Mittwoch, 1. Dezember 2021
11.10.2021 15:30
Arbeitsunfall

Arbeitsunfall: Höchstes Risiko in Landwirtschaft

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Von: mgt/blu

2020 wurden 7% der Erwerbstätigen in den letzten zwölf Monaten Opfer mindestens eines Arbeitsunfalls. Die Hälfte davon war infolge dieses Unfalls arbeitsunfähig. Am höchsten ist das Unfallrisiko in der Land- und Forstwirtschaft. Das geht aus der Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) hervor.

Die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) beinhaltete 2020 ein europäisches Modul zum Thema «Arbeitsunfälle und andere arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme». Dieses Modul befasst sich mit den drei Aspekten Arbeitsunfälle, Gesundheitsprobleme, die durch die Arbeit verursacht oder verschlimmert wurden, und Arbeitsbedingungen, die die körperliche Gesundheit oder das psychische Wohlbefinden gefährden können. «Es gibt somit Aufschluss über die Zusammenhänge zwischen den Arbeitsbedingungen und dem Gesundheitszustand der Bevölkerung», heisst es im Bericht.

7 Prozent hatten Arbeitsunfall

Der Bericht zeigt, dass im vergangenen Jahr 7% der Personen unter 75 Jahren, die zum Zeitpunkt der Erhebung oder in den zwölf Monaten davor erwerbstätig waren, nach eigenen Angaben innerhalb des letzten Jahres mindestens einen Arbeitsunfall erlitten. Dieser Anteil hat sich gegenüber 2013 nicht signifikant verändert.

Etwas mehr als ein Viertel (28%) der bei der Arbeit verunfallten Personen hatten mindestens zwei Unfälle. Dieser Anteil ist verglichen mit 2013 (18%) angestiegen. Die Hälfte der Verunfallten war mindestens einen Tag arbeitsunfähig. 28% weniger als zwei Wochen und 22% länger. Nach Geschlecht und Alter lässt sich bei der Untersuchung kein signifikanter Unterschied beobachten.

Unterschiede gibt es bei der Häufigkeit der Arbeitsunfälle. Männer sind häufiger betroffen als Frauen (9% gegenüber 5%). 15- bis 24-Jährige werden doppelt so häufig Opfer eines Unfalls wie ältere Personen (13% gegenüber 6% bis 7% in den älteren Altersklassen), wobei sich das erhöhte Unfallrisiko in dieser Altersklasse nur bei jungen Männern beobachten lässt.

Landwirtschaft und Baugewerbe

Bei den Berufsgruppen mit dem höchsten Risiko zeigt der Bericht ein klares Bild. Am höchsten ist das Unfallrisiko in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Baugewerbe: 18% bzw. 16% der in diesen Bereichen tätigen Personen erlitten mindestens einen Unfall. Demgegenüber liegt das Unfallrisiko in mehreren Bereichen unter 4%, das tiefste Unfallrisiko weist das Finanz- und Versicherungswesen mit weniger als 2% auf.

Der Anteil der verunfallten Personen unterscheidet sich auch nach Berufshauptgruppe der Schweizer Berufsnomenklatur. Fachkräfte der Land- und Forstwirtschaft (20%), Personen, die einen Handwerksberuf oder einen verwandten Beruf ausüben (13%), sowie Bedienerinnen und Bediener von Anlagen und Maschinen (12%) verunfallen am häufigsten. Am seltensten sind Unfälle bei Personen, die in einem intellektuellen oder wissenschaftlichen Beruf tätig sind (3%), sowie bei Bürokräften (3%).

Knochen-, Gelenk- oder Muskelbeschwerden

In knapp sechs von zehn Fällen (58%) sind Knochen-, Gelenk- oder Muskelbeschwerden in verschiedenen Körperteilen das schwerwiegendste Gesundheitsproblem. 25% geben Stress, Depressionen oder Angstzustände an und der Rest andere Gesundheitsprobleme. Nach Geschlecht besteht kein erwähnenswerter Unterschied. Mit steigender Altersklasse nimmt der Anteil der Personen mit muskuloskelettalen Schmerzen zu, während jener mit Stress, Depressionen oder Angstzuständen abnimmt (G6).

Besonders häufig leiden Personen, die im Baugewerbe (68%) oder in der Land- und Forstwirtschaft (71%) tätig sind, an muskuloskelettalen Schmerzen. Stress, Depressionen und Angstzustände sind hingegen in den Wirtschaftsabschnitten Erziehung und Unterricht (42%) sowie «Finanz- und Versicherungswesen» (45%) häufiger. 

Die Exposition gegenüber Risiken für die körperliche Gesundheit variiert je nach Bereich stark. In der Land- und Forstwirtschaft (76%) sowie im Baugewerbe (69%) sind die Anteile der Personen, die gleichzeitig mindestens drei Risiken für die körperliche Gesundheit ausgesetzt sind, am höchsten. 

Wichtigste Ergebnisse

  • 7% der Erwerbstätigen erlitten im Verlauf der letzten zwölf Monate mindestens einen Unfall. Bei den 15- bis 24-jährigen Männern ist das Risiko zu verunfallen deutlich höher (19%). Die Landwirtschaft und das Baugewerbe sind die beiden Wirtschaftsabschnitte mit dem höchsten Unfallrisiko (18% bzw. 16%). 
  • 12% der Personen, die in ihrem Leben eine Erwerbstätigkeit ausgeübt haben, leiden an Gesundheitsproblemen, die durch die Arbeit verursacht oder verschlimmert wurden. Am höchsten ist dieser Anteil bei den 45- bis 64-Jährigen (15%). Die häufigsten Probleme sind Knochen-, Gelenk- oder Muskelbeschwerden (58%), gefolgt von Stress, Depressionen oder Angstzuständen (25%). 
  • 36% der Erwerbstätigen nennen mindestens drei Arbeitsbedingungen, die ihre körperliche Gesundheit gefährden können. Männer (42%), insbesondere die 15- bis 24-jährigen (60%), sind vermehrt betroffen.
  • 24% der Erwerbstätigen nennen mindestens drei Arbeitsbedingungen, die ihr psychisches Wohlbefinden beeinträchtigen können. Frauen (26%) sind stärker betroffen als Männer (22%). Junge Männer im Alter von 15 bis 24 Jahren sind weniger betroffen (11%) als ältere Männer
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