesrat nach Lohnverhandlungen von Ueli Maurer mit den…

Politik & Wirtschaft

Die Entwicklungen in der Bevölkerungsstimmung fliessen in die Agrarpolitik ein. Alle Widersprüche kann sie allerdings nicht beheben. BLW-Direktor Christian Hofer bei der Präsentation des Agrarberichtes 2022Jonas Ingold Das Image der…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE