Bei der ABLA handelt es sich um die Dachorganisation der kantonalen Berufsverbände der landwirtschaftlichen Angestellten. – zvg
Die Arbeitsgemeinschaft Berufsverbände Landwirtschaftlicher Angestellter (ABLA) forderte eine Lohnerhöhung von 200 Franken für alle Stufen. Nach Verhandlungen mit den Arbeitgebern wurde nun eine Erhöhung des Mindestlohns von 20 Franken vereinbart.
Bei der ABLA handelt es sich um die Dachorganisation der kantonalen Berufsverbände der landwirtschaftlichen Angestellten. Ihre Mitglieder sind gemäss eigenen Angaben Frauen und Männer, die im Gemüsebau, Weinbau, Obstbau und in Forstbetrieben tätig sind. Weitere Mitglieder sind Alphirten, Betriebshelfer und Angestellte in landwirtschaftsverwandten Berufen wie beispielsweise Landi-Mitarbeiter.
2020 mit Forderungen gescheitert
Im Vorfeld der Verhandlungen forderte die ABLA eine generelle Erhöhung der Löhne von 200 Franken an. Eine Erhöhung ist aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft zwingend. Bei den Lohnverhandlungen im Herbst 2020 sei die ABLA auf die Lohnverhandlungen 2021 vertröstet worden. «Die Beteiligten werden aufgefordert, ihr Versprechen einzuhalten», forderte die ABLA Mitte Oktober.
Ihre Forderungen konnten die ABLA nicht durchsetzen. «Die Arbeitgebervertreter verwiesen auf das schlechte Landwirtschaftsjahr und wollten die Löhne somit nicht erhöhen», heisst es in einer Mitteilung von Freitag. Die Arbeitsgemeinschaft erinnerte die Arbeitgeber an das Versprechen von 2020 und daran, dass das letzte Jahr für die Landwirtschaft ein Gutes war.
3320 Franken
Ganz ohne leere Hände steht die Organisation nicht da. Schlussendlich einigten sich die Parteien auf eine Erhöhung des Mindestlohns per 1. Januar 2022 von 20 Franken auf 3320 Franken. Die Anpassung habe auch eine Erhöhung für die Lohnstufen 5-8 zur Folge. «Im Endeffekt musste die ABLA eine Erhöhung des Mindestlohnes akzeptieren», teilt die ABLA enttäuscht mit.
Die ABLA strebt nach wie vor einen Mindestlohn von 3’500 Fr. an. «Zudem ist es wichtig, dass die Feiertage definiert und in die kantonalen Normalarbeitsverträge (NAV) aufgenommen werden. Die wöchentliche Arbeitszeit soll zudem auf unter 50 Stunden reduziert werden», lauten die Forderungen.
Netzwerk will 4000 Franken Mindestlohn
Mitte Oktober übergab das Netzwerk «Widerstand am Tellerrand» in Bern und Zürich eine Petition für bessere Arbeitsbedingungen von ausländischen Arbeitskräften in der Landwirtschaft an die Kantonsregierungen. Die zentrale Forderung: 45-Stunden-Woche und die Einführung eines verbindlichen Mindestlohns von 4’000 Franken.
Die ABLA erachtet diese Forderung von 4’000 Franken als zu grossen Schritt. Eine Erhöhung aus 3’500 Franken findet die Organisation als gerechtfertigt. Die Arbeitsgemeinschaft ist der Meinung, dass der NAV von St. Gallen mit seiner Feiertagregelung und einer 49.5 Stundenwoche einer guten Lösung entspricht.